Züriberg Zürich 2 Zürich Nord Zürich West Zürich West mit Quartierecho Küsnachter Küsnachter Amtlich
14.06.2018 Von: Toni Spitale

Küsnachter, Küsnachter Amtlich

Die Guldenen müsste «Goldenen» heissen


Freuen sich über das gemeinsame Schutzgebiet (v.l.): Martin Wyss (Gemeinderat Küsnacht), Gaudenz Schwitter (ZPP-Präsident Herrliberg), Susanne Schubiger-Münger (Gemeinderätin Küsnacht) und Marc Bohnenblust (Gemeinderat Zumikon). Foto: Toni Spitale

Bei der farbenfrohen und artenreichen Riedwiese auf der Guldenen feierte das Naturnetz Pfannenstil sein 20-jähriges Bestehen. Nebst Vertretern aus den zwölf Verbandsgemeinden war auch Regierungsrat Markus Kägi als Gast vor Ort.

Das Naturnetz ist ein Projekt der Zürcher Planungsgruppe Pfannenstil, der die zwölf Gemeinden Egg, Erlenbach, Herrliberg, Hombrechtikon, Küsnacht, Männedorf, Meilen, Oetwil am See, Stäfa, Uetikon am See, Zollikon und Zumikon mit einer Gesamtfläche von rund 100 Quadratkilometern angehören. 1998 wurde es lanciert mit dem Ziel, das Naturschutzgesamtkonzept des Kantons und die ökologische Vernetzung gemäss dem Regionalen Richtplan umzusetzen. Noch heute ist die ZPP, die vom Herrliberger Gaudenz Schwitter präsidiert wird, Trägerin dieses Projekts. In Zusammenarbeit mit lokalen Partnern wie Bauern, Förstern, Gemeinden, Naturschutzvereinen und Privatpersonen plant und realisiert das Naturnetz Projekte. Rund 400 an der Zahl wurden bis anhin ausgeführt. Unter anderem konnten 150 Hektaren Blumenwiesen angesät und 40 Weiher neu angelegt oder aufgewertet werden. Zudem wurden an überregionalen Aktionstagen mit freiwilligen Helfenden Hecken oder Obstgärten gepflanzt und Waldstücke entbuscht.
ZPP-Präsident Schwitter betonte, dass der Naturschutz nicht an der Gemeindegrenze aufhöre, sondern eine interkommunale Angelegenheit sei. Demnach würden heute 100 000 Personen vom zusammenhängenden Gebiet des Naturnetzes Pfannenstiel profitieren. Und Martin Graf vom Amt für Landschaft und Natur lobte: «Das Naturnetz hat eine sehr starke Pionierrolle im Kanton Zürich eingenommen. » Ausserdem sei das Projekt langfristig und nachhaltend.

Ein Hotspot für die Natur
Regierungsrat Markus Kägi ortete den Erfolg des Jubilars in der Zusammenarbeit mit allen Akteuren in der Region, wie er in einem Gespräch mit der Presse sagte. Sein Blick schweifte dabei über das Vorzeigeobjekt, die 2009 realisierte und seit 2013 unter Schutz stehende Riedwiese auf der Guldenen. Das rötliche Licht der Abendsonne und der stahlblaue Himmel sorgten am vergangenen Donnerstag für eine Bilderbuch- Kulisse. «Das ist ein Hotspot für die Natur», freute sich Kägi und meinte mit einem Augenzwinkern, dass man die Guldenen deswegen eigentlich in «Goldenen» umbenennen müsste.
Rolf Maurer, Landwirt aus Egg und Naturnetz-Projektleiter, hob hervor, dass die Riedwiese übrigens «freiwillig» unter Schutz gestellt werden konnte. Dieser Umstand führte er ebenfalls auf das gute Einvernehmen unter den verschiedenen Partnern und deren vollumfänglichen Einbezug in die Planung zurück.

Landschaftskanton Zürich
Mit Fokus über die Region hinaus hielt der Baudirektor weiter fest, dass der Kanton Zürich schon früh damit angefangen habe, seine Landschaften zu schützen. Dahinter sei eine ganz bestimmte Vorstellung des Kantons gestanden, so Kägi. «Er hat sich nie als reiner Stadt- und Wirtschaftskanton verstanden, wie er von aussen gerne wahrgenommen wird, sondern immer auch als Landschafts- und Landwirtschaftskanton. » Mit Blick in die Zukunft meinte das Mitglied des Regierungsrats, dass eine Expansion von Naturschutzgebieten eher unrealistisch sei. Vielmehr werde es darum gehen, die bestehenden Schutzflächen zu erhalten und aufzuwerten.

Expansion in den Siedlungsraum
Seit 2012 engagiert sich das Naturnetz auch im Siedlungsgebiet, dies, weil durch die hohe Bautätigkeit, die Verdichtung, Versiegelung und die intensive Nutzung der Druck auf den Siedlungsraum und die Landschaft stetig zunehmen. Ein naturnahes Siedlungsgebiet, so schreibt das Projektteam in einer Mitteilung, biete Lebensraum für einheimische Wildtiere, die für das gesamte Ökosystem wichtig seien.
Um die im Siedlungsgebiet tätigen Akteure zu sensibilisieren, führt das Naturnetz unter anderem Kurse für Gärtner und Strassenmeister durch, berät Privatpersonen, macht Begehungen mit Gemeindemitarbeitenden und arbeitet auch mit Gartencentern zusammen.



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