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24.10.2018
Zürich West

Gemeinsame Siedlung für Flüchtlinge, Studenten, Gewerbe


Thomas Kunz (l.) von der AOZ: Die farbigen Metallcontainer beim Bahnhof Altstetten wurden vorher für die Asylsiedlung in Leutschenbach eingesetzt. Die neuen auf dem Nachbargrundstück bestehen aus Holz. Foto: ho.

Für 20 Jahre entsteht beim Vulkanplatz in Altstetten eine Siedlung für Flüchtlinge, Studierende und Gewerbetreibende. Das ist einmalig in der Schweiz.

Thomas Hoffmann

Mit dieser Kombination betrete man Neuland in der Schweiz, sagte Sozialvorsteher Raphael Golta am Medienrundgang vom Montag. Die Idee dahinter: Es soll ein Begegnungsort entstehen, der auch für Leute aus dem Quartier offen steht, betonte Thomas Kunz, Direktor der Asylorganisation Zürich (AOZ). So ist ein öffentlicher Spielplatz geplant (eine Kletterwand erkennt man bereits) und es wird ein öffentlich zugängliches Gastronomie-Angebot geben. Der Standplatz für Fahrende neben der Autobahn bleibt bestehen und gehört zum Gesamtkonzept.
Beim Namen für die Siedlung liess man sich vom benachbarten Vulkanplatz inspirieren: Sie heisst «Fogo», wie ein Vulkan auf den Kapverdischen Inseln. Das Areal diente bisher als Abstellplatz und ist als möglicher Standort für den Carparkplatz vorgesehen («Zürich West» berichtete). «Fogo» kann das Areal für 15 Jahre nutzen, mit einer Option für weitere 5 Jahre. Die ersten Mieter ziehen im Dezember ein.

Gewerberäume als Lärmschutz

Die Überbauung ist ein Gemeinschaftswerk der Stiftung Einfach Wohnen (SEW), der Asylorganisation Zürich (AOZ) und des Vereins Jugendwohnnetz (Juwo). Sie besteht aus zwei Teilen. Auf der Ostseite entsteht eine Wohn- und Gewerbesiedlung. Die 5 Wohntrakte mit Einheiten für 6 bis 10 Personen bieten Platz für insgesamt 150 Flüchtlinge. Sie standen als temporäre Wohnsiedlung für Asylsuchende in Leutschenbach, wurden dort ab- und hier wieder aufgebaut. Da es zwischen Autobahn und Aargauerstrasse sehr lärmig ist, machte die AOZ aus der Not eine Tugend: Sie schuf mit Containern aus Holz einen Lärmschutzmantel um die Wohnsiedlung. Hier gibt es Räume für Kleingewerbe, Jungunternehmen sowie Kunst- und Kulturschaffende. Die Kosten von rund 8 Millionen Franken werden durch die Mieten gedeckt.

Studierende und Flüchtlinge unter einem Dach

Auf der Westseite des Areals erstellt die SEW 33 Wohnungen mit jeweils drei bis fünf Schlafzimmern. Das Jugendwohnnetz (Juwo) mietet 22 Wohnungen für junge Menschen in Ausbildung, die AOZ 11 Wohnungen für Flüchtlinge. Die Holzmodulbauten erfüllen die Vorgaben der 2000-Watt-Gesellschaft, erklärte Stadtrat Daniel Leupi. Es ist das erste Bauprojekt der SEW. Die Erstellungskosten von rund 12 Millionen Franken werden gemäss dem Finanzvorsteher durch die Mieten zurückfliessen.

Die Miete pro Zimmer beträgt für die Studierenden durchschnittlich 550 Franken, so Jean-Marc Hensch, Präsident des Vereins Juwo. Die 22 Wohnungen bieten Platz für etwa 100 Personen. Insgesamt bietet die Juwo knapp 3000 vorübergehende Wohnplätze für junge Leute zwischen 16 und 26 Jahren an. Die durchschnittliche Mietdauer beträgt 20 Monate, die durchschnittliche Miete liegt etwas tiefer als in dieser neuen Siedlung bei etwa 430 Franken.



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