Züriberg Zürich 2 Zürich Nord Zürich West Zürich West mit Quartierecho Küsnachter Küsnachter Amtlich
03.05.2018 Von: Annina Just

Küsnachter, Küsnachter Amtlich

Rainer Bieli: «Es sind viele Fortschritte sichtbar»


Spielerisch auf Augenhöhe mit dem Gegner: Jan Wiki (l.) und der FCK. Foto: Annina Just

Nach der 0:2-Niederlage vom letzten Samstag stand FCK-Trainer Rainer Bieli dem «Küsnachter» Red und Antwort. Im Interview erklärt der ehemalige GCStar, wieso er noch immer an den Ligaerhalt glaubt.

Rainer Bieli, es hat wieder nicht zum dringend gebrauchten Sieg gereicht. Wie ist nun die Moral der Mannschaft?
Die Moral ist am Boden – nach solch einem Spiel, besonders nach mehreren Spielen, in denen man nicht belohnt wurde, ist das klar. Aber wir dürfen den Kopf nicht hängen lassen, sonst sind wir kaputt. Es sind noch 21 Punkte im Spiel, und ich habe es schon erlebt, dass wir es noch geschafft haben mit 14 Punkten Rückstand bei 5 verbleibenden Partien. Es ist erst dann fertig, wenn es mathematisch nicht mehr möglich ist.

Das heisst, Sie glauben noch an den Ligaerhalt?
Ja, sonst würde ich nicht hier stehen. Ich glaube, dass wir es noch schaffen. Und jeder, der nicht dran glaubt, soll zu Hause bleiben.

Wie analysieren Sie das heutige Spiel?
Ich sagte der Mannschaft in der Pause, dass es unsere beste Saisonhalbzeit war. Ich bleibe dabei, es war unsere beste Leistung in der Rückrunde. Auch wenn wir verloren haben, wir haben in keinem Spiel so viele Torchancen erarbeitet wie heute. Wir haben gegen ein starkes Wädenswil wenig zugelassen. Sie brauchten einen stehenden Ball, um das zweite Tor zu erzielen, und das erste war sowieso unglücklich. Wir hatten sicherlich die besseren und klareren Chancen. Dass sie am Schluss noch zu Kontermöglichkeiten kommen, mit dem muss man rechnen. Das Fazit ist aber klar: Dieses Spiel müsste man gewinnen.

Sie sagten es, Ihr Team hatte enorm viele Chancen, aber diese nicht verwerten können. Ist es der Druck, der den Spielern zu schaffen macht?
Ja natürlich, besonders in der Offensive kann auch der Druck mitspielen. In den entscheidenden hektischen Spielphasen – nicht nur heute – fehlen sicherlich auch die Routine und Abgeklärtheit. Wenn ich die Spielzüge anschaue und mit dem Training vergleiche, passt das eigentlich alles; aber im Training werden die Tore erzielt, in den Spielen flattern dann die Nerven. Es ist eine sehr junge Mannschaft, und wenn das Erfolgserlebnis fehlt, dann beginnt man zu zweifeln. Das kann man einer jungen Mannschaft auch nicht verübeln.

Schon im letzten Sommer haben sie gesagt, die Herausforderung sei gross, aber man wolle sie annehmen und die jungen Spieler sollen daran wachsen. War sie nun vielleicht doch zu gross?
Ich glaube nicht, dass sie zu gross ist. Ich bin überzeugt, dass Fortschritte sowohl in den Trainings wie auch bei den Spielen sichtbar sind. Momentan ist die Mannschaft aber aufgrund der Resultate nicht frei im Kopf. Vielleicht muss man dann am Schluss doch sagen, sie war zu gross. Aber die Mannschaft und ich haben sie angenommen, und nun müssen wir diesen Weg weitergehen und am Ende der Saison Bilanz ziehen.

Im Herbst ist man mit Siegen gegen Schlieren und den heutigen Gegner aus Wädenswil überraschend gut gestartet. Was hat sich verändert? Wieso kann man nicht dort anknüpfen?
Wenn ich es wüsste, hätte ich es schon heute vor dem Spiel geändert. . . Ich möchte mich ja nicht in den Himmel loben, aber mein Ausfall war sicherlich auch ein Knackpunkt. Meine Routine und die Möglichkeit, auf dem Feld zu dirigieren, haben der Mannschaft Ruhe gegeben. Man darf aber auch nicht denken, dass es ohne dies nicht möglich ist. Im Moment fehlt einfach ein Erfolgserlebnis; ein Spiel, in dem das Team merkt, dass es noch gewinnen kann.

Wie geht es denn Ihrem Knie? Wann kommen Sie zurück?
Soll ich Klartext sprechen? Auch wenn ich 25 wäre, wäre ich nun Fussballinvalide. Zuerst dachte man, es ist der Meniskus oder das Kreuzband. Aber zwei Monate später, beim zweiten MRI, hat man dann gesehen, dass aufgrund des Traumas bei der Knieverdrehung ein 1,2 Zentimeter grosses Stück des Knorpels herausgespickt ist. Ich komme also nicht um einen Eingriff herum, und aktiver Fussball ist definitiv Geschichte. Mein Ziel ist aber, dass ich in den nächsten Monaten oder Jahren wieder spasseshalber mit den Jungs auf den Fussballplatz gehen kann.

Das tut mir leid.
Ja, es ist nicht toll. Aber ich habe meine Karriere und meine Spiele gehabt. Lieber mit 39 als mit 25.

Apropos Zukunft: Würden Sie auch mit diesen Jungs weiterarbeiten, wenn es in der 3. Liga weitergeht?
Das ist eine Frage, die ich momentan nicht beantworten muss, denn wir spielen in der 2. Liga.

Und die nähere Zukunft: An was werden Sie in den nächsten Tagen mit der Mannschaft arbeiten?
Ich werde meine Jungs «aufpäppeln », werde am Montag das Gute ansprechen, aber auch das weniger Gute. Und werde sie sicher pushen, sodass wir die Moral behalten können. Wir werden auch viel vor dem Tor arbeiten, im Grossen und Ganzen also das Gleiche wie bisher. Auch wenn unsere Arbeit momentan nicht von Erfolg gekrönt ist, ist sicherlich nicht alles falsch, was wir machen. Aufmerksame Beobachter sehen, dass die Mannschaft viele Fortschritte gemacht hat.



Anzeigen

Galerien

Aktuelle Ausgaben

Züriberg vom 18. Oktober 2018
Zürich 2 vom 18. Oktober 2018
Zürich Nord vom 18. Oktober 2018
Zürich West vom 18. Oktober 2018
Küsnachter vom 11. Oktober 2018
Küsnachter Amtlich vom 11. Oktober 2018

Sonderzeitungen

Ausstellungsführer Neuer Norden 2018
Neuer Norden 2018
Abenteuer Stadt Natur 2018
Tonhalle
Literaturforum booXkey
Partnerpublikation der Lokalinfo AG
Stadt-Anzeiger Glattfelder Kilchberger Klotener Anzeiger