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06.06.2018 Von: Pascal Wiederkehr

Zürich 2

Neue Regel muss sich noch etablieren


Die Mitglieder des Gewerbevereins Zürich 2 besuchten vor kurzem das Zürcher Rathaus. Die zwei anwesenden Präsidenten hatten es sich in der ersten Reihe gemütlich gemacht: Gemeinderatspräsident Martin Bürki (FDP Kreis 1 und 2) (1.v. l.) sowie Gewerbevereinspräsident Felix Weber (4.v. l.). Foto: pw.

Im Zürcher Gemeinderat wird viel diskutiert – oft untereinander. Um den Lärmpegel zu senken, hat der Ratspräsident Martin Bürki eine neue Regel eingeführt. Beim Besuch des Gewerbevereins Zürich 2 zeigte sich jedoch, dass es noch Luft nach oben gibt.

An den anwesenden Mitgliedern des Gewerbevereins Zürich 2 hatte es sicher nicht gelegen: Diese verhielten sich auf der Tribüne im Ratsaal ruhig – so wie es alt Gemeinderätin Theresa Hensch vorher verlangt hatte. Im Gegensatz dazu wirkten die Parlamentarierinnen und Parlamentarier so, als würden sie den nahenden Feierabend spüren. Unter ihnen war beim letzten Traktandum Unruhe ausgebrochen. Taschen wurden gepackt, überall flüsternd Gespräche geführt – was die Gewerbler teilweise ziemlich überraschte.

Trotzdem zeigte sich Gemeinderatspräsident Martin Bürki – ebenfalls Mitglied im Gewerbeverein – anschliessend zufrieden. «Es ist einiges ruhiger geworden», so Bürki. Der angestiegene Lärmpegel brachte er mit dem letzten Geschäft des Abends in Zusammenhang.

Gespräche draussen führen
Ein weiterer Grund: Die Gemeinderätinnen und Gemeinderäte wissen schon im Voraus, was die Haltung der Fraktion bei den einzelnen Themen ist. Somit scheinen die Reden im Saal eher politische Show zu sein und wenig zur Meinungsbildung beizutragen. Diese passiert bei den persönlichen Gesprächen über die Parteigrenzen hinaus, die Bürki statt im Ratsaal lieber draussen im Foyer sehen würde. «Es macht für die Zuschauer eine schlechte Falle», ist sich der Wollishofer Politiker sicher.

Zum Beginn seiner einjährigen Amtsperiode hatte der FDP-Politiker aus dem Wahlkreis 1 und 2 eine neue Regel eingeführt. «Wer länger als 20 Sekunden reden muss, soll das draussen erledigen», sagte Bürki damals in seiner Antrittsrede. Die Regel durchsetzen muss in Zukunft die zweite Vizepräsidentin Helen Glaser (SP).
Den Besuch im Rathaus, das dem Kanton gehört und der Gemeinderat quasi als Gast nutzt, hatte Claudio Bertenghi organisiert. Er zeichnet im Vorstand des Gewerbevereins für die Anlässe verantwortlich. Unterstützung holte sich Bertenghi von Vorstandskollegin Theresa Hensch.

Sie sass selber von 1999 bis 2010 für die FDP im Zürcher Stadtparlament und konnte aus dem Nähkästchen plaudern. So zum Beispiel, dass es im Gemeinderat bei Diskussionen selten um die Sache geht. «Sachlich diskutiert wird in den Kommissionen», so Hensch, die Präsidentin der Geschäftsprüfungskommission war. Sie erinnerte sich positiv an ihre Zeit in der Legislative zurück: «Man sieht ganz anders in eine Stadt hinein», erzählte Hensch. «Es hat mir Spass gemacht.»



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