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23.05.2018 Von: Karin Steiner

Zürich Nord

Künstler konzertieren in der Garage


Bernhard Parz verbringt viele Stunden an seinem Steinway-Flügel. Foto: kst.

Seine Garage in Seebach hat Bernhard Parz in einen Konzertsaal umfunktioniert. Dort gibt er gemeinsam mit anderen Berufsmusikern klassische Konzerte für die Nachbarschaft und andere Interessierte.

Die Garage an der Grubenackerstrasse würde Platz für mindestens drei Autos bieten. Aber Bernhard Parz hat sie zweckentfremdet, Böden und Wände eingebaut, Stühle für maximal 40 Personen aufgestellt und so eine gemütliche und akustisch sehr gute Atmosphäre geschaffen. Hier lädt er regelmässig Bekannte, Nachbarn und alle, die Freude an klassischer Musik haben, zu Konzerten ein. «Es ist mir ein grosses Anliegen, auch Menschen, die nicht wissen, was klassische Musik ist, diesen Reichtum zu zeigen», sagt er. «Es war schon immer mein Traum, einen Salon zu haben. Hier habe ich ihn mir geschaffen.»

Im hinteren Bereich stehen seine zwei Herzstücke, ein Steinway- und ein Bösendorfer-Flügel. Hier verbringt Bernhard Parz manche Stunde mit Üben. «Die meisten Musiker sitzen für sich allein im stillen Kämmerlein. Ich wollte mein Kämmerlein nach aussen öffnen.» Zuerst habe er nur seine Nachbarschaft eingeladen, um sie besser kennenzulernen und den Zusammenhalt zu stärken. Inzwischen ist der Kreis der Konzertbesucher immer grösser geworden. «Ich freue mich über jedes neue Gesicht. Die Garage ist meistens gerangelt voll», sagt er lachend. «Ich überlege mir schon, vor der Tür ein Zelt aufzustellen, damit man die Musik auch im Freien hören kann.» Im Anschluss an die Konzerte sitzt man gemütlich beisammen, brätelt Würste und trinkt Punsch oder Glühwein. «Manche regelmässigen Besucher bringen oft etwas mit, eine Käseplatte oder einen Kuchen.»

Aus Liebe nach Zürich gekommen
Bernhard Parz ist in Wien aufgewachsen und hat dort studiert. An der Musikhochschule hat er seine zukünftige Frau Mari kennengelernt, eine Japanerin, die Violine studierte. Nach dem Studium bekam sie eine Anstellung an der Tonhalle Zürich, und so ist das Paar gemeinsam nach Seebach gezogen. Inzwischen haben die beiden einen fünfjährigen Sohn.

Bernhard Parz hat jedoch seine Zelte in Wien nicht abgebrochen, hat dort eine Professur inne und pendelt jede Woche zwischen Wien und Zürich hin und her. Daneben ist er auf Tourneen auf der ganzen Welt unterwegs – oft auch in Japan, wo er die Familie seiner Frau besucht.

Hochkarätige Mitspieler
Für seine Garagenkonzerte lädt er meistens Freunde und Berufskollegen aus aller Welt als ein, die wie er Spass daran haben, in kleinem Rahmen aufzutreten. «Ich lasse meine Kontakte spielen», sagt der 39-Jährige. «Es ist für uns Musiker ungewohnt, so nahe beim Publikum zu sitzen. In einem Konzertsaal ist die Distanz viel grösser. Aber diese Intimität macht auch Spass.»

Garagenkonzert Vol. 18: «Klavierduo-Abend». Sa, 26. Mai, 18 Uhr. Ein Konzertabend an 2 Flügeln und mit 4 Händen. Zu Gast aus Wien ist der Pianist Luca Monti. Programm: Mozart, Schubert, Piazzolla (sowie eine musikalische Überraschung).

Garagenkonzert Vol. 19: «Trio-Konzert». So, 10. Juni, 16 Uhr. Es spielen Mari Parz, Violine, Jörg Ulrich Krah, Cello, Bernhard Parz, Klavier. Musik von Mozart, Schubert, Mendelssohn. Mit Apéro, Eintritt frei, Kollekte. Grubenackerstrasse 51.



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