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09.08.2018 Von: Elsbeth Stucky

Küsnachter, Küsnachter Amtlich

«Political Correctness kann zum Problem werden»


Ingrid Deltenre dankt der älteren Generation für ihren Einsatz im Berufsleben. Foto: Elsbeth Stucky

Ingrid Deltenre hielt die 1.-August-Ansprache in Zollikon – das grad zweimal. Die frühere SRFDirektorin sprach über politische Korrektheit und warnte vor Augenwischerei.

Heimleiter Nebojsa Racic blickt kritisch gen Himmel. Erste Wolken zeigen sich, Regen soll es geben. An den hübsch dekorierten Tischen im Garten des Wohn- und Pflegezentrums Blumenrain in Zollikon sind alle Plätze eingenommen. Bewohnerinnen und Bewohner sitzen beim Apéro mit ihren Angehörigen und trotzen unter Sonnenschirmen der bleiernen Hitze. Der offizielle Festakt wird am frühen Abend übergehen in einen Grillplausch.

Bedrohung von innen
Als Festrednerin steht Ingrid Deltenre auf dem Programm. Als frühere SRF-Direktorin ist die Zollikerin eine bekannte Persönlichkeit. Angekündigt wird sie von Gemeinderat Martin Hirs (SVP). Er zählt die Karriereschritte dieser Ausnahmefrau, wie er sagt, auf. Unter anderem war sie Generaldirektorin der Europäischen Rundfunkunion und hat heute im Inund Ausland mehrere Verwaltungsratsmandate inne. Ihre Rede wird sie zweimal halten. Am späten Abend auch auf der Allmend. «Vor 727 Jahren sah sich das Land mit Gefahren von aussen konfrontiert.» Das habe sich grundlegend geändert. Elegant spannt Deltenre den Bogen von der Gründungszeit der Schweiz zum Heute und sagt: «Heute kommt die Gefahr von innen.» Die Gäste horchen gespannt. Als Bedrohung von innen bezeichnet Deltenre die politische Korrektheit. «Political Correctness » von der sie sagt, dass sie unsere direkte Demokratie gefährde und Augenwischerei sei wie in der Schulpolitik. Ein Thema sei auch die Migrationspolitik. «Man darf nur noch eine politische Meinung vertreten und äussern, wenn sie niemandem wehtut und niemand infrage stellt.» Es sei ihr wichtig, richtig verstanden zu werden, und sie betont nicht nur einmal: «Ich bin für eine grosszügige Politik gegenüber allen Verfolgten.»

Ehre der älteren Generation
Aber im Gegenzug erwarte sie auch, dass sie sich den Regeln unseres Landes anpassen. «Es muss so sein, dass sie sich uns anpassen und nicht wir ihnen. Aber genau so etwas darf man heute eigentlich nicht mehr sagen. »
Eine Aussage, die vom Publikum mit einem Zwischenapplaus quittiert wird. Es liege in der Tradition der Schweiz, offen darüber zu reden, wenn ersichtlich werde, dass die Migrationspolitik auch Probleme mit sich bringt.
Abschliessend bedankte sich die Festrednerin herzlich bei den Bewohnern des Blumenrains. «Dank eurem Einsatz im Berufsleben können wir jüngeren Generationen das Leben geniessen. Möget ihr gesund bleiben und die Früchte eurer Arbeit noch lang ernten.» Der offizielle Teil des Fests findet mit dem Singen des Schweizerpsalms, unterstützt vom Ländlerquintett Berna-Grischa, ein Ende.



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