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13.06.2018 Von: Karin Steiner

Zürich Nord

Die ETH präsentiert ihre Visionen


Von links: Urs Nussbaum, Mobilitätsplattform ETH, Stephan Schubert, Mitglied Verwaltungsrat und Geschäftsleitung Planpartner, Ulrich Weidmann, Vizepräsident für Personal und Ressourcen ETH, Stadtrat André Odermatt, Pia Meier, Katja Kalkstein, Projektleiterin Masterplan Campus Hönggerberg 2040. Foto: kst.

Die ETH will und muss wachsen: An zwei Infoveranstaltungen in Höngg und Affoltern stellten am Projekt Beteiligte die Vision eines künftigen Campus auf dem Hönggerberg vor. Die Quartiere hatten Gelegenheit, Fragen zu stellen und Bedenken zu äussern.

Bevor Ulrich Weidmann, Vizepräsident für Personal und Ressourcen der ETH, zu einem Streifzug durch die Geschichte der ETH einlud und den Masterplan «ETH Campus Hönggerberg 2040» vorstellte, legte Pia Meier, Präsidentin des Quartiervereins Affoltern, nochmals die Gründe für die vom QV lancierte Petition dar: Es gehe dabei keineswegs darum, die Entwicklung der ETH zu bremsen, es gehe lediglich darum, den Bau eines 80 Meter hohen Gebäudes auf der Affoltemer Seite des Campus Hönggerberg zu verhindern.

Die ETH geniesst weltweit einen guten Ruf. Das zieht immer mehr Studierende nach Zürich. Zudem treiben neue Technologien und die Digitalisierung die Forschung voran. «Wir bekommen Aufträge vom Bund, Themen zu erforschen und umzusetzen», sagte Ulrich Weidmann. Das alles führt dazu, dass das Raumbedürfnis stetig wächst. Da die ETH keinen dritten Standort in Betracht zieht und weder in der City noch auf dem Hönggerberg expandieren darf, kommt nur eine Verdichtung auf dem Hönggerberg innerhalb des vorgegebenen Rings infrage. Die Eckwerte für die weitere Planung und Entwicklung enthält der Masterplan «ETH Campus Hönggerberg 2040» (Details dazu siehe «Zürich Nord» vom 31. Mai 2018). Vorgesehen sind dabei unter anderem vier Hochhäuser.

Rechtlich verbindlicher Rahmen
Um die Vision verwirklichen zu können, müssen die Bau- und Zonenordnung der Stadt Zürich (BZO) und die städtischen Sonderbauvorschriften (SBV) angepasst werden. Letztere sind bis 31. Juli öffentlich aufgelegt. «Die SBV definieren Freiräume, Erdgeschossnutzungen, Bauzonen und Wege verbindlich», erklärte Stadtrat André Odermatt. «Der Hang zwischen ETH und Affoltern zum Beispiel war bisher ein Baubereich. Mit den neuen SBV würde er in Baubereiche und Freiräume aufgeteilt.» Die Stadt wolle die ETH in ihrer Entwicklung unterstützen. «Mein Appell an die ETH: Baut etwas architektonisch Schönes!»

Fragen und Diskussionen
Im Anschluss an die Präsentation hatten die Besucherinnen und Besucher Gelegenheit, an fünf themenbezogenen Ständen mit den Fachpersonen zu diskutieren und Fragen zu stellen. Die Themen drehten sich um das Gesamtprojekt, die Freiräume, die Innenverdichtung und die Hochhäuser, die Mobilität und die politischen Entscheidungsprozesse. Danach zogen die Vertreterinnen und Vertreter von ETH und Stadt Bilanz über die Bedenken, die geäussert wurden. «Ich habe herausgespürt, dass sich das Quartier Affoltern in den letzten Jahren nicht gut informiert fühlt», sagte Ulrich Weidmann. Bei Gesamtprojektleiterin Katja Kalkstein wurde bemängelt, dass es auf dem Campus zu wenig Angebote für das Quartier gebe. «Die in den Erdgeschossen geplanten öffentlichen Nutzungen werden zu einer hohen Aufenthaltsqualität beitragen», versprach sie. Welche konkreten Angebote das aber sein werden, müsse in Zusammenarbeit - unter anderem mit dem Quartier - erst noch entwickelt werden.

Dass der öV ganz besonders in Höngg, aber auch in Affoltern ein brennendes Thema ist, entnahm Urs Nussbaum von der Mobilitätsplattform ETH den Gesprächen. Wann der Doppelgelenkbus fahren wird, ist zurzeit offen. Die Hochhäuser gaben dagegen eher in Affoltern als in Höngg zu reden.

Auch macht der Nutzungsdruck in den Freiräumen den Leuten Sorgen. «Wir planen, verschiedene Freiräume für verschiedene Bedürfnisse zu schaffen», sagte Stephan Schubert.

Pia Meier warf der ETH mangelnde Transparenz vor und bemängelte, dass Versprechen nicht eingehalten werden. «Man hat uns zum Beispiel versprochen, das Sportzentrum nutzen zu dürfen. Aber es kam nie dazu.» Man habe auch nie Einblick in die Planung erhalten. «Wir sind bereit, Einblick in die Planung zu geben. Aber nicht in Projekte, die noch nicht sicher feststehen, sondern erst wenn die Pläne konkret werden», antwortete Ulrich Weidmann. Stadtrat André Odermatt appellierte an die Anwesenden, die aufgelegten SBV zu studieren und Einwendungen zu melden. Die Quartierverein Affoltern erwägt wegen des 80 Meter Hochhauses eine Einwendung zu machen.



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