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11.07.2018 Von: Pascal Wiederkehr

Zürich 2

Kunstklangkirche: Projekt ist beendet


Einzelne Veranstaltungen in der Kunstklangkirche waren gut besucht, andere blieben unter den Erwartungen. Foto: KunstKlangKirche, September 2016

Vor kurzem fand der letzte Anlass statt: Die Wollishofer Kunstklangkirche hat sich nicht etablieren können. Nun wurde das Projekt beendet.

Die Wollishofer «KunstKlangKirche» war 2014 aus einem Ideenwettbewerb hervorgegangen, in dem gar ein Familienhotel zur Debatte stand. Am Ende entschied sich die Reformierte Kirchgemeinde jedoch für das Projekt «KunstKlangKirche» (KKK). Es sollte in der kaum mehr genutzten Kirche Auf der Egg einen Begegnungsort mit Konzerten, Veranstaltungen und Orgelzentrum schaffen. Kritik gab es von Anfang an von verschiedenen Seiten. Da sich die Kunstklangkirche nicht selbst finanzieren konnte, war sie auf Unterstützung angewiesen, was immer wieder zu Diskussionen führte. Mit der anstehenden Fusion von 32 reformierten Zürcher Kirchgemeinden wäre der Druck wohl noch gestiegen.

Mehr Personal und mehr Mittel
Nun hat die Generalversammlung des Vereins «Kunstklangkirche Zürich» beschlossen, das Projekt im Sommer 2018 vorzeitig zu beenden. Dies ist einem Schreiben von Vereinspräsident Peter Uehlinger zu entnehmen. Vor kurzem fand die letzte Samstagsvesper statt. «Es hat sich leider gezeigt, dass aufgrund der zur Verfügung stehenden strukturellen, personellen und finanziellen Ressourcen die Projektziele nicht erreicht werden können», heisst es im Schreiben. Die inhaltlichen Ziele sollen zukünftig in das Musikkonzept der gesamtstädtischen Kirchgemeinde integriert werden.
Was sind die Gründe für das Ende? «Zürich 2» hat bei Daniel Schmid nachgefragt: Der KKK-Projektleiter sagt, es hätte «viel mehr personelle Ressourcen benötigt» als die zur Verfügung stehenden 30 Stellenprozent Projektleitung und 50 Prozent für das Sekretariat. Schmid: «Die von der KunstKlangKirche durchgeführten Thementage wurden – gemäss dem Grundkonzept – aus verschiedenen Blickwinkeln in Referaten, Workshops, Aufführungen und Podiumsgesprächen beleuchtet und diskutiert.» Jedoch brauche es für die Durchführung eines solchen Programms einer Infrastruktur, welche Verpflegung und Programm ermögliche. «Dank unbezahltem, privatem Engagement konnte beispielsweise die Verpflegung auswärts vorbereitet werden. Da die notwendige Infrastruktur vor Ort fehlt und Catering-Lösungen nicht finanziert werden können, mussten wir uns eingestehen, dass das anfänglich euphorisch angegangene Projekt so langfristig nicht umzusetzen ist», bedauert Schmid, der Kantor am Grossmünster ist.
Der Pilotbetrieb des eigenen Programms ab Dezember 2017 war gemäss Schmid ursprünglich auf zwei Jahre ausgelegt, von der Zentralkirchenpflege wurden allerdings nur Mittel für ein Jahr bewilligt. Um mit einem neuen Angebot Fuss zu fassen, benötige es aber drei bis fünf Jahre. «Dem Projekt fehlte letztlich die langfristige Perspektive.» Deshalb sei es nicht gelungen, weitere finanzielle Mittel aufzutreiben, Stiftungen und Sponsoren hätten nicht zur Mitfinanzierung bewegt werden können.

Beschränktes Publikumsinteresse
Schmid verhehlt jedoch auch das beschränkte Publikumsinteresse nicht: «Unser Budget ging je nach Veranstaltung von 100 bis 300 Besuchenden aus», sagt Schmid. Die Veranstaltungen seien nur von 20 bis 60 Personen besucht worden, das Konzert «Lüpfige Töne aus der Firstkammer» habe etwa 130 Personen angezogen.

Trotzdem ist sich Schmid sicher: «Jene Personen, welche die Veranstaltungen der KunstKlangKirche besuchten, waren stets begeistert von den Inhalten und der Qualität des Programms.» Insofern dürfe er feststellen, dass die Verantwortlichen ihr Bestes gegeben hätten. «Ich bin nach wie vor überzeugt, dass Zürich einen Ort wie die KunstKlangKirche braucht», betont Schmid. Über das verwendete Geld könne er aktuell noch keine Auskunft geben. «Eine Projektabrechnung wird erst im August 2018 zur Verfügung stehen», sagt der KKK-Projektleiter.
Und was passiert mit den Orgeln, die in der Kirche Auf der Egg stehen? Schmid: «Die beiden Hausorgeln sind Leihgaben und werden zurückgegeben. Die Kegelladenorgel gehört der Orgelbaufirma Kuhn AG in Männedorf und soll verkauft werden.»



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