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31.05.2018 Von: Toni Spitale

Küsnachter, Küsnachter Amtlich

«Alles ist wie aus einem Guss geworden»


Schraubten den «Gehren»-Schlüssel zusammen (v.l.): Sascha Patak (Gemeindepräsident), Thomas Winz (Architekt), Karsten Hell (Steiner AG) und Hannes Wittwer (Senevita). Foto: Toni Spitale

Erlenbach feierte die Eröffnung seines neuen Alterszentrums. Darin integriert sind auch der Spitex-Stützpunkt und die Gemeindebibliothek. Am offiziellen Einweihungsakt vom Freitagabend gab es vor allem eines zu hören: Viel Lob.

Der Tenor auf dem geführten Rundgang für die geladenen Gäste war unmissverständlich: Der 44 Millionen Franken teure Neubau des Alterszentrums ist gelungen. Das sei ja hier fast wie in einem Fünf-Sterne-Hotel, gaben mehrere Gäste ganz unabhängig voneinander zu Protokoll.
Nicht nur die hellen, geräumigen und schmuckvoll eingerichteten Räumlichkeiten beeindruckten, auch die Aussicht auf den See einerseits und das Turmgut andererseits versetzte einen ins Staunen.
Das Alterszentrum umfasst insgesamt 61 Pflegestudios und 18 Alterswohnungen. Betrieben wird es von der Firma Senevita. Geschäftsführer Hannes Wittwer sprach von einem «State oft the Art»-Objekt im Unternehmens- Portfolio. «Der Gehren ist für uns ein Vorzeigeprojekt und setzt einen ganz neuen Standard bezüglich Qualität.» Geschäftsführerin vor Ort ist Daniela Gundermann. Erfreut konnte sie berichten, dass das Haus schon komplett belegt sei.

Grosszügige Erlenbacher
Rebenpflanzen auf der Dachterrasse und Weinfässer im Foyer: Wie ein roter Faden zieht sich das Thema Weinbau durch die Stockwerke – dies als eine Art Hommage an die Standortgemeinde. Letztere ist ferner mit zahlreichen historischen Bilddokumenten aus dem 19. Jahrhundert vertreten, welche überall an den Wänden prominent zu sehen sind. Ergänzt wird die Inneneinrichtung mit Gemälden, die der einheimische Künstler Hans Rudolf Weber gestiftet hat. Noch grosszügiger zeigte sich der Fürsorgeverein, der im Zuge seiner Auflösung der Gemeinde sein Vermögen vermachte. Dadurch konnten der Brunnen vor dem Eingang, der grosse Kinderspielplatz, das Cheminéezimmer und als absolutes Highlight die Dachterrasse finanziert werden.

Einzigartiges Prunkstück
Gemeindepräsident Sascha Patak gab sich in seinen Ausführungen überzeugt, mit Senevita den richtigen Partner für eine langjährige Zusammenarbeit gefunden zu haben. Sie hätten das Gebäude mit sehr viel Wärme und Liebe eingerichtet – das Wohlbefinden der Bewohnerinnen und Bewohner komme an erster Stele. Weiter erinnerte Patak daran, dass ihn der «Gehren» seit seinem Einstieg in die Gemeindepolitik im Jahr 2006 beschäftigt habe. Beeindruckt zeigte er sich nicht zuletzt auch von der Bevölkerung, die während mehrerer Jahre einen höheren Steuerfuss in Kauf nahm, um für dieses «einzigartige Prunkstück am Zürichsee » zu sparen. Mit grosser Wahrscheinlichkeit werde er der Gemeindeversammlung eine Bauabrechnung vorlegen können, die unter Budget liege, schloss Patak seine Laudatio.

Gemeinde hat gut eingekauft
«Die Gemeinde hat bei uns sehr, sehr gut eingekauft», meinte Karsten Hell von der Steiner Generalunternehmung mit einem Augenzwinkern. Auch er unterliess es nicht, die Einzigartigkeit des Baus zu loben. Für Erlenbach sei dies übrigens gar nichts Neues. Aus gut unterrichteter Quelle wisse er, dass der «Gehren» schon vor 48 Jahren als schönstes Altersheim zwischen Zürich und Rapperswil gegolten habe.

Wegen Brandschutz kein Holz
Aus 57 Vorschlägen aus halb Europa hatte das Projekt «Herbstsonate» von GraberPulver-Architekten das Rennen gemacht. Die Strasse und der schwierige Wettbewerbs-Perimeter seien für ihn und sein Team eine grosse Herausforderung gewesen, erläuterte das Geschäftsleitungsmitglied Thomas Winz. Im gleichen Atemzug bedauerte er, dass es aufgrund von kantonalen Brandschutzbestimmungen nicht möglich gewesen sei, für die Fassadenverkleidung Holz anstelle von Beton zu verwenden. Nichtsdestotrotz habe er aber für die filigrane Betonfassade schon so manches Lob erhalten.

Im Reich der 13 000 Medien
«Alles ist wie aus einem Guss», frohlockte Silvia Frei, Leiterin der ebenfalls im Neubau integrierten Gemeindebibliothek. Aus rund 13 000 Medien können die Besucherinnen und Besucher am neuen Standort auswählen. Zudem stehen Arbeitsplätze, zum Beispiel für Studenten, WLAN, eine Kaffeemaschine sowie zahlreiche Sitzgelegenheiten zur Verfügung. Bibliotheken seien in der heutigen Zeit auch Begegnungsorte. Aufgrund der kurzen Wege hofft das Team, künftig auch Bewohner aus dem Haus zu empfangen – und gleichzeitig lässt der Kinderspielplatz direkt vor der Tür die Hoffnung auf steigende «Familienbesuche» wecken.
Musikalisch wurde die offizielle Eröffnung von den Erlibacher Strings und der 21-jährigen Claudia Wind alias Skyler umrahmt.



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