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25.10.2018 Von: Jakob Metzler

Küsnachter, Küsnachter Amtlich

«Das Wasser kommt neugierig zur Welt»


Die beiden Realisatoren Gianni Lorenzo Lercari (l.) und Peter Vieser. Foto: zvg.

«Melodien eines Baches» ist ein Film für Naturfreunde über das Küsnachter Tobel. Nun wurde er zum ersten Mal einem Publikum gezeigt.

«Dieser Bach hat etwas», dachte sich Gianni Lorenzo Lercari eines Tages während eines Spaziergangs im Küsnachter Tobel. Aus einer flüchtigen Idee entwickelte sich schnell ein handfestes Vorhaben: Zusammen mit Peter Vieser begann er einen Kurzfilm über das Tobel und den Dorfbach zu drehen.

Regisseur und Kameramann
Zusammen erkundeten sie das Quellgebiet und suchten auf dem Weg nach unten zur Mündung des Baches nach dem «Unsichtbaren jenseits des Sichtbaren », so Vieser. Laut dem 71-jährigen fungierte Gianni Lercari (69-jährig) als der geistige Vater des Films und war dabei Regie und Kamera in Personalunion. Dieser habe tagelang um den Tobel Aufnahmen gemacht und dabei vorwiegend im Wasser und teilweise sogar in Wasserfällen gedreht. Peter Vieser selbst wäre dies aus gesundheitlichen Gründen leider nicht so ausgedehnt möglich gewesen, und er kümmerte sich primär um die Postproduktion des Films.

1380 Arbeitsstunden
Nach 560 Kilometern «Expedition Tobel », 152 Stunden Filmmaterial und rund 1380 Arbeitsstunden wurde das Endprodukt nun am vergangenen Freitag vor geladenen Gästen im Erlengut erstaufgeführt. In der Begrüssungsrede betonte Vieser: «Wir wollten nichts manipulieren, weder Bild noch Ton.» Trotzdem hätten sie den Klang des Wassers etwas leiser mischen müssen. Die Kameras entsprächen derweil dem besten, was der Markt momentan zu bieten hätte. Der ehemalige Rai-Uno-Pressesprecher und zweimalige Literaturpreisgewinner Gianni Lercari vollführte ausserdem einen kurzen Abstecher in die Philosophie. Er sei immer vom Wasser fasziniert gewesen, da es für ihn Leben symbolisiere. «Das Wasser kommt zur Welt, ganz klein, ganz neugierig. Es schlängelt sich durch die Mäander, so wie wir durch die Zeit», so Lercari.

Unwirklich scharfe Aufnahmen
Die Allegorie verfestigte sich während des Films noch weiter. Das Plätschern des Wassers begleitete die Zuschauer lautstark und wirkte dabei wie ein schnelles Herzklopfen, die Lebensenergie des Baches. Immer dann, wenn man begonnen hatte, sich in leichter Trance dem Tobel hinzugeben, verlangte plötzlich ein brausender Wasserfall wieder die volle Aufmerksamkeit. Bald begab sich die Filmgemeinschaft tief in die Drachenhöhle hinein, und schliesslich beendete die Mündung in den Zürichsee den kurzen Ausflug. Der Film beeindruckte vor allem mit unwirklich scharfen Nahaufnahmen. Der Sohn von Peter Vieser, Oliver Vieser, der bereits bei der britischen Band Duran Duran, aber auch bei Lindt & Sprüngli in der Werbung, mitwirkte, hatte ausserdem einen passenden Soundtrack zum Film komponiert.
Dass der Teil des Baches vom Oberdorf bis zur Mündung im Film grundsätzlich ausgelassen wurde, erklärte Peter Vieser damit, dass dort ganz einfach zu viel Abfall herumliege. «Ausserdem wollten wir nur den Bach als Hauptdarsteller unseres Films und sonst keine Statisten.» Die Badeanstalt hätte dies verunmöglicht, so Vieser. Vom Film «Melodien eines Baches» gibt es vier Versionen. Unter anderem auch eine kommentierte. Wann und wo man den Film öffentlich wird sehen können, ist noch nicht klar. Anfang November soll es dazu Neuigkeiten geben.



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