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20.09.2018
Küsnachter, Küsnachter Amtlich

Ängstliche Helden in der Natur


Die Kunstausstellung im Tobel stösst auf grosse Bewunderung. Foto: zvg

Gewöhnlich sind Bilder in einer Galerie oder einem Museum zu bewundern. Bis Samstag, 22. September, hängen 20 Werke mit dem Antlitz verschiedener Menschen über den Staufstufen des Küsnachter Dorfbachs.

Die Ausstellung im Küsnachter Tobel ist so unerwartet wie ungewöhnlich: Mehr als einmal fiel anlässlich der Vernissage vom vergangenen Samstag die Bemerkung: «So etwas habe ich noch nie gesehen.» – «Warum haben Sie Helden porträtiert?», fragen Wanderer die französische Künstlerin «Nat» Nathalie Bopp. Sie wolle darauf aufmerksam machen, dass der Schutz der Umwelt, der Natur und der Ressourcen eine Haltung verlange, die gewöhnlich Helden zugesprochen werde, antwortete die derzeit in der Nähe von München am Starnberger See lebende Künstlerin.

Zwei Tange lang installiert
«Aber manche Helden sehen aus, als hätten sie Angst», bemerkten einige Betrachter. Dazu Nat: «Helden sind normale Menschen, die alle möglichen Emotionen verspüren. Zugleich sind Helden Beschützer, deren Kraft Angst machen kann.» Im Gespräch zeigte sich die Initiatorin der Ausstellung «Der Wildbach und der Mensch» überzeugt: Jeder könne ein Held sein und sei es in gewisser Weise auch. So gesehen seien die Heldenporträts ein Spiegel für jeden Betrachter. Zugleich würden sie den Blick des Betrachters auf die Natur lenken, in der sie hängen.
An einem Baum hat Nat ein Stück Leinwand gehängt, auf das sie den Satz «Helden regenerieren sich in der Natur, die Natur braucht Helden, die sie schützen» geschrieben hat. Damit sei der Kern der Botschaft klar.
Nachdem ein anderer Betrachter ein Bild ums andere bewundert hat, stellt er fest, dass das Aufhängen der Bilder viel Arbeit gewesen sein muss. Nat und ihre drei Helfer haben insgesamt zwei Tage an der Installation gearbeitet, wie sie auf Anfrage bestätigen. Die Natur sei keine Galerie, mit Bilderleisten an der Decke.
Bei jedem Bild habe das Team entscheiden müssen, welche beiden Bäumen, welche die Natur nach ihren Launen zur Verfügung gestellt habe, sich für die Befestigung eignen würden. Leicht zugänglich, so räumt die Künstlerin ein, seien die richtigen Bäume nicht immer.

Ein Symbol für die Realität
Bei der Installation habe sie sich für Einfachheit entschieden. Zwischen den Bäumen sind Hanfseile gespannt, an denen die Bilder hängen. Schnüre spannen die Bilder, und kleine Stoffsäcke, mit Splitt gefüllt, halten sie in der richtigen Position. «Einzig die Spanngurte sind ein Zugeständnis an moderne Technologie», meint Nat.
Die Installation ist noch bis kommenden Samstag, 22. September, zu sehen. Am Abend des gleichen Tages werde sie noch abgebaut, wie die Künstlerin erklärt. Über den enormen Aufwand für eine solch kurze Ausstellungsdauer wundern sich die Besucherinnen und Besucher. Aber gerade darum geht es der Künstlerin auch: «Die Kurzlebigkeit der Installation symbolisiert die Realität der Vergänglichkeit, die der Natur ihre Kraft und Vitalität verleiht.» (ks.)



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