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05.09.2018 Von: Lorenz Steinmann

Zürich 2, Züriberg, Zürich Nord, Zürich West

Zürich will bis zu vier Millionen für Rad-WM ausgeben


Emotionale Aushängeschilder der geplanten WM im Strassenradsport sollen auch Ferdy Kübler (l.) und Hugo Koblet sein. Foto: Comet-Foto/ETH-Archiv

Zürich hat gute Chancen, Veranstalter der Rad-Weltmeisterschaften von 2023 oder 2024 zu werden. Vorerst muss der Gemeinderat aber drei bis vier Millionen Franken sprechen. Als Strecke könnte jene der früheren «Züri-Metzgete» reaktiviert werden.

Die Stadt Zürich will 2023 oder 2024 die Strassenweltmeisterschaften im Radsport organisieren. In einem der beiden Jahre könnte die Schweiz nach Mendrisio 2009 wieder einmal zum Handkuss kommen. Auf Anfrage bestätigt Lukas Wigger vom Präsidialdepartement, dass man «die Kandidatur für die Rad-WM in enger Zusammenarbeit mit dem Kanton Zürich weiter vorangetrieben habe». Und: «Der Stadtrat wird dem Gemeinderat demnächst die Beiträge der Stadt Zürich für den Fall eines Zuschlags als Austragungsort beantragen.» Es geht laut Wigger um eine Summe von drei bis vier Millionen, zuzüglich Einnahmeverzichte. Bei der möglichen Streckenführung gibt sich die Stadt noch vage. «Sie wird in Abstimmung mit dem Kanton und Swiss Cycling erfolgen», so Wigger. Möglich wäre, die legendäre Strecke der «Züri-Metzgete» zu aktivieren, mit den Aufstiegen am «Regensberger» oder bei der Forch. Offen ist zudem, ob Start und Ziel an der Bellerive-Strasse wie bei den letzten Austragungen der «Züri-Metzgete» (bis 2006) liegen könnten oder in Oerlikon mit möglicher Zielankunft auf der offenen Rennbahn Oerlikon. Das wäre eine Reminiszenz an die Zielankunft des Radsportmonuments Paris-Roubaix im Velodrom von Roubaix. Für den Start- und Zielort Bellerive-Strasse würde sprechen, dass bis 2023 die 65 Millionen kostende Sanierung abgeschlossen wäre; für die Rennbahn, dass sie ebenfalls bis 2023 nach einer Gesamt-Sanierung in neuem Glanz erstrahlen wird.

Auch für Velo-Gümmeler
So oder so heisst es von der Stadt Zürich, dass man mit der Organisation einer Rad-WM in Zürich die grosse Radsport-Tradition fortschreiben will. Wigger: «Zu einer Rad-WM gehören die weltbesten Profi-Fahrerinnen und Profi-Fahrer ebenso wie die Rennen für den Jugend- und den Breitensport. Eine Rad-WM in Zürich soll ein eigentliches Velo-Fest werden.» Hat die Schweiz denn überhaupt Chancen, die Rad-WM 2023 oder 2024 zu organisieren? Markus Pfisterer, Geschäftsführer von Swiss Cycling, ist optimistisch. «Wir werden ein Super-Dossier einreichen und sind überzeugt, den Zuschlag zu erhalten», sagt er gegenüber der Lokalinfo. Dabei soll die WM Katalysator sein für die Veloförderung, ein Impuls für den Gebrauch des Velos auch im Alltag. Dazu gehöre die Organisation eines Breitensportanlasses. In Zürich würde also die frühere «Volks-Metzgete», ein Velorennen für mehrere 1000 Hobby-Gümmeler, wieder auferstehen.
Vorerst gilt es aber für Zürich, die beiden nationalen Mitbewerber auszustechen. Denn auch Bern und Martigny sind daran, bis Ende Jahr bei Swiss-Cycling ein Dossier einzureichen. Markus Pfisterer will sich nicht dazu äussern, wem sein Verband den Vorzug zuhanden des Internationalen Radsportverbands UCI geben will. Nur so viel: «Eine WM in Zürich würde einen besonderen Impuls setzen.» Für Bern spricht, dass man in den vergangenen Jahren sehr erfolgreich Tour-de-Suisse-Etappen und eine Tour-de-France-Etappe organisierte. Für Martigny, dass die UCI ihren Hauptsitz im benachbarten Aigle hat.

Europameister Marc Hirschi
Der Publikumserfolg an einer Heim-WM steht und fällt mit dem Erfolg der einheimischen Fahrer. Wie steht es um unseren Nachwuchs? Gibt es spezielle Förderprogramme, damit die Schweiz 2023 oder 2024 reüssiert? Pfisterer: «Entsprechende Programme sind in der Pipeline. Zudem erzielen unsere Nachwuchsfahrer momentan grosse Erfolge.» So stelle die Schweiz mit Marc Hirschi den U23-Europameister. Bei den aktuellen Radprofis könnten an der Heim-WM am ehesten Tom Bohli, Kilian Frankiny und Stefan Küng für Spitzenplätze sorgen. Sie sind alle 24-jährig.
Die Rad-WM in Zürich würde bedeuten: Zwölf Rennen an acht Tagen, an denen rund 1000 Profis sowie mindestens 3000 Hobbysportler teilnehmen. Swiss Cycling rechnet mit bis 700 000 Besuchern und 300 Millionen TV-Zuschauern in 150 Ländern. Zudem wären mit 110 000 bis 160 000 zusätzlichen Logiernächten im Grossraum Zürich zu rechnen. Die Rad-WM findet jährlich jeweils Ende September statt.

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Es wäre die 4. Rad-WM in Zürich

Eine Rad-WM auf der Strasse fand bislang dreimal in Zürich statt: 1923, 1929 und 1946. Dank der offenen Rennbahn, dem Hallenstadion mit den 6-Tage-Rennen und der fast 100-jährigen Tradition des Weltcuprennens «Züri-Metzgete» wäre Zürich prädestiniert für eine weitere Austragung. Zudem stammen mit Hugo Koblet und Ferdy Kübler zwei Tour-de-France-Sieger aus dem Raum Zürich. Kübler wurde zudem 1951 in Varese Strassenweltmeister. (ls.)



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