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24.10.2018
Zürich West, Zürich 2

Politik kämpft für Güterbahnhof


Das PJZ braucht weniger Platz, als allgemein angenommen. Nun setzen sich SP, Grüne und GLP für den Erhalt des noch bestehenden Güterbahnteils (im Vordergrund, aus Sicht der Hardbrücke) ein. Foto: ls.

Der Neubau des PJZ sorgt weiterhin für Emotionen. Der Kanton will am Abriss des verbleibenden Güterbahnhofteils bei der Hardbrücke festhalten. SP, Grüne und GLP kämpfen für dessen Erhalt.

Lorenz Steinmann

Der Kanton will am Abriss des noch bestehenden Teils des Güterbahnhofs bei der Hardbrücke festhalten (wir berichteten). Politiker reagieren nun und fordern eine Neubeurteilung, da das Polizei- und Justizzentrum PJZ weniger Platz braucht als allgemein angenommen. «Der Abriss auf Vorrat bringt nichts», erklärt Marco Denoth, Gemeinderat und Stadtzürcher SP-Präsident. Der ETH-Architekt hofft, dass sich «etwas entwickeln lässt» für die noch stehenden Güterbahnhofs-Bauten. «Unsere SP-Kantonsräte werden sicher aktiv», erklärt er.

Unterstützung erhält Denoth von GLP-Präsident Beni Schwarzenbach: «Freiräume für kreative Nutzungen sind in Zürich gefragt, aber rar.» Insofern sei es wichtig, dass die wenigen Orte, die existieren, nach Möglichkeit erhalten bleiben. «Der geplante Abriss des (Rest-)Güterbahnhofs ist ein Paradebeispiel dafür, wie mit der Holzhammermethode Fakten geschaffen und die Interessen der Bevölkerung ignoriert werden», betont Schwarzenbach. Die GLP habe «kein Verständnis für den Abriss auf Vorrat».

Ins gleiche Horn bläst Felix Moser, Präsident der Grünen Stadt Zürich: «Leider ist der grösste Teil des Güterbahnhofs schon geopfert worden. Wenn nun ein kleiner Teil des historischen Güterbahnhofs erhalten werden kann, so begrüssen wir das sehr.»

Baubewilligung für Provisorium

Was meint der Kanton dazu? Der Güterbahnhof werde rückgebaut, weil das im Gestaltungsplan und in der Baubewilligung so vorgegeben sei, erklärt Dominik Bonderer von der Baudirektion. «Wesentlich ist, dass ein Erhalt des
Güterbahnhofs – auch von Teilen davon – eine Anpassung des Gestaltungsplans erfordert», so der Sprecher. Mit der damit verbundenen Neuauflage und den entsprechenden Einwendungsmöglichkeiten würden dafür problemlos mehrere Jahre vergehen, während deren auf dem PJZ-Areal alles blockiert sei. «Das ist keine Option», erklärt Bonderer. Zudem werde vor Bezug des PJZ-Neubaus im Bereich der beiden noch bestehenden Hallenteile ein Treppenaufgang zur Hardbrücke erstellt. «Eine entsprechende Baubewilligung für ein Treppenprovisorium liegt vor. Der provisorische Aufgang kann nicht neben den beiden Hallenteilen erstellt werden, die Erschliessung über das Baufeld ist weder gesichert noch vorgesehen», so das Fazit von Bonderer.

Reservebereich wird begrünt

Laut Plan werden die beiden Hallenteile spätestens im Rahmen der Umgebungsarbeiten rückgebaut, also vor dem Bezug des PJZ im Jahr 2021/2022. Auf dem «Reservebereich», also dem Landstreifen zwischen den Altbauten entlang der Hohlstrasse und dem PJZ-Neubau, werden Fahrradparkplätze erstellt, der Rest wird begrünt. «Die Fläche neben dem PJZ bis zur Hardbrücke wird als Baubereich 2 bezeichnet. Hier wird die künftige Nutzung noch geprüft», so Bonderer.



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