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24.10.2018 Von: Lorenz Steinmann

Zürich Nord, Zürich West, Zürich 2, Züriberg

Schon wieder: Stadt muss Bäume ersetzen


Die Bäume beim Bahnhof Stettbach müssen grösstenteils ersetzt werden. Foto: ls.

Auf dem Platz beim Bahnhof Stettbach siechen gegen 20 Bäume vor sich hin. Grün Stadt Zürich bestätigt nun, dass zumindest die Pappeln gefällt werden müssen. Doch auch die Birken wachsen kümmerlich.

Baummässig fristet der Platz beim Bahnhof Stettbach ein tristes Dasein. Dabei wurde der oberirdische Teil der Anlage im Zusammenhang mit dem Bau der Glattalbahn in den Jahren 2009 und 2010 durchaus ansprechend neu gestaltet. Rund um den Eingang zum unterirdischen Bahnhof (Baujahr 1990) entstanden grosszügige Flächen für Fussgänger.

«Bäume bereiten uns Sorge»
Kein Glück bei der Bepflanzung aber hatte die städtische Dienstabteilung Grün Stadt Zürich. Die rund 20 jungen Zitterpappeln und Birken wollten nie richtig gedeihen, wie Lukas Handschin von Grün Stadt Zürich entsprechende Beobachtungen der Lokalinfo bestätigt. «Die Weissbirken und Zitterpappeln beim Bahnhof Stettbach bereiten auch uns Sorge. Sie wurden vor rund zwei Jahren gepflanzt, um dem Bahnhof mehr Grün zu verleihen. Sie müssen jedoch auf einem schwierigen Standort aufwachsen.» Die kiesigen Flächen seien auch Entwässerungsflächen. Aus diesem Grund hatte sich Grün Stadt Zürich für sogenannte Pioniergehölze entschieden, diese stellen weniger Ansprüche an den Untergrund.

Doch es kam anders. Handschin: «Obwohl wir sie die letzten zwei Jahre intensiv gepflegt haben, entwickelten sich die Bäume nicht wunschgemäss. Darum werden wir jetzt auf den Plan B zurückgreifen und im Herbst neue, noch ganz junge Bäume pflanzen.» Die Idee laut Handschin: «Je jünger die Bäume, desto besser können sie sich an neue Lebensbedingungen anpassen.» Das sei bei Bäumen nicht anders als bei Menschen auch. Wie ist der Zeitplan? «Voraussichtlich im November werden wir die Pappeln, die sich nicht bewährt haben, durch junge Birken ersetzen, Grösse etwa 170 Zentimeter. Die Birken konnten sich halten. Die reinen Einkaufskosten pro Baum, ohne Pflanzkosten, bewegen sich zwischen 70 und 100 Franken», gibt Handschin Auskunft. Warum noch mehr Birken gepflanzt werden, ist aber nicht ganz verständlich. Dieser ist ein Allergien auslösender Baum, und zunehmende Hitze und Trockenheit setzen ihm gemäss Auskunft von Experten zu.

Zwei Massstäbe
Kürzlich machte die Stadt Schlagzeilen, weil sie 15 (von total 56) Bäumen auf dem Sechseläutenplatz ersetzen muss. Doch im Gegensatz zum Bahnhof Stettbach lässt sich die Stadt die Aufforstung im Stadtzentrum einiges kosten: Ein neuer Baum, der immerhin auch schon 20 bis 25 Jahre alt ist, kostet 10 000 bis 15 000 Franken. Der Kasten rechts zeigt, wo – als Beispiele – sonst noch Probleme mit Baumpflanzungen bestehen.

 

Oerliker Park, Sechseläuten-Platz, General-Guisan-Quai, Sihlfeldstrasse

An der Sihlfeldstrasse mussten 56 der 72 Eichen schon nach der ersten Saison im Herbst 2012 wieder entfernt werden. Die Wurzeln waren so stark geschädigt, dass sie nicht festwachsen konnte. Auch die zweite Pflanzung gelang nicht wunschgemäss. Wieder mussten 20 Eichen ersetzt werden.

Auf dem Sechseläutenplatz ist jeder vierte Baum tot. 15 Roteichen und Tulpenbäume auf dem Platz sind abgestorben, wie die Stadt kürzlich mitteilte. 2019 werden die Bäume ersetzt.

Am General-Guisan-Quai musste die Stadt vergangenes Jahr 50 Rosskastanien und Trompetenbäume fällen. Viele der Wurzelstöcke waren verfault und stellten ein Sicherheitsrisiko dar. Diesen Frühling wurden 50 junge Bäume gepflanzt. Bis sie Schatten spenden wie ihre alten Vorgänger, vergehen aber noch viele Jahre.

Im Oerliker Park, welcher 2001 eröffnet wurde, waren unter anderen chinesische Blauglockenbäume gesetzt worden. Im Jahr 2012 entschied Grün Stadt Zürich die aus China stammenden Bäume auf der Ostseite des Oerliker Parks zu fällen. Die Dienstabteilung begründete die Wachstumsprobleme dieser Bäume mit der Bautätigkeit rund um den Park. Der Grundwasserspiegel sei gestiegen und die Bäume würden im Wasser stehen, was sie nicht gut vertragen. Mittlerweile wurden andere Bäume gepflanzt. (pm./ls.)



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