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14.11.2018
Zürich West

«Ich will mit den Leuten magische Momente erleben»


Pat Perry: Kopfmenschen lassen sich leichter manipulieren als beispielsweise Kleinkinder. Foto: Melanie Büchi

Im kleinen, feinen Theater Close in Zürich-West geniessen Zuschauerinnen und Zuschauer ihre Drinks an der Bar, bevor Profizauberer und Mentalmagier Pat Perry sie mit seinen illusionären Fähigkeiten verblüfft.

Melanie Büchi

Ein blaues Licht bedeckt den ganzen Raum des Theaters, die kreisförmige Tribüne füllt sich mit gespannten Gesichtern. Ungeduldig schauen die einen oder anderen auf die Uhr. Punkt fünf ist es so weit. Das dumpfe Blaulicht senkt sich bis zur Dunkelheit, die Stimmen verblassen zu einem leisen Flüstern. Endlich findet das Warten ein Ende. Unter dem Scheinwerferlicht steht nun der Zauberer und Mentalmagier Pat Perry. Alle Blicke richten sich konzentriert auf die Bühne, als er mit einer herzlichen Begrüssung sein Publikum willkommen heisst.

Bereits nach den ersten Zaubertricks erklingt im ganzen Saal ein lautes Klatschen. Die Begeisterung ist deutlich spürbar. Obwohl Perrys Tricks eine grossartige Reaktion auslösen, will er seine Zuschauerinnen und Zuschauer nun mit einer anderen Stärke verblüffen: der Mentalmagie. «Ich möchte etwas persönlich werden», betont er. Perrys konzentrierter Blick schweift über die halbkreisförmige Tribüne, bis er in der ersten Reihe an einer rund vierzigjährigen Frau hängen bleibt. Er bittet sie, an eine abwesende Person zu denken. Es herrscht eine angespannte Stille, bis sich Perry äussert und feststellt, dass die Frau an ihre fünfzehnjährige Tochter denkt. Ratlos bestätigt die Dame seine Aussage. Schmunzelnd schaut der Magier sie an und sagt: «Bitte richte deiner Tochter Lisa einen lieben Gruss aus von mir.» Weder die Mutter noch der Rest des Publikums können sich erklären, wie er an diese Informationen gelangt ist. Kann er wirklich Gedanken lesen?

«Skeptiker sind mein Lieblingspublikum»

Selbst die grössten Skeptiker fänden meist keine plausible Erklärung für die Mentalmagie. Tatsächlich wäre es einfacher, davon auszugehen, man hätte es mit Übernatürlichem zu tun gehabt. Doch Perry legt offen: Er besitze keinerlei Gaben, die sich nicht erklären liessen. Ganz im Gegenteil. Er agiere hauptsächlich als Manipulator und höre auf seine Intuition. Durch seine langjährige Berufserfahrung sei er zum Menschenkenner geworden.

«Skeptiker sind mein Lieblingspublikum», meint Pat Perry. Kopfmenschen liessen sich nämlich leichter manipulieren als beispielsweise Kleinkinder, da der Fokus bei Erwachsenen weitaus grösser sei. Eine gewisse Nähe zum Publikum sei für seine Auftritte auch essenziell. Laut dem Zauberer «ist die Tribüne nicht grundlos so rund und klein». Es erlaube ihm, ein Gespür für die verschiedenen Eigenschaften der Anwesenden zu bekommen und sich die passenden Sujets für seine Kunststücke auszusuchen. 50 Prozent der Zauberei würden von der Kommunikation zwischen Zauberer und Publikum abhängen.

Es begann mit einem Zauberkasten

Perry entdeckte seine Liebe für die Kunst der Illusion durch einen Zauberkasten, den er als Kind geschenkt bekam. Fasziniert vertiefte er sich dann weiter in die Magiewelt und konnte 1990 für den Geburtstag seiner Tante zum ersten Mal vor einem Publikum auftreten. «Ich war etwas nervös und aufgeregt, meine Tricks vorzuführen.» Mit 16 besuchte der lernwillige Perry eine Zauberschule, doch trotz seiner Leidenschaft, hätte er «kleine Hürden» nehmen müssen. Für seine magische Karriere musste sich Pat Perry etwas gedulden, er schloss zuerst eine Lehre als Hochbauzeichner ab. Es dauerte jedoch nicht lange, bis sich der junge Zauberer komplett der Magie widmete. «Ich übte vier bis fünf Stunden am Tag und beabsichtigte, das Zaubern als Beruf anzustreben», erinnert er sich.

Nun kann Perry mit Stolz auf eine 28-jährige Zauberkarriere zurückblicken. Mit grossem Enthusiasmus organisiert er seine Show auf der Bühne des Theaters Close im Gebäude der Migros Herdern an der Pfingstweidstrasse 101. Sein Ziel sei es, den Leuten etwas scheinbar Unmögliches zu bieten. «Es ist wie eine Märchenwelt für Erwachsene. Sie haben plötzlich wieder Kinderaugen», sagt Perry. Die Welt sei ihm zu rational veranlagt. «Wir leben in einem Richtig- oder Falsch-Modus.» Der Magier hofft, mit seinen Kunststücken etwas die Fantasie anzuregen. «Ich will mit den Leuten magische Momente erleben.»



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