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08.08.2018 Von: Melanie Büchi

Züriberg

Defizite sollen kein Hindernis für Beruf sein


Udo Pfeil (r.) gratuliert allen Absolventinnen und Absolventen der Zürcher Eingliederung zum erfolgreichen Lehrabschluss. Foto: Melanie Büchi

Eine Anschlusslösung gibt es für jeden. Dank des Vereins der Zürcher Eingliederung haben kürzlich neun intellektuell weniger begabte Jugendliche ihren Lehrabschluss geschafft.

Der Weg in die Arbeitswelt kann für Menschen mit geistiger oder körperlicher Beeinträchtigung mühselig sein. Die Zürcher Eingliederung an der Neumünsterallee 10 sorgt für eine berufliche Perspektive und bietet Tagesstätten mit manuellen Beschäftigungsplätzen an.
Es werden Lehrlinge in Bereichen wie Schreinern, Nähen, Betriebsunterhalt etc. ausgebildet. Die Wahl der Berufsrichtung wird nach den entsprechenden Kompetenzen der Auszubildenden getroffen und an persönliche Anliegen angepasst. Laut Vereinssekretärin Marlis Stierli bemüht sich der Verein stets um eine individuelle Lösung. Anhand einer Abschlussarbeit werden Leistungsfähigkeit und Fachwissen geprüft. Das Programm umfasst auch künstlerische und physische Aktivitäten für die geistige Förderung. Bei der Abschlussfeier empfing der Betriebsleiter der Werkstätten, Udo Pfeil, die Gäste mit einer herzlichen Begrüssung. Am Anlass herrschte eine einladende Atmosphäre und die Zusammengehörigkeit der Anwesenden war spürbar. Die Absolventen unterhielten das Publikum mit einem musikalischen Auftakt, bevor sie einzeln nach vorne traten und leidenschaftlich ihre Tätigkeiten mit einer prägnanten Power- Point-Präsentation illustrierten. Ein Schreinerpraktiker erzählte mit Begeisterung von den Holzkisten und Schubladen, die er während seiner Lehrzeit sorgfältig angefertigt hatte. «Ich bin stolz darauf», wiederholte er mehrmals.

Anschlusslösungen vorhanden
Obwohl sie keine grossen Sprecher sind, meisterten die neun Lehrabsolventinnen und -absolventen ihre Präsentationen praktisch ohne Hilfe. «Es ist für viele eine grosse Herausforderung, sich auszudrücken, besonders vor einem Publikum», meinte Pfeil. Holzkisten, Kerzen und Kochschürzen sind nur einige Produkte, die ausgestellt und bewundert wurden. Nach einem warmen Applaus des Publikums übergaben die Ausbildungsverantwortlichen den Lehrlingen ihre Abschlusszeugnisse als Beleg für die errungenen Kompetenzen.
Der Verein sorgt nun nach dem Abschluss auch für feste Arbeitsplätze in Zusammenarbeit mit eigenen Betrieben wie der Holzofenbäckerei und dem Reformhaus Vier Linden, wo die jungen Menschen nach der Lehre die Möglichkeit haben, das Gelernte einzusetzen. Es sind auch Arbeitsplätze in Werkstätten verfügbar. Die Herstellung von Etiketten oder Kerzen sowie das Verpacken von Waren sind wichtige Grundlagen und ein Bedarf verschiedener Konzerne. So gelangen selbst hergestellte oder verpackte Produkte beispielsweise bei der Migros in den Verkauf. Die Zürcher Eingliederung wird vom Bundesamt für Sozialversicherung (IV) und dem kantonalen Sozialamt anerkannt. Menschen mit einer Behinderung sind demnach berechtigt, eine Ausbildung abzuschliessen und in einem Arbeitsumfeld praktisch mitzuwirken.



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