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26.09.2018
Zürich West

Stadt prüft ihr Verhältnis mit den Quartiervereinen


Bereits 2015 bei der Einweihung des Pfingstweidparks arbeitete die Stadt mit der Interessengemeinschaft Hardturmquartier zusammen statt mit dem Quartierverein Zürich 5 Industriequartier. Archivfoto: mai.

Die Stadt will ihre Kontakte mit der Bevölkerung nicht mehr alleine über die Quartiervereine bündeln. Diese reagieren skeptisch. 

David Herter, Thomas Hoffmann

Die Stadt gleist ihre Kontakte mit der Bevölkerung neu auf. Nicht mehr alleine die 25 Quartiervereine sollen Zürcherinnen und Zürcher mit der Verwaltung verbinden. Die Stadt will auch «quartiervereinsähnliche» Organisationen dazuholen, wie sie vergangene Woche mitteilte. Die neuen Rollen werden in einem «transparenten Mitwirkungsverfahren» verteilt, das im Herbst 2019 abgeschlossen sein soll. Dabei geht es auch um die Frage, wer für die Arbeit als Vermittler zur Bevölkerung künftig Geld erhält. Heute bezahlt die Stadt den Quartiervereinen jährlich 330 000 Franken.

«Ohne besondere Begeisterung»

Die Dachorganisation der Quartiervereine reagierte zurückhaltend. Die Quartiervereine seien «bestens gerüstet», die Herausforderungen einer sich verändernden Stadt wahrzunehmen, teilte die Quartierkonferenz mit. Man sei «selbstverständlich bereit», bei der Suche nach neuen Lösungen mitzuwirken, «aber nicht mit besonderer Begeisterung». Der Aufwand sei nämlich beträchtlich und die Gefahr, dass die Arbeit keinen Nutzen bringe, «nicht zu unterschätzen». Auch Martin Bürki, Quartiervereinspräsident in Wollishofen und amtierender Gemeinderatspräsident, beanstandet, dass die Stadt einen riesigen Aufwand betreibe, um ein im Grunde bewährtes System auf den Kopf zu stellen.

«Nachhaltig satt einmalig»

Klartext spricht zudem Urs Rauber, Präsident des Quartiervereins Wiedikon: «Wir sind gegen die Gleichstellung der Quartiervereine mit anderen quartiervereinsähnlichen Organisationen.» Die Quartiervereine würden im Unterschied zu anderen Organisationen nachhaltig arbeiten (statt kurzlebig, einmalig, zufällig), gemeinnützig (statt kommerziell motiviert), überparteilich (statt Partikularinteressen verpflichtet) und ehrenamtlich (statt besoldet). Die Modernisierung der Quartiervereine erachtet Rauber als eine Daueraufgabe. Auf seiner Homepage listet der Verein seine Engagements auf: «Wir organisieren im Jahr gut 20 öffentliche Anlässe (…). Praktisch jede Woche findet ein Treffen des Präsidenten oder eines Vorstandsmitgliedes zu einem Bürgeranliegen statt. Und ebenfalls fast wöchentlich erscheinen auf unserer Website und auf Facebook Beiträge zu News und Persönlichkeiten aus dem Quartier.»

Auf Interesse stösst das Mitwirkungsverfahren bei Institutionen, die nun wahrscheinlich als «quartiervereinsähnlichen Organisation» von der Stadt mit einbezogen werden wie dem Verein Hochneun in Albisrieden. Die IG Hardturmquartier ist bereits Ansprechpartner der Stadt. Sie möchte «mögliche Verbesserungen des bestehenden Systems verantwortungsvoll evaluieren». Zugleich betont die IGH: «Überschneidende Zuständigkeiten in ein und demselben Quartier halten wir für wenig hilfreich.»


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