Züriberg Zürich 2 Zürich Nord Zürich West Zürich West mit Quartierecho Küsnachter Küsnachter Amtlich
13.09.2018
Küsnachter, Küsnachter Amtlich

«Pflästerlis wären reine Geldverschwendung»


Mangels Pächter: Die Gemeinde übernimmt temporär den Saalbetrieb im Erlibacherhof, damit Vereine diesen weiterhin nutzen können. Foto: Toni Spitale

Der Erlibacherhof ist in einem sehr schlechten baulichen Zustand. Abbruch oder Weiterbestand? Über die weitere Zukunft des Erlenbacher Landgasthofs soll letztlich die Gemeindeversammlung entscheiden.

Der Wortlaut der jüngsten Medienmitteilung aus dem Erlenbacher Gemeindehaus beginnt dramatisch: «Der Erlibacherhof präsentiert sich in einem sehr schlechten baulichen Zustand, lediglich der Rohbau macht substanziell noch einen passablen Eindruck; für einen privaten Investor wäre der Landgasthof mit Saal ein Abbruchobjekt», schreibt der Gemeinderat.
Und damit noch nicht genug: Bekannterweise verlässt der jetzige Pächter den Erlibacherhof Ende September. Trotz intensiven Anstrengungen unter Beizug von Fachleuchten ist es dem Gemeinderat bis heute noch nicht gelungen, eine Nachfolgelösung zu finden.

50 Reservationen liegen vor
Fakt ist: Ab dem 24. September wird im Erlibacherhof, zumindest vorläufig, nicht mehr gewirtet. Für den Saal würden bis im nächsten Jahr bereits rund 50 Reservationen bestehen, wie es in der Mitteilung weiter heisst. Diese wolle man möglichst halten können. Demzufolge wird die Gemeinde temporär den Saalbetrieb übernehmen und dessen Nutzung sichern. Nicht mehr zur Verfügung stehen werden jedoch das Hotel sowie das Restaurant samt Küche. Ist eine Bewirtung gewünscht, so müsste diese von den Saalnutzern durch ein Catering selber organisiert werden.

Sanierung auf Zeit
Der Gemeinderat hat alle Möglichkeiten geprüft und ist zum Schluss gekommen, dass als einzige «vernünftige Varianten» der Abbruch mit einem späteren Ersatzbau oder die Sanierung des Restaurants und Saals für eine Betriebsdauer von mindestens zehn weiteren Jahren verblieben. Beide Möglichkeiten sollen den Stimmberechtigten raschmöglichst an der Gemeindeversammlung in einer sogenannten Variantenabstimmung vorgelegt werden, wobei der Gemeinderat die letztere Variante bevorzugt.
Dass der Erlibacherhof seine Lebenszeit erreicht hat, ist längstens bekannt, und so hatten denn auch die seit 2006 getätigten Investitionen und Unterhaltsarbeiten nur noch teilweise werterhaltenden Charakter, wie die Behörde feststellt. Nicht zuletzt deshalb liess der Gemeinderat vor zwei Jahren über das Gebiet «Erlenbach Süd» eine Testplanung vornehmen, dies unter anderem mit dem Ziel, auf dem Areal des Erlibacherhofs eine neue, zeitgemässe Überbauung mit Dorfsaal zu realisieren.

Kein Weiterbetrieb des Hotels
Es wäre reine Geldverschwendung, die Gebäulichkeiten mit weiteren «Pflästerlis» einigermassen am Leben zu erhalten, hält die Behörde fest. Bei der Sanierungsvariante bestünde spätestens in zehn Jahren Klarheit über die Zukunft des Areals und es würde dann auch ein ausführungsreifes Ersatzprojekt vorliegen. Gleichzeitig stünden der Gemeinde und insbesondere den Dorfvereinen aber weiterhin ein Saal wie auch ein Restaurant zur Verfügung. Letzteres zu führen sei zwar keine Gemeindeaufgabe, aber es würde doch sehr geschätzt und auch genutzt, ist sich der Gemeinderat sicher. Noch wichtiger erscheint ihm aber der Saal: «Für ein lebendiges Dorf und ein intaktes Vereinsleben kommt dem Saal eine wichtige Aufgabe zu. Sein plötzliches Fehlen dürfte negative Auswirkungen haben.» Bei der Variante Sanierung müsste das Restaurant für mindestens ein Jahr geschlossen werden und der Saal würde während rund eines halben Jahres nicht zur Verfügung stehen.
Auf einen Weiterbetrieb des Hotels will der Gemeinderat in jedem Fall verzichten. Dieser Gebäudeteil soll entweder abgebrochen oder mit möglichst geringen finanziellen Mitteln derart «ruhiggestellt» werden, dass er ohne künftige Folgekosten stehen gelassen werden kann.

Abbruch wäre günstiger
Die «Radikalvariante Abbruch» wäre wirtschaftlich gesehen für die Gemeinde die günstigere Lösung. Zumindest vorübergehend liessen sich dort durch die Schaffung eines bewirtschafteten Parkplatzes sogar geringfügige Einnahmen für die Gemeindekasse generieren. Demgegenüber steht aber die Tatsache, dass über viele Jahre kein Saal und auch kein Restaurant in unmittelbarer Nähe zur Kirche mehr zur Verfügung stünden. Zudem sind Saalalternativen in Erlenbach nur sehr eingeschränkt vorhanden.
Ein Abbruch des Erlibacherhofs würde aber nicht automatisch Verzicht auf einen Dorfsaal bedeuten, betont der Gemeinderat. (ks.)



Anzeigen

Galerien

Aktuelle Ausgaben

Züriberg vom 15. November 2018
Zürich 2 vom 15. November 2018
Zürich Nord vom 15. November 2018
Zürich West vom 15. November 2018
Küsnachter vom 15. November 2018
Küsnachter Amtlich vom 15. November 2018

Sonderzeitungen

Ausstellungsführer Neuer Norden 2018
Neuer Norden 2018
Abenteuer Stadt Natur 2018
Tonhalle
Literaturforum booXkey
Partnerpublikation der Lokalinfo AG
Stadt-Anzeiger Glattfelder Kilchberger Klotener Anzeiger