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07.11.2018 Von: Pascal Wiederkehr

Züriberg, Zürich 2, Zürich Nord, Zürich West

ZKB will längeren Atem als Gegner beweisen


Die geplante Station bei der Badi Mythenquai. Ab 2020 soll die Bahn über den See fahren. Visualisierung: ZKB

Die Zürcher Kantonalbank hat am Hauptsitz das Design ihrer geplanten Seilbahn über den Zürichsee vorgestellt. Sie will ihr Jubiläumsprojekt auch dann bauen, wenn es Verzögerungen geben sollte.

«Der Ball rollt definitiv», verkündete ZKB-CEO Martin Scholl stolz. Er hatte gerade die Medienkonferenz zur ZKB-Seilbahn eröffnet. Nun könne man auf Basis von Fakten diskutieren und nicht auf Behauptungen. Das war als Seitenhieb auf die Gegner seiner Bahn über den Zürichsee zu verstehen.

Über 2000 Unterschriften hatten die Mitglieder des Vereins Pro Badi Mythenquai sowie der Quartiervereine Enge und Riesbach gegen das Projekt zusammengetragen und der Stadt übergeben. Die Probebohrung, die kürzlich in der Nähe der Badi Mythenquai auf dem See stattfand, war ebenfalls auf Kritik gestossen. Sie bewog AL-Politiker Edi Guggenheim im Gemeinderat zu einer persönlichen Erklärung: «Unbeirrt von allen negativen Rückmeldungen und Stellungnahmen aus der Bevölkerung» und aus den direkt betroffenen Quartieren – Enge, Wollishofen sowie Seefeld –, wolle die ZKB ihr «sinnloses und in keiner Art und Weise nachhaltiges Projekt durchstieren».

Doch zurück zur Medienkonferenz: Die Kantonalbank präsentierte, wie die Züribahn, die ab 2020 über den Zürichsee fahren soll, aussehen wird. Die Masten stehen etwa 50 Meter vom Ufer entfernt und sind an ihrem höchsten Punkt 88 Meter hoch. Die Stationen müssten verschiedensten Ansprüchen gerecht werden, und der temporäre Charakter solle zum Ausdruck kommen. «Das ist uns gelungen», ist Scholl überzeugt.
Die 18 Kabinen sollen maximal 24 Personen transportieren – die ZKB rechnet allerdings mit einer Normal-Besetzung von 11 Passagieren. Die 24 Personen seien eher an einem Anlass wie dem Züri-Fäscht zu erwarten, wie es am Rand der Veranstaltung hiess. Theoretisch wären die Kabinen auf 48 Personen ausgelegt, was dann aber enge Verhältnisse wie in einem Ski-Gebiet bedeuten würde. Die fast vollständig verglasten Kabinen sind laut Scholl Unikate für die Züribahn. Die Heckscheibe wird sich über eine zentrale Steuerung öffnen lassen – nicht individuell. Dafür dass niemand herausspringen kann, soll technisch vorgesorgt werden.

Öffentliche Auflage beginnt

Ebenfalls Thema waren die voraussichtlichen Ticketpreise: Diese fallen wie erwartet verhältnismassig hoch aus – da die Investitionskosten von bis zu 60 Millionen Franken wieder eingespielt werden müssen. Zudem soll das Angebot laut Scholl nicht zu günstig sein, weil zu viele Passagiere wiederum Verkehrsprobleme mit sich bringen würden.
Ohne Rabatt zahlt ein Erwachsener 14 Franken, Kinder zwischen 6 bis 15 Jahren 7 Franken. Mit einer Zehnerkarte kostet eine Einzelfahrt für Erwachsene 9.80 Franken. Die Einbindung in den ZVV ist nicht vorgesehen. Generalabonnement oder Halbtax zählen nicht, dafür geht die Kantonalbank eine Partnerschaft mit SBB Railaway ein. Sogar SBB-CEO Andreas Meyer wurde an der Medienkonferenz über eine Videobotschaft eingespielt: «Ich freue mich sehr, auch mal über den Zürichsee zu gondeln.» Damit könnte Meyer einer von werktags 1250 Passagieren sein, die die Bahn durchschnittlich pro Richtung benutzen. Am Wochenende sollen gemäss Schätzungen pro Richtung 4300 Personen mitfahren.

Wie geht es nun weiter? Morgen Freitag beginnt die öffentliche Auflage. Die ZKB geht davon aus, bis Sommer 2019 die Verfügung durch das Bundesamt für Verkehr zu erhalten. Laut CEO Scholl rechnet seine Bank mit Einsprachen und Einwendungen. Die ZKB ist laut eigener Aussage dazu bereit, durch alle Instanzen zu gehen, also wenn nötig bis vor Bundesgericht. Wenn es dazu führe, dass die Bahn ein Jahr später komme, dann sei das nicht das Wunschszenario, «aber wir bauen die Bahn auch später», gibt sich Scholl kämpferisch. Der Verkehrs-Club der Schweiz und die Stiftung Landschaftsschutz Schweiz haben Widerstand angekündigt.
Ohne Rekurse wäre der Baubeginn im Herbst 2019 möglich. Geht alles nach Plan, könnte die Seilbahn im Sommer 2020 erstmals über den Zürichsee fahren.

24. November, 9 bis 12 Uhr. Öffentliche Informationsveranstaltung zum 150-Jahr-Jubiläum der ZKB. Atrium der ZKB, Bahnhofstrasse 9. www.zkb.ch/2020



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