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07.11.2018 Von: Béatrice Christen

Zürich Nord

Höngg: Erholungsraum mit Elektrozaun


Acker statt Wiese in Höngg. Foto: ch.

Ein Teil der Wiesen am Hönggerberg existiert nicht mehr. Sie sind zur Anbauflächen geworden, die gegen Wildschweinschäden mit einem Elektrozaun geschützt werden. Damit verschwindet ein Stück des schönsten Naherholungsgebiets in Höngg.

Der Spazierweg am Hönggerberg schlängelt sich zwischen Waldrand und Wiesenflächen hindurch. Ruhebänke laden zum Verweilen ein. Mütter mit Kindern nutzten bis vor Kurzem die grüne Oase, welche oft auch von Hunden als Spielplatz genutzt wurde. Doch seit einiger Zeit ist Schluss mit lustig. Der grosse Teil der Wiesen ist zum Acker geworden, auf dem Winterweizen wächst, der im nächsten Sommer geerntet wird. Damit die Wildschweine die angesäten Flächen nicht beschädigen können, wurde ein Elektrozaun angebracht. Wer diesem zu nahe kommt, wird mit einem elektrischen Schlag bestraft.

Vandalismus

Innerhalb kurzer Zeit wurde der Elektrozaun am Waldrand mutwillig niedergerissen. Die meisten Felder mit Winterweizen werden vom Juchhof bearbeitet. Bernhard Koch, Leiter Landwirtschaf und Juchhof, bedauert die menschlichen Vandalenakte und hat inzwischen dafür gesorgt, dass an den eingezäunten Feldern eine Beschilderung angebracht wurde, welche Passanten informieren. Er betont: «Ich hoffe, dass die Zäune nun stehen gelassen werden.» Koch präzisiert: «Es handelt sich hier um Landwirtschaftsland. Nach dem Anbau von Getreide wird zwischendurch eine Wiese angesät, damit sich der Boden wieder regenerieren kann.»

Fazit: In der Stadt Zürich wird das Naherholungsgebiet kleiner. Es gibt immer weniger Grünflächen. Die Bevölkerung ist sensibilisiert, und auch wenn aus dem Winterweizen später Nahrungsmittel entstehen, werden durch einen Elektrozaun versperrte Flächen offensichtlich abgelehnt. Das ist zwar verständlich, aber das Zerstören von Zäunen und anderen Gegenständen in der Öffentlichkeit ist verboten und strafbar.

Duft- statt Elektrozaun

Im Merkblatt «Wildtiere» des Schweizer Tierschutzes werden im Zusammenhang mit Wildschweinen im Kulturland mehrere Hinweise publiziert. Dazu gehört unter anderem ein Duftzaun. Dieser wird durch mit Abwehrmittel getränkte Stofflappen, durch Ausstreuung spezieller Granulate oder biologischer Materialien – zum Beispiel Menschen- oder Hundehaare – um ein Feld erstellt und regelmässig aufgefrischt. Um einem Gewöhnungseffekt vorzubeugen, sollten abwechselnd verschiedene Mittel verwendet werden. Weitere Infos auf der Homepage www.tierschutz.com/publikationen/wildtiere. (ch.)



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