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08.08.2018 Von: Pia Meier

Zürich Nord

Das «Museumshaus» von HR Giger ist wegen Neuüberbauung Thurgauerstrasse in Gefahr


Der Zodiac-Brunnen und die Modelleisenbahn im Garten des Hauses von HR Giger sind nur einige der auffälligen Kunstwerke. Foto: L. Steinmann

In Haus und Garten von HR Giger an der Grubenackerstrasse gibt es viele Werke des Künstlers, die eng an den Ort gekoppelt sind. Trotzdem zieht seine Witwe einen Wegzug in Betracht. Grund ist auch die geplante Überbauung Thurgauerstrasse.

Das hinter Bäumen versteckte Haus an der Ecke Grubenacker-/Eisfeldstrasse 1 ist vielen Seebacherinnen und Seebachern bekannt. Der Künstler HR Giger ist zwar 2014 verstorben, trotzdem ist in Haus und Garten vieles gleich geblieben wie damals. Zahlreiche Werke des Erschaffers der «Alien»-Monster sind im Garten – etwa der Zodiac-Brunnen und die legendäre Modelleisenbahn – und im Atelier des Hauses zu sehen.
Wie viele andere Anwohner an der Grubenackerstrasse wehrt sich Carmen Giger gegen die geplante Neuüberbauung des Areals Thurgauerstrasse. Sie wolle keine Häuserwand vor ihrem Haus.

Fläche vor dem Haus bleibt frei
Auf dem Areal Thurgauerstrasse sind Wohnungen, Schule, Gewerbe und Park vorgesehen. Der Parkplatz Eisfeldstrasse, direkt vor dem Haus Giger, soll aufgehoben werden. Dort ist eines der drei Hochhäuser geplant. Allerdings nicht direkt vor dem Haus Giger, sondern an der Thurgauerstrasse, wie das Hochbaudepartement der Stadt Zürich auf Anfrage darlegt: «Im südlichen Bereich des heutigen Parkplatzes Eisfeld an der Ecke Eisfeld-/ Thurgauerstrasse dürfen innerhalb der im Gestaltungsplan definierten beiden Baubereiche A1 und A2 Wohnnutzungen sowie mässig störende Dienstleistungs- und Gewerbebetriebe realisiert werden.» In diesem Teilgebiet der Neuüberbauung Thurgauerstrasse seien ein Alterszentrum sowie Alterswohnungen der Stiftung Alterswohnungen der Stadt Zürich (SAW) angedacht.

Im Quartier höchst umstritten ist die Planung eines 70 Meter hohen Hochhauses im Baubereich A1 – also direkt gegenüber dem Airgate-
Gebäude. Laut der Stadt darf aber in der direkten Nachbarschaft des HR Giger-Hauses – also dem Baubereich A2 – gemäss Gestaltungsplan und aus Rücksichtnahme zur kleinteiligen Bebauung an der Grubenackerstrasse nur maximal 11 Meter hoch gebaut werden. «Für das Umfeld der Kreuzung Eisfeld-/Grubenackerstrasse ist der Baubereich A2 gemäss Gestaltungsplan massgebend. Die Fläche vor den Gebäuden Grubenackerstrasse 1, 3 und 5 bleibt auch zukünftig frei von einer Überbauung», erklärt das Hochbaudepartement. Der Abstand des Baubereichs A2 zur Grubenackerstrasse sei zudem teilweise doppelt so gross, wie die gültige Verkehrsbaulinie eigentlich zulassen würde, das heisst, der Abstand sei grösser als notwendig.» Auch gegenüber der Eisfeldstrasse seien die Baubereiche A1 und A2 gemäss Hochbaudepartement stark zurückversetzt und es müsse «eine attraktive Vorzone mit hoher Aufenthalts- und Gestaltungsqualität geschaffen werden».

Veränderte Verkehrsführung
Für Carmen Giger ist nicht nur die mehrjährige Bauerei ein Problem. Sie befürchtet später Mehrverkehr vor ihrem Haus als Folge der Neuüberbauung Thurgauerstrasse. Gemäss Verkehrsplanung soll es nämlich nicht mehr möglich sein, von der Eisfeldstrasse in die Thurgauerstrasse zu gelangen. Der Individualverkehr würde deshalb über die Grubenackerstrasse und die Schärenmoosstrasse in die Thurgauerstrasse geleitet. Das bekannte «Museumshaus» steht somit vor einer unsicheren Zukunft. 



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