Züriberg Zürich 2 Zürich Nord Zürich West Zürich West mit Quartierecho Küsnachter Küsnachter Amtlich
14.11.2018 Von: David Herter

Züriberg, Zürich 2, Zürich Nord, Zürich West

Stadt sucht das perfekte Verhältnis


Foto: mai.

Bei der Suche nach einem neuen System für die Zusammenarbeit von Stadtverwaltung und Bevölkerung sind die Kräfte ungleich verteilt.

Die Schnittstelle zwischen der Stadtverwaltung und den Quartiervereinen ist auch die Schnittstelle zwischen bezahlter und unbezahlter Arbeit. Ehrenamtlich Tätige auf der einen und Profis der Verwaltung auf der anderen Seite sind daran, das heutige System ihrer Zusammenarbeit «ergebnisoffen» zu prüfen und Vorschläge für ein besseres System zu entwickeln.

Ehrenamtlich tätig sind die Quartiervereine (QV) und ähnliche Organisationen, die sich als Sprachrohr der Bevölkerung verstehen. Von der Stadt erhalten die Quartiervereine heute Lob und jährlich 330 000 Franken. Was für den einzelnen Quartierverein zwischen 11 025 und 16 785 Franken ergibt. Mit diesem Geld, eigenen Mitteln und viel Freiwilligenarbeit organisieren die Vereine Anlässe vom Quartierrundgang bis zum Räbeliechtliumzug, bringen sich bei Bauvorhaben ein und sind oft erste Anlaufstelle für die Bevölkerung.

Viel grössere Beträge erhalten die städtischen Institutionen, die an der Schnittstellenüberprüfung teilnehmen. Den Alterszentren bezahlte die Stadt 2017 für Kooperationen mit Quartieren und das Durchführen von generationenübergreifenden Anlässen 3,7 Millionen Franken. Was bei 27 000 Teilnehmern an den Anlässen bedeutet, dass jede Person mit 130 Franken subventioniert wurde. «Diese Betrachtungsweise greift zu kurz», sagt Sonja Sanders, Leiterin Kommunikation Alterszentren Zürich. Die Kosten liessen sich nicht 1:1 umrechnen.

Zwischen der Rolle der Alterszentren Zürich bei der ergebnisoffenen Suche nach einem besseren System und dem Interesse der Alterszentren, ihre finanziellen Mittel zu verteidigen, gebe es einen Konflikt, bestätigt Sanders. «Jeder Vertreter in der Spurgruppe hat seinen Filter und seine Bewertungsskalen.» Die Vertreterin der Alterszentren werde ihre Erfahrungen in Sachen Dienstleistungen für ältere Menschen einbringen und sich noch besser mit anderen Organisationen zu vernetzen suchen.

Zuerst Ja, dann Nein
Nicht in der Spurgruppe (siehe unten rechts) vertreten ist die Stiftung Zürcher Gemeinschaftszentren (GZ), die in 17 Quartieren tätig ist und von der Stadt jährlich 11,7 Millionen Franken erhält. «Eine Teilnahme war zuerst Thema» sagt GZ-Geschäftsführerin Sabine Schenk. Die Stadt habe sich dann aber dagegen entschieden. Dies mit der Begründung, die GZ hätten nicht den Auftrag, die Bevölkerung gegenüber der Verwaltung zu vertreten, sondern zugunsten der Bevölkerung Leistungen zu erbringen. Keine Rolle habe die Tatsache gespielt, dass GZ-Vertreter in vielen Vorständen von Quartiervereinen sitzen.

An der Schnittstellenüberprüfung nehmen die Gemeinschaftszentren gleichwohl teil. Sie sind Teilnehmer an der Grossgruppenkonferenz. Die Rolle der GZ werde dabei eine beobachtende sein, sagt Schenk. Sie findet, dass sich die GZ und die Quartiervereine gut ergänzen, auch wenn sich die Tätigkeiten teilweise überschnitten. Einen Konflikt bei der Suche nach einem besseren System der Zusammenarbeit ergebe sich daraus nicht zwangsläufig, sagt Schenk. «Wir wissen, wie wichtig Freiwilligenarbeit ist.» Ohne jährlich rund 50 000 ehrenamtlich erbrachte Stunden Arbeit würden die Gemeinschaftszentren nicht funktionieren.

In der zweiten Reihe Platz nehmen wird auch das städtische Büro für Sozialraum und Stadtleben. Noch unter dem Namen Quartierkoordination (QK) war es 2016 mit Auslöser der Schnittstellenüberprüfung gewesen. Die Quartiervereine hatten der QK vorgeworfen, sie zu konkurrenzieren. Im Gemeinderat wurde daraufhin die «Überprüfung der Schnittstellen» verlangt und das Budget der QK von 2 Millionen erst um 50 000 und dann um 100 000 Franken gekürzt.

Aus dem Fokus
Das Sozialdepartement habe die Kürzung um drei Vollzeitstellen als Auftrag verstanden, die Quartierkoordination neu auszurichten, sagt Heike Isselhorst, Leiterin Kommunikation im Sozialdepartement. Neben dem Namen hat sich auch das Leistungsangebot verändert. Statt flächendeckend in den Quartieren präsent zu sein, arbeitet das BSS jetzt auf Nachfrage. Nach dem Namenswechsel steht es nicht mehr im Fokus der Schnittstellenüberprüfung. Das BSS nehme aber an der Grossgruppenkonferenz teil, sagt Isselhorst. Ziel sei es «Optimierungen zu erarbeiten».



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