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23.08.2018 Von: Elsbeth Stucky

Küsnachter, Küsnachter Amtlich

Küsnachts Gärtner suchen Familien


Denise Pauli ist Präsidentin des Vereins der Gartenfreunde Küsnacht.

Denise Pauli ist Präsidentin des Vereins der Gartenfreunde Küsnacht und schaut in den Gartenanlagen Allmend und Eichelacker mit ihrem Team nach dem Rechten.

Die Gartenanlage Allmend liegt nah beim Waldrand gegenüber dem Tennisplatz. Ein angenehm schattiger Ort früh morgens. Und bereits sind einige Gärtnerinnen und Gärtner am Werken. Eine Gartenparzelle umfasst eine Fläche von zwei Aaren – das gibt Arbeit und ist zeitintensiv.
Das werde manchmal unterschätzt. Denise Pauli weiss, wovon sie spricht. Seit 22 Jahren bewirtschaftet sie eine Parzelle hier. Und als Präsidentin des Vereins der Gartenfreunde Küsnacht verwaltet sie auch die Anlage im Eichelacker mit ihrem Team.

Pächter haben freie Hand
In der Bepflanzung und Gestaltung des Gartens haben die Pächter freie Hand. Doch ordentlich bewirtschaftet müssen die Gärten schon sein, erklärt Pauli. Als Präsidentin ist sie Ansprechperson für die Vermietungen der Parzellen. Ihr zur Seite der Vorstand und die Gartenordner. «Wir sind ein Superteam», so Pauli, «alle helfen mit, wenn Not am Mann ist.» Die Gartenordner sind die erste Anlaufstelle, erklärt die Präsidentin, sie schauen, dass Verordnungen eingehalten werden und generell zum Rechten. Nur zu schnell verwildere alles und die angrenzenden Pächter hätten keine Freude am Unkraut, das sich nicht an Grenzen hält.
Wie vielfältig und kreativ so ein Garten angelegt werden kann, zeigt sich beim Rundgang mit der sportlich durch die Wege schreitenden 54-Jährigen. Ein Obstliebhaber setzt auf Obstbäume, ein anderer bevorzugt Tomaten in Reinkultur, und dazwischen ranken sich Patisson. Es gibt sie auch, die traditionellen Gemüsegärten und bunten Blumenbeete. Grille und hübsch überwachsene Sitzplätze zeugen von Geselligkeit. In einem wahren Bijou, vermutlich über Jahrzehnte gewachsen, wird ein Plausch unter Freunden abgehalten. Dabei auch Martina Steiner, ein ehemaliges Gründungsmitglied. «Selber habe ich keinen Garten mehr. Ich helfe aus beim Stangenbohnen-Ablesen. » Und sie erzählt amüsiert, wie einst im «Ochsen» der Verein gegründet wurde. Und Präsidentin Pauli weiss um das genaue Jahr, denn heuer hätten sie die 44. Jahresversammlung abgehalten.

Familien willkommen
Die Überalterung bringt es mit sich, dass laufend Parzellen frei werden, weil die Arbeit für die in die Jahre gekommenen Gärtnerinnen und Gärtner zu anstrengend wird. Schön wäre, sagt die Präsidentin, wenn vermehrt Jungfamilien nachkommen würden. Ihre Tochter habe das Herumtollen im Garten immer genossen. Doch nicht nur idyllisch gehe es zu und her, manchmal sei die Gartenanlage Schauplatz von «Krimianekdoten » erzählt Pauli. Der Zaun hält Diebe nicht ab und der Präsidentin wurden Birnen vom Baum gestohlen. Und ab und zu drängen sich kleine Vierbeiner, wie der Fuchs, durch Zaunlücken, um Kirschen zu stibitzen.

Klare Regeln
Die Gemeinde stellt das Land inklusive der genormten Gartenhäuschen zur Verfügung. Man dürfe schon eine mobile Pergola, die den Vorschriften entspricht, anbauen. Doch gebe man den Garten auf, müsse der Urzustand hergestellt werden. Übernimmt der neue Mieter Pflanzen, Grill oder Pergola vom Vormieter, wird das schriftlich festgehalten. Denn, sagt Pauli vielsagend: «Wir haben da so Erfahrungen gemacht.» Die Regeln sind zwar festgeschrieben, doch manchmal würden sie vergessen. Zum Beispiel dürfe nicht mit dem Schlauch gewässert werden. Denn alle zahlen solidarisch an den Wasserverbrauch. Und Wassertonnen stehen bereit zum Wässern.
Das Gelände ist weitläufig und in zwei Sektoren unterteilt. Nur Pächter mit eigenem Schlüssel haben Einlass. Ein jüngeres Paar, noch Neulinge, wie sie sagen, im zweiten Gartenjahr, betreiben biologischen Anbau und erklären ihr ausgeklügeltes Kompostsystem. Beim Zick-Zack-Gang zurück zum Ausgangspunkt über verzweigte Wege ruft ein Mann nach Frau Pauli. «Ich hätte dann noch ein Anliegen, wenn Sie Zeit haben.» Ob er mit auf die Foto wolle? «Ja gerne, es ist mir eine Ehre. Ich heisse Franco.» Francos Maisstauden stehen hoch, und stolz ist er auf seine Prachtexemplare von Kürbissen. Sein Rezept: Mist.



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