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09.05.2018 Von: David Herter

Zürich 2

Adliswiler Stadthausareal tritt auf der Stelle


Wie es heute aussieht (gross) und was geplant ist an der Sihl. Das blaue Haus kommt weg. Foto/Visualisierung: dh./zvg.

Einen Schritt vorwärts und einen zurück: Der Grosse Gemeinderat von Adliswil muss ein zweites Mal über exakt dasselbe Geschäft entscheiden.

Gut Ding will Weile haben, lautet ein Sprichwort. Dazu braucht es ausserdem einen Geldgeber, der Geduld mitbringt. Beides trifft zu für das Stadthausareal in Adliswil. Seit 2011 ist für den Bau von vier Gebäuden an der Sihl ein Investor bestimmt. 50 Millionen Franken will die Immobilienfirma Leutschenbach AG mit Sitz in Schwyz investieren. Einen Termin für den Spatenstich gibt es aber auch sieben Jahre nach dem Projektwettbewerb nicht, und eine belastbare Prognose dazu wagt weder die Stadt Adliswil, der die Bauparzellen gehören, noch die Immobilienfirma. «Wir werden die Planungsaufträge zügig vergeben, wenn das Projekt bewilligungsfähig ist», sagt Investor Henrik Stump. «Wenn das Geschäft nun Fahrt aufnimmt, könnte anfangs des nächsten Jahrzehnts mit dem Spatenstich gerechnet werden», sagt Adliswils Finanzvorstand Farid Zeroual (CVP).

Bisher dümpelte das Geschäft vor sich hin. Nach einer Beschwerde des Heimatschutzes musste die Stadt die Schutzwürdigkeit der alten Gebäude an der Zürichstrasse 1 und 3 prüfen: Sie dürfen abgebrochen werden. Viel Zeit kosteten die Verhandlungen zwischen der Stadt und dem Investor über die Höchstzahl an Wohnungen, die gemeinsame Tiefgarage, die öffentlichen Plätze und den Zugang zum Sihlufer. Schliesslich legten zwei Stimmberechtigte Beschwerde ein gegen den Beschluss des Grossen Gemeinderats zum Gestaltungsplan und zu den Verkaufs- und Pachtverträgen. Ihrer Meinung nach war der Erlös von 5,5 Millionen Franken für 3500 Quadratmeter Land zu tief. Das Zürcher Verwaltungsgericht gab den Beschwerdeführern recht und wies den Stadtrat an, eine «realistische» Preisschätzung vorzunehmen.

«Der Mix stimmt»
Trotz all diesen Wendungen und Verzögerungen hat der Investor die Geduld mit Adliswil nicht verloren. «So ist das, in einem demokratischen Land», sagt Stump. Andernorts habe es 16 Jahre gedauert vom Planungsbeginn bis zum Spatenstich. Die Leutschenbach AG verfolge ihre Projekte mit langem Atem und sei vom Standort Adliswil überzeugt. Auch der Mix mit Wohngebäuden, einem Mehrgenerationenhaus, einem Hotel und einem Gesundheitszentrum stimme nach wie vor, sagt Stump. «Weil wir die Immobilien für uns behalten wollen, sind wir an einem attraktiven Zentrum und qualitativ guten Bauten interessiert.»
Den Auftrag des Verwaltungsgerichts hat der Stadtrat mittlerweile erfüllt. Er hat den Wert der 6200 Quadratmeter Land an der Sihl von zwei neutralen Schätzern prüfen lassen und kommt zum Schluss: Die Stadt verkauft und verpachtet drei Grundstücke nicht unter Marktwert an die Leutschenbach AG, sondern trotz den vielen Auflagen mit Gewinn. Als Nächstes werden sich nun erneut die zuständigen Kommissionen des Gemeinderats mit dem Verkauf des Stadthausareals befassen. Mit dem zweiten Beschluss in dieser Sache rechnet Finanzvorstand Zeroual im Verlauf dieses Jahres. Er ärgert sich nicht über die Verzögerungen. «Einsprachen und Rekurse gehören zu unserem Staatswesen», sagt Zeroual. Bedauerlich sei nur die Tatsache, dass die Verzögerung zu keinem erkennbaren Mehrwert geführt habe.

Stimmt der Gemeinderat dem Verkauf des Stadthausareals ein zweites Mal zu und bleiben diesmal Beschwerden aus, wird die Leutschenbach AG als Nächstes ein Baugesuch einreichen müssen. Auch dagegen sind Einsprachen möglich, und der Weg durch die Instanzen steht offen. Bis zum Spatenstich wird noch einiges Wasser die Sihl hinab fliessen. Und der Investor kann seine Geduld weiter beweisen.

Stadthaus mit Rückenwind

Für Gesprächsstoff sorgte das Stadthaus von Adliswil (das Bürogebäude im Bild links) nach dem Sturm Burglind im Januar. Weil Mitarbeiter ein Knarren hörten, wurde das Gebäude an der Zürichstrasse 12 gesperrt und Stützen eingebaut. Später stellte sich heraus, dass die Geräusche von der Fassade stammten. Das Stadthaus ist sanierungsbedürftig. Die Stimmberechtigten haben ein Bauprojekt 2016 bewilligt. Für 22 Millionen Franken soll es erweitert werden. Das Nachbargebäude wird zurück- und dann neu gebaut sowie mit dem Stadthaus verbunden. Eine mittlerweile erledigte Beschwerde gegen eine Auftragsvergabe verzögerte im letzten Jahr Fortschritte. Bald werde der Gesamtstadtrat das Projekt abnehmen, danach werde das Baugesuch eingereicht, sagt Finanzvorstand Farid Zeroual. Die Arbeiten sollen 2019 beginnen. (dh.)



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