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08.11.2018 Von: Urs Weisskopf

Küsnachter, Küsnachter Amtlich

Noch vier Jahre «Frohe Aussicht» geniessen


Röbi Eugster und sein Team werden noch während den nächsten vier Jahren für ihre Gäste da sein. Foto: zvg.

Der Pächter der «Frohen Aussicht» in Zumikon hat per 31. Mai 2022 die Kündigung erhalten. Im Interview mit dem «Küsnachter» spricht er über die Eigenschaften von Dorfbeizen und bedauert deren Verschwinden.

Röbi Eugster, jüngst kursierte das Gerücht, dass die «Frohe Aussicht» seine Türen in Bälde schliessen wird. Stimmt das?
Tatsache ist, dass ich eine Kündigung erhalten habe. Diese beinhaltet eine vierjährige Frist, daher ist das Restaurant «Frohe Aussicht» ab dem 31. Mai 2022 Geschichte. Und das tut weh, nach über 16 Jahren eine solche Kündigung zu erhalten. Geplant ist, danach eine Liegenschaft zu bauen. Ein Journalist einer grösseren Zeitung hatte mich deswegen telefonisch kontaktiert. Mein Wunsch war, mit der Veröffentlichung zuzuwarten. Die eine Zeitung wollte unbedingt die Erste sein. Alles passierte telefonisch. Das gedruckte Resultat entsprach nicht meinen Aussagen.

Warum denn nicht, die Meldung über die Schliessung war ja korrekt.
Insbesondere enttäuscht hat mich die Interpretation des Journalisten. Fast im ganzen Artikel berichtet er über die Schliessung der «Frohen Aussicht », um im letzten Abschnitt doch noch die vier Jahre Verlängerung zu erwähnen. Wahrgenommen haben viele einfach die Überschrift mit der Schliessung. Dadurch musste ich unzählige Fragen meiner Stammkundschaft beantworten. Eine Gegendarstellung habe ich jedoch noch nicht verlangt. Während der verbleibenden Zeit möchte ich zu 100 Prozent für meine Gäste da sein.

Sind seit den Publikationen die Gästezahlen zurückgegangen?
Erfreulicherweise habe ich seit der Publikation mehr Gäste. Es zeigt mir nicht nur, dass das Angebot des Restaurants auf grosses Interesse stösst, sondern beweist auch die Beliebtheit einer richtigen «Dorfbeiz». Dazu gehört auch unser Engagement für Vereine wie anlässlich der Chilbi etc. Dabei verdiene ich keinen Rappen.

Somit wird die «Frohe Aussicht» mindestens bis 2022 weiterbestehen. Wie beurteilen Sie generell die Aussicht für die verbleibende Zeit?
Ich werde meine 14 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sicher nicht im Stich lassen. Diese verdienen einen respektvollen Abschied. Aber noch ist es nicht so weit. Ich mache mir aber auch über meine berufliche Zukunft und jener meiner Frau Gedanken. In vier Jahren bin ich 49 Jahre alt und gehöre somit zu einer Altersgruppe, die es auf dem Arbeitsmarkt nicht einfach hat. Bis es so weit ist, werden wir weiterhin unser Bestes geben. Die «Frohe Aussicht» ist die letzte verbleibende Dorfbeiz mit gutbürgerlichem Angebot in Zumikon. Die Stammgäste schätzen, neben der heimeligen Atmosphäre, auch die Möglichkeit, für einen Jass vorbeizuschauen. Das ist praktisch nur noch in einer Dorfbeiz möglich.

Die Gastroszene ist ja ziemlich unter Druck. Schwindende Gästezahlen, veränderte Bedürfnisse.
Aus den eben erwähnten Gründen bedaure ich es sehr, dass immer mehr Dorfbeizen modernen Liegenschaften Platz machen müssen. Damit geht ein Stück helvetischer Beizenkultur verloren.



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