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22.08.2018 Von: David Herter

Zürich 2

Nachbarn wehren sich gegen Mobilfunkantenne


Antennen-Standorte sind oft umstritten und Gegenstand von Verfahren. (Symbolbild: dh.)

An der Rossbergstrasse in der Enge plant Salt, eine Antenne zu betreiben. Nachbarn gehen rechtlich dagegen vor und planen auch eine Petition.

In 750 Briefkästen in der Enge und in Wollishofen lag kürzlich ein Flugblatt. Eingeworfen wurde es von Nachbarinnen und Nachbarn der Liegenschaft an der Rossbergstrasse 26/28. Auf dem Flugblatt sind die Möglichkeiten aufgelistet, mit denen sich die Angeschriebenen gegen eine auf der Liegenschaft geplante Antenne des Mobilfunkbetreibers Salt zur Wehr setzen können.

Für die Versorgung des Quartiers gebe es schon genügend Mobilfunkantennen-Standorte, sagt Martin Grueber. «Von den Betroffenen klagt jedenfalls keiner über mangelnde Mobilfunkanbindung.» Grueber ist einer der Nachbarn, die rechtlich gegen die Antenne vorgehen wollen. Er vermutet, dass das Funknetz von Salt Schwächen hat, entlang der nahen Autobahn A4 und der Standort an der Rossbergstrasse diese Lücke stopfen helfen soll.

«Die neue Antenne ist primär für das Quartier bestimmt», sagt hingegen Salt-Mediensprecherin Viola Lebel. Die Antenne verbessere die Versorgung in Gebäuden und ermögliche «eine gute Surfgeschwindigkeit». In dem Gebiet um den Standort an der Rossbergstrasse 26/28 betreibe Salt bisher keine Antenne, sagt Lebel. «Die nächste ist mehr als 700 Meter entfernt.» Vom Widerstand im Quartier habe Salt Kenntnis. Das Unternehmen wolle für seine Kunden eine gute Netzabdeckung sicherstellen und halte sich an alle Vorschriften.

Pensionskasse verteidigt sich
Gebaut werden soll die Antenne auf einem Gebäude mit 14 Wohnungen, das der Pensionskasse Profond gehört. Der Pensionskasse und Salt werfen die Nachbarn vor, die Bauausschreibung für die Antenne extra in die Sommerferien gelegt zu haben, damit möglichst wenige Berechtigte den Bauentscheid verlangen. Die Frist dafür endet heute Donnerstag.

Die Pensionskasse weist den Vorwurf «entschieden» zurück. Der Zeitpunkt der Veröffentlichung sei Folge umfangreicher interner und externer Abklärungen, teilt die Pensionskasse auf Anfrage mit. «Profond hat grossen Einfluss genommen auf das Projekt». Auch darum komme eine sogenannte Kompaktantenne zum Einsatz, die «optisch» weniger auffalle. «Bei ihren Investitionsentscheiden berücksichtigt Profond nicht nur finanzielle Kriterien, sondern auch gesellschaftliche Interessen», hält die Pensionskasse fest. Mit der Antenne an der Rossbergstrasse leiste Profond einen Beitrag an eine funktionierende Mobilfunkabdeckung in der Schweiz.

Um den Druck auf die Pensionskasse und Salt hochzuhalten, planen die Nachbarn eine Petition zu lancieren. Auch wer Abonnement von Salt sei, könne gegen die Antenne vorgehen, heisst es in ihrem Flugblatt. Für Kunden von Salt mache es «unter Umständen» Sinn, der Firma klarzumachen, dass für sie «kein weiteres Produkt» von Salt infrage komme, wenn die Antenne realisiert werde.

Eine Mobilfunkantenne abzulehnen, von der man als Kunde selbst profitiert, widerspricht sich laut Grueber nicht unbedingt. Die vorhandenen Kapazitäten von Salt reichten aus, um das Quartier mit Mobilfunk zu versorgen. «Dafür ist keine weitere Antenne notwendig.»



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