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05.09.2018 Von: Karin Steiner

Zürich Nord

Als Unterstrass dank Wipkingen wuchs


Der Bucheggplatz um 1960, noch ohne «Spinne». Foto: Baugeschichtl. Archiv

Auch der dritte Teil des Grenzumgangs mit dem Quartierverein Unterstrass unter der Leitung von Nicola Behrens war sehr gut besucht. Er führte vom Krematorium Nordheim zum Central.

Die grosse Gruppe startete ihre Tour an der Käferholzstrasse, die ursprünglich Poststrasse hiess. Den Waldrand entlang, wo heute die grossen Guggach-Überbauungen in die Höhe ragen, lagen einst prächtige Schrebergarten-Anlagen. «Der damalige Vorsteher des Tiefbauamts und spätere Stadtpräsident Emil Klöti (1877–1956) wollte nicht, dass die Wohnzone bis zum Wald reicht, und liess deshalb die Gärten bauen», sagte Nicola Behrens.

Grenzen neu definiert
Kurz vor dem Bucheggplatz trifft man auf zwei alte Transformatorengebäude, in denen einst der Strom aus dem Kraftwerk Beznau von 25 000 auf 6000 Volt umgewandelt wurde. Das turmartige Gebäude, in dem seit 2011 das Bier Hirnibräu gebraut wird, stammt aus dem Jahr 1920, das ältere, leer stehende aus dem Jahr 1904. «Ich habe nicht in Erfahrung bringen können, was die Stadt damit vorhat», so Behrens.

Bei der 2. Stadterweiterung 1934 wurden unter anderem Albisrieden, Altstetten und Höngg in die Stadt eingemeindet. Diese drei Gemeinden sollten zusammen den neuen Stadtkreis 9 bilden. Da jedoch zwischen Altstetten und Höngg eine alte, tiefe Feindschaft bestand, war dies nicht möglich. So beschloss man, Höngg und Wipkingen zusammenzuschliessen. Nach Vollendung der Kornhausstrasse und -brücke wurde die Grenze zwischen Unterstrass und Wipkingen der Strasse entlang neu gelegt. Bei dieser Gelegenheit wurde auch der Bucheggplatz Unterstrass zugeteilt. «Hat Unterstrass im Raum Oerlikon Land verloren, so wurde hier wieder Land gewonnen», sagte Nicola Behrens schmunzelnd.

Land an Unterstrass abgeben musste Wipkingen auch im Bereich der Rötelstrasse, welche heute die beiden Quartiere trennt. Viele in Unterstrass gelegene Strassen erinnern daran, dass hier früher Wipkinger hausten, zum Beispiel der Fürst- und der Laubi-Weg, benannt nach alten Wipkinger Geschlechtern, oder die Rütschistrasse, benannt nach dem Politiker und Seidenindustriellen Salomon Rütschi-Bleuler. Auch das Gymnasium Unterstrass stand einst auf Wipkinger Boden.

Weiter ging die Grenzwanderung die Kornhausstrasse hinunter. Von der Schaffhauserstrasse her kommend floss hier im 19. Jahrhundert der Lindenbach zur Limmat hinunter. Der Bach soll fürchterlich gestunken haben, da Fäkalien und Gerberei-Abfälle darin entsorgt wurden. In den 1890er-Jahren wurde der Bach zugedeckt. Entlang dem Letten-Kanal gelangte die Gruppe zum Central. Von da aus ging es mit dem Tram weiter zur Röslischüür, wo ein Apéro auf die Gruppe wartete.



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