Züriberg Zürich 2 Zürich Nord Zürich West Zürich West mit Quartierecho Küsnachter Küsnachter Amtlich
04.07.2018 Von: Pascal Wiederkehr & Lorenz Steinmann

Zürich 2, Züriberg, Zürich West, Zürich Nord, Küsnachter

ZKB-Seilbahn sorgt für Unmut in den Quartieren


Die ZKB hat ihr Seilbahn-Projekt in den betroffenen Quartieren vorgestellt.
Klar ist: Die «ZüriBahn» kommt lokal nicht gut an. Die Bank möchte trotzdem daran festhalten. Am Ende soll gar eine schwarze Null herausschauen.

Die anfängliche Euphorie scheint langsam der Ernüchterung zu weichen: Je mehr über die geplante Seilbahn der Zürcher Kantonalbank über den Zürichsee bekannt wird, je stärker formiert sich der Widerstand. Letzte Woche fanden in den betroffenen Quartieren Enge, Riesbach und Wollishofen Info-Veranstaltungen statt.

Erinnerung an «Landibähnli»
Doch der Reihe nach: Die ZKB plant eine Seilbahn von Wollishofen ins Seefeld. Gedacht ist sie als Jubiläumsprojekt zum 150-jährigen Bestehen, das die Bank in zwei Jahren feiert. Die 1,3 Kilometer lange Seilbahn mit 18 Gondeln und zwei 77 Meter hohen Stützen würde ab 2020 von der Blatterwiese beim Chinagarten zur Badi Mythenquai führen. Das Projekt ist an die Landibahn von 1939 und an die Seilbahn zur Gartenbau-Ausstellung (1959) angelehnt. Die beiden Bahnen waren jeweils mehrere Jahre in Betrieb. Für die «ZüriBahn» ist ein Einsatz von fünf Jahren geplant.
An den Veranstaltungen im Quartier zeigte sich schnell, dass die Anwesenden dem Projekt mehrheitlich negativ gegenüberstehen. Sorgen machen den meisten vor allem die zusätzlichen Personen, die wegen der «ZüriBahn» ins Quartier strömen könnten. Nicht wenige stören sich zudem daran, dass die Seilbahn das Panorama auf die Alpen «verschandle».
Wie der beauftragte Generalplaner Flavio De Tomasi ausführte, könnten werktags 1250 Personen pro Richtung die Bahn nutzen, am Wochenende wären es hingegen deutlich mehr, nämlich bis zu 4300 Personen. Laut De Tomasi liege die maximal zugelassene Kapazität bei 2000 Personen pro Stunde. «Aber das ist gar nicht das Ziel.» Es sei ein ganz bewusster Entscheid gewesen, dass die Auslastung nur bei 10 Prozent liege. An einem schönen Septembersonntag würden heute etwa 16 000 Menschen an die Blatterwiese kommen. Entsprechend hoch wäre das Potenzial an Passagieren. Quartiervereinspräsident Urs Frey erinnert sich noch an die Bahn von 1959: «Es war eine relativ hässliche Girlande, vor dem absolut schönsten Blick.» Das Seeufer und insbesondere die Blatterwiese seien schon heute übernutzt. Er bat die ZKB, zu sagen, «dass es ein schönes Träumli gewesen ist».
In Wollishofen war die Kritik noch deutlicher spürbar. Vor allem die Vertreter des Quartiervereins Enge erklärten, man wolle alles unternehmen, um die Bahn zu verhindern. Nicole Schönenberger, Vizepräsidentin des Quartiervereins Enge, kritisierte die ZKB, das für fünf Jahre ausgelegte Bahnprojekt sei überhaupt nicht nachhaltig. Man hoffe beim Widerstand gegen die Bahn auf die Hilfe der Zürcher Sektion des Verkehrsclubs der Schweiz (VCS), der Rekurs abgekündigt hat.
Kämpfen gegen das Projekt will auch der Verein «Pro Badi Mythenquai». Neben der Ästhetik und dem Baulärm wird der geplante Ticketpreis von bis zu 30 Franken für eine Hin- und Rückfahrt kritisiert. Man will nun eine Petition starten. Ebenso ist man schriftlich direkt an den Stadtrat gelangt mit der Bitte, die ideelle Unterstützung der Stadt für die Bahn zurückzuziehen.

Positive Umfrage
Die wenigen positiven Voten gingen in diesem Hagel an Kritik unter. Für die ZKB ist so oder so klar, dass sich die Mehrheit der Bevölkerung auf die Bahn freue. Dies würde auch eine Umfrage beweisen. 40 bis 60 Millionen Franken soll das Projekt kosten. Doch für die Bank ist die Seilbahn eine Investition: «Die 50 Millionen sollen dank den Ticketverkäufen wieder hereinkommen», so ZKB-Projektleiter Dominique Friedli. Unschön ist, dass die «ZüriBahn» nicht Teil des ZVV-Tarifsystems wäre. Immerhin plant die ZKB die Integration ins Ticketsystem der SBB. Der Gestaltungsplan soll nach aktuellem Stand im Herbst öffentlich aufgelegt werden. Ohne Rekurse wäre der Baubeginn im Sommer 2019 möglich.



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