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20.06.2018 Von: Pia Meier

Zürich Nord

Warten, bis der Rechtsstreit beendet ist


Die Workshops waren gut besucht. Foto: zvg.

Die Workshops zur Neuentwicklung des Areals Grünwald sind beendet. Die befragten Beteiligten äusserten sich mehrheitlich positiv. Wann mit dem Architekturwettbewerb begonnen wird, ist wegen eines Rekursverfahrens offen.

Das Bundesgericht hat sich im 2016 gegen das Projekt «Ringling» in Höngg ausgesprochen. Im vergangenen Jahr machten die Stadt Zürich und die bisherigen Bauträgerinnen Baugenossenschaft Sonnengarten, gemeinnützige Bau- und Mietergenossenschaft GBMZ und Stiftung für Alterswohnungen mit Einbezug der Quartierbevölkerung einen Neuanfang. Ihr Ziel bleibt die Schaffung von gemeinnützigen Wohnungen und die Verbesserung der Quartierinfrastruktur im Rütihof.

Zehn Grundsätze
Rund 100 Anwohnende nahmen am Auftaktworkshop im Januar teil und gaben erste Rückmeldungen und Empfehlungen für die bauliche und stadträumliche Entwicklung ab. Diese wurden dann vom beauftragten Planungsteam (Müller Sigrist Architekten, Westpol Landschaftsarchitektur, TEAMVerkehr) weiterbearbeitet und am Vertiefungsworkshop im April den Anwohnenden präsentiert. Im Anschluss an die Präsentation erster Thesen zu den Themen Bebauung und Gebäudeanordnung, Wohnformen, Begegnungsorte, Mitwirkung, Aussenräume und Bachöffnung durchs Planungsteam vertieften die Teilnehmenden diese Thesen. Beim dritten Workshop, der vergangene Woche stattfand, wurden zehn städtebauliche und stadträumliche Grundsätze formuliert. «Diese sind wichtige Grundlagen für das Wettbewerbsprojekt», hält Stephan Bleuel, Projektleiter Amt für Städtebau, fest.

Zufriedene und kritische Stimmen
«Ich bin sehr zufrieden», lautet das Fazit von Bleuel. Er sei beeindruckt vom Engagement der Rütihofer Quartierbevölkerung. «Die Atmosphäre war immer lebendig und kreativ.» Besonders gefreut habe ihn, dass auch Jugendliche am Schlussworkshop dabei waren und sich einbringen konnten. Patrick Bolle, Leiter GZ Höngg, lobt ebenfalls den Einbezug von Kindern und Jugendlichen. «Das GZ-Höngg-Team erlebte den Mitwirkungsprozess als gutes Motiv, um mit Kindern und Jugendlichen das ‹Wohnen in Siedlungen› zu thematisieren. Durch das Erstellen von Modellen und geführte Gespräche konnten aus Sicht des GZ wertvolle Informationen an die Planungsgruppe übergeben werden. Die Vorstellungen der Kinder und Jugendliche sind in den bestehenden zehn Grundsätzen jedenfalls gut ersichtlich.» Auch die Bauträger seien sehr bemüht gewesen, Kindern und Jugendlichen eine Stimme zu geben. «Interessant wird es nun, welche Möglichkeiten für diese Altersgruppen für den nächsten Schritt eingeplant werden.»

Positiv äussert sich ebenfalls Stadtrat André Odermatt: «Alles in allem sehe ich das Projekt Grünwald auf gutem Weg.» Mit den Workshops zur Entwicklung des Grünwaldareals habe man es geschafft, die Mitwirkung nochmals neu aufzurollen und mit den übergeordneten Gestaltungsgrundsätzen konkrete Resultate zu erzielen. «Dass wir die Leute aus dem Quartier mit an Bord genommen haben, hat sich gelohnt. Es hat sich gezeigt, wie viele verschiedene Stimmen und Blickwinkel es gibt. Vor allem auch positive.» Für viele sei die Weiterentwicklung des Quartiers wichtig, und das Projekt könne viel dazu beitragen. «Aber natürlich blenden wir die kritischen Stimmen nicht aus.»

Alexander Jäger, Präsident Quartierverein Höngg, fand den Prozess speziell. «Der Einbezug war gut, aber die Vorbereitungsunterlagen waren jeweils ein bisschen spät oder gar nicht zu erhalten.» Sein Fazit lautet deshalb: «Insgesamt positiv, dass es gemacht wurde, in der Ausführung gibt es aber noch Verbesserungen.» Dass nun gewartet wird, bis der Rechtsstreit – Aufhebung der Ausnützungszuteilungen im Quartierplan – beendet ist, findet er gut. Kritisch ist Jakob Maurer, einer der Gegner des Ringling. «Der grosse Aufmarsch bei der Schlussveranstaltung hat gezeigt, dass die Stadt ernsthaft willens ist, etwas Gutes zu machen. Das sollte man grundsätzlich unterstützen.» Konkrete Aspekte wie das Strassenprojekt Geering-, Frankentaler-, Regensdorferstrasse, die Lärmschutzverordnung und das Rekursverfahren zur Ausnützung seien jedoch ausgeblendet worden. «Das heisst, man ist bei allgemeinen Aussagen steckengeblieben.» Bleuel betont: «Die Ausarbeitung eines konkreten Projekts ist Aufgabe des Architekturwettbewerbs.» Betreffend das Strassenbauprojekt gehe das Tiefbauamt davon aus, dass spätestens Ende 2019 ein rechtskräftiges Projekt vorliegt. Er ist auch zuversichtlich, dass der Wettbewerb ein Projekt hervorbringt, dass die Lärmschutzverordnung einhält.



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