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11.10.2018 Von: Toni Spitale

Küsnachter, Küsnachter Amtlich

«Die Übernahme war die beste Lösung»


Im Auftragsverhältnis hat der in Küsnacht wohnhafte Publizist Werner Vogt ein Buch zum 15-Jahr-Jubiläum der Fluggesellschaft Swiss geschrieben. Mit dem druckfrischen Werk war er vor kurzem bei der Buchhandlung Wolf zu Gast.

Mit grosser Begeisterung und in enger Zusammenarbeit mit einem engangierten Team der Swiss habe er das Jubiläumsbuch entworfen, erklärte der Autor Werner Vogt jüngst an einer Präsentation in der Küsnachter Buchhandlung Wolf.
Dabei durfte der in Küsnacht lebende Publizist auf das Interesse von rund 40 Zuhörerinnen und Zuhörer zählen, die meisten Bekannte und Freunde des ehemaligen NZZ-Auslandkorrespondenten (siehe auch Kasten).

Auf der Langstrecke nach Asien
Bis zur Anfrage aus der Firmenzentrale aus Kloten, ob er sich als Autor für ein Buch zum 15-jährigen Bestehen der Fluggesellschaft zur Verfügung stellen würde, hätten sich seine aviatischen Kenntnisse auf den Zweiten Weltkrieg beschränkt, wie der Referent zu Beginn seiner Ausführungen einräumte.
Nichtsdestoweinger habe er sich in seine neue Aufgabe hineingekniet und seine Beobachtungen, Gespräche und Interviews akribisch niedergeschrieben.
Das Werk unterteilt sich in die Bereiche Chronik, von der Swissair zur Swiss, in einen Interview-Teil mit Zeitzeugen und Entscheidungsträgern und enthält weiter vier Reportagen zu den Themen Fracht, Ausbildung der Crew, Technik sowie persönliche Eindrücke über einen Langstreckenflug nach Bangkok.

Swiss-Geburtshelfer Villiger
Insbesondere die Gespräche mit den damaligen Entscheidungsträgern seien «sehr interessant» gewesen, hob der Autor hervor. Mit der folgenden Aussage erinnert sich zum Beispiel alt Bundesrat Kaspar Villiger an die Zeit des Groundings der Vorgängergesellschaft Swissair: «Das Debakel hätte man unbedingt verhindern müssen. Es ist einfach passiert, weil innerhalb der SAir-Group niemand mehr den Überblick hatte.»
Villiger wird im Buch auch als Geburtshelfer der Swiss bezeichnet, weil er persönlich bei Industrie und Wirtschaft Fundraising für die Gründung der Swiss betrieb. Vier Jahre nach deren Gründung stand die Gesellschaft erneut vor der Pleite. Der Verkauf an die Lufthansa oblag dann Villigers Nachfolger Hans-Rudolf Merz. Zur Übernahme sagt Villiger im Interview: «Wir hatten ziemlich Glück, dass die Lufthansa im richtigen Zeitpunkt gekommen ist.»
Und Nomination von Christoph Franz zum CEO der Swiss unter dem Dach des Kranichs sei auch ein Glücksfall gewesen: Der ehemalige Manager der Deutschen Bahn habe die Schweizer Airline schlussendlich auf die Erfolgsschiene geführt, schlussfolgert Vogt.
Zurück in die Gegenwart: Im Rahmen seiner Recherche durfte der Autor im Cockpit einer «Triple Seven», dem grössten Fluggerät in der Flotte, nach Bangkok und zwei Nächte später wieder zurück nach Zürich mitfliegen – in der Fliegersprache «Turnaround » genannt. So habe er aus nächster Nähe erfahren, wie Piloten untereinander kommunizieren und kritische Handlungen – ganz ungeachtet der Hierachie – offen miteinander erörtern.
Am Zielort angekommen, habe er sich dann bei einer Massage von der Langstreckenreise erholt und für umgerechnet drei Schweizerfranken in einem Hinterhof-Salon seine Haare schneiden lassen.
Gar selber steuern durfte der Publizist eine Airbus-Maschine des Typs 320 – gemeinsam einem Instruktor im Flugsimulator. Dabei erlebte er zuerst einen Triebwerksbrand. Nach gelungem Löscheinsatz versuchte der Instruktor bei starken Windböen die Piste 14 anzufliegen und weil der Anflug zu steil war, folgte der Befehl zum Durchstarten.

Lufthansa war die beste Lösung
In der anschliessenden Fragerunde zweifelten zwei Gäste an der Akkurarität des gewählten Buchtitels «Swiss – die Airline der Schweiz». Im Hinblick auf die neuen Besitzverhältnisse sei die Swiss eine deutsche Gesellschaft, im besten Fall eine Art Franchising der Lufthansa. Diese Kritik versuchte der Autor mit Fakten zu entkräften. Immerhin generiere die Swiss im Inland derzeit rund 190 000 Arbeitsplätze. Weiter erinnerte Vogt daran, dass die Übernahme durch die Lufthansa unter den gegebenen Umständen die beste Lösung gewesen sei – sowohl aus wirtschaftlicher wie auch aus kultureller Sicht.



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