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01.11.2018 Von: Annina Just

Küsnachter, Küsnachter Amtlich

Kläger blitzen vor Bundesgericht ab


Der FC Herrliberg muss den Betrieb auf dem Fussballplatz nicht weiter einschränken. Foto: Archiv/A. Just

Als dritte Instanz weisst auch das Bundesgericht die Klage zweier Herrliberger ab, die sich am Lärm des Fussballplatzes stören. Der FC Herrliberg will die Lärmbelastung trotzdem weiter reduzieren und plant dazu einen zweiten Kunstrasenplatz.

Es war ein schweizweit beachteter Rechtsstreit: Zwei Anwohner klagten 2012 gegen die Gemeinde Herrliberg, weil ihnen die Lärmemissionen des Sportplatzes Langacker zu hoch sind. Nachdem zuerst das Baurekursgericht und dann das Verwaltungsgericht die Lärmklage abgewiesen hatten, zogen sie letztes Jahr vor Bundesgericht.
Ein Präzedenzfall und eine Bedrohung für viele Sportanlagen in dicht besiedeltem Gebiet wäre es, wenn die Kläger recht bekämen – dies las man vor rund einem Jahr in den Medien. Auch ein vom FC Herrliberg iniziierter «Sympathie-Marsch» im Dezember 2017 erlangte grosse Aufmerksamkeit, viele umliegende Vereine solidarisierten sich mit den Herrliberger Fussballern.
Letzte Woche hat nun das Bundesgericht seinen Entscheid bekannt gegeben. Es stützt das Urteil der vorhergehenden Instanzen in allen Belangen.
Dieser Entscheid dürfte vielerorts für ein Aufschnaufen sorgen, vor allem aber beim direktbetroffenen FC Herrliberg. «Die Erleichterung ist natürlich riesig», sagt FCH-Geschäftsführer Benjamin Benz. Die positive Neuigkeit vermittle dem ganzen Verein Auftrieb. Hätte das Bundesgericht zugunsten der Kläger entschieden, wären die Konsequenzen zu spüren gewesen, der Dorfverein hätte sich deutlich verkleinern müssen. Auch der Gemeinderat Herrliberg nimmt den Entscheid «erleichtert zur Kenntnis », wie er in einer Medienmitteilung schreibt.

Betrieb weiter optimieren
Seit 2015 setzt der FC Herrliberg bereits im Zuge der Lärmklage von der Baukommission auferlegte Massnahmen um, mit dem Ziel, die Lärmemissionen zu reduzieren. So muss während des Trainings unter der Woche auf Schiedsrichterpfiffe verzichtet werden, von Montag bis Freitag dürfen keine Spiele der aktiven Herren stattfinden, und am Sonntag ist eine 90-minütige Pause über den Mittag einzuhalten. Nach 22 Uhr gilt zudem eine strikte Nachtruhe.
Unter diesen Umständen könne der Spielbetrieb eines Fussballvereins in der Grösse des FCH nur mit «Mühe und Not» aufrechterhalten werden, sagt Geschäftsführer Benz. Mitunter aus diesem Grund hat der Fussballclub kürzlich bei der Gemeinde ein Gesuch eingereicht, um einen zweiten Kunstrasenplatz zu bauen. Der Verein will auch sein zweites Fussballfeld auf Kunstrasenbelag umrüsten, um den Spiel- und Trainingsbetrieb weiter optimieren zu können. Benz: «Das Ziel ist ganz klar, die Betriebszeiten weiter herunterzufahren und vor allem am Wochenende noch kompakter zu halten. » Von einem zweiten Kunstrasenplatz würden schliesslich auch andere Sportvereine profitieren, weil die Fussballer dadurch im Winter weniger in die Sporthalle ausweichen müssten.
Bedeutet mehr Spielkapazität auch mehr Fussballer? Benjamin Benz verneint, der FCH wolle nicht weiter wachsen. «Wir haben nun eine gewisse Anzahl Teams festgesetzt und wollen diesen die bestmöglichen Konditionen für einen sinnvollen Trainings- und Spielbetrieb bieten», betont er.

Grosses öffentliches Interesse
Doch zurück zum Bundesgerichtsentscheid: Die Richter in Lausanne stützen ihren Entscheid vor allem auf das grosse öffentliche Interesse am Betrieb der Sportanlagen. In der Urteilsverkündung heisst es zusammenfassend, man dürfe davon ausgehen, dass die Sportanlage dank den von der Baukommission angeordneten lärmreduzierenden Massnahmen «keinen übermässigen Lärm in der Umgebung» verursache. Auch wenn die Richtwerte für Lärmemissionen nicht immer eingehalten werden, liege es im Beurteilungsspielraum der Gerichte, eine erhebliche Störung zu verneinen. Dies weil das öffentliche Interesse am Betrieb der Anlage hoch sei, der Nutzen von weiteren Lärmschutzmassnahmen hingegen verhältnismässig gering. Die Frage, ob es sich beim Fussballplatz um eine Alt- oder Neuanlage handelt, lassen die Bundesrichter im Prinzip offen, sie legen viel mehr dar, dass die bis anhin getroffenen Entscheide auch unter Berücksichtigung der strengeren Bestimmungen für Neuanlagen als rechtmässig angesehen werden können.



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