Züriberg Zürich 2 Zürich Nord Zürich West Zürich West mit Quartierecho Küsnachter Küsnachter Amtlich
15.11.2018 Von: Toni Spitale

Küsnachter, Küsnachter Amtlich

Viel Raum, Holz, Licht und ganz viel Freude


Seit Ende der Herbstferien ist die neue Schulanlage Goldbach in Betrieb. Am Freitag wurde das 24,4- Millionen-Franken-Projekt offiziell eingeweiht.

«Goldbach, Goldbach .... es neus Schuelhuus s’isch de Hammer, so viel Platz und nie meh Gjammer», sang der Ad-hoc-Schulchor am Freitagabend vor Eltern, Lehrpersonen und geladenen Gäste euphorisch.
Nicht minder euphorisch fielen die Reaktionen der Erstbesucher aus, die zuvor von den Projektverantwortlichen durch die beiden Gebäudeteile Primarschule und Kindergarten geführt wurden. Der Tenor war einstimmig: viel Platz, viel Licht und viel Holz, das Wärme ausstrahlt. Nicht wenige Erwachsene sehnten angesichts der modernen Infrastruktur eine Rückkehr der Schulzeit herbei. Diesen Satz habe er schon mehrmals gehört, bestätigte Andy Meier, Projektleiter Liegenschaften bei der Gemeinde Küsnacht.
Meier stiess erst im Endspurt zum Team. Zuvor hatte der Schulpfleger Jörg Müller das Dossier in der Hand. Aufgrund seines Rücktritts und der gleichzeitigen Verschmelzung von Schul- und Politischer Gemeinde zur Einheitsgemeinde Küsnacht trat Müller die Verantwortung per 1. Juli an Meier ab. «Es war für mich ein richtig grosser Meilenstein», blickte Müller mit einem weinenden und einem lachenden Auge zurück.

110 Monate und 6500 Stunden
2009 fand eine Machbarkeitsstudie statt. Aus dem nachfolgenden Projektwettbewerb 2010 mit 67 Teilnehmenden obsiegte das Projekt der BGM-Architekten Véronique Bertrand, Harmut Gähler und Stephan Möhring. Im März 2014 wurde das Projekt an der Gemeindeversammlung präsentiert, Ende September genehmigten die Stimmberechtigten an der Urne den Baukredit in der Höhe von 22,76 Millionen Franken. Nach den Sommerferien 2014 wurden die Klassen aus dem alten Schulhaus Goldbach an Alternativstandorte verlegt. Ende November 2016 wurde die Zeitkapsel vergraben, Ende September 2017 fand das Richtfest statt, und am 22. Oktober 2018 bezogen sieben Primarschulklassen und drei Kindergartenklassen – insgesamt 210 Schülerinnen und Schüler – den Neubau.
110 Monate und 6500 Arbeitsstunden habe er ins «Goldbach» gesteckt, fügte Müller an und betonte, dass es ihm von Anfang an wichtig gewesen sei, dass das Schulhaus quartierverträglich ist. Noch sind die Umgebungsarbeiten aber nicht abgeschlossen, und auch die Mängelbehebung ist noch im Gange, wie Projektleiter Meier ergänzte. Ein kleiner Wermutstropfen ist die neue Turnhalle: Aufgrund eines Wasserschadens kann diese voraussichtlich erst im April 2019 der Schule und den Vereinen zur Benützung freigegeben werden.
«Goldbach hat eine moderne Schulanlage mit Solarenergie erhalten, die sowohl identitätsstiftend als auch behaglich ist», würdigte der ausführende Architekt Hartmut Göhler den Neubau. 10 Planungsbüros und 45 Handwerksbetriebe seien daran beteiligt gewesen. Den Fokus richtete er in seinen weiteren Ausführungen auf den «Raum», der nach dem Kind und nach der Lehrperson den dritten Pädagogen im Haus darstelle. Die Räume seien übrigens flexibel angelegt, um dadurch auch klassenübergreifende Projekte zu ermöglichen. Auf Farben sei bei der Innengestaltung bewusst verzichtet worden: «Die Farbe kommt von den Schülern ins Haus», so Göhler. Trotz aller Moderne: Der Eulenspiegel- Brunnen aus dem alten Schulhaus bleibt den Goldbächlern auch weiterhin als Erinnerungsstück erhalten.
Schulleiter Donat Geiges hob die Nähe von Primarschule und Kindergärten als grossen Vorteil hervor. Der neue Kindergarten ist zweigeschossig: Im Erdgeschoss liegen die Garderoben, im Obergeschoss die Schulungsräume mit sanitären Anlagen und einem grossen, hangseitig gelegenen Aussenbereich. Zwischen Kindergarten und Schulgebäude liegt der Pausenplatz, an dessen Seite drei Spielgeräte aus Holz zum Austoben einladen. Laut Müller sei es die Idee, mit diesen neuartigen Spielgeräten die sieben Sinne der Kinder anzusprechen.

Halbkreise als roter Faden
Im Eingangsbereich des Schultrakts ermöglicht eine mobile Trennwand das Zusammenschalten von Pausenhalle und Singsaal zu einer grossen Aula für rund 300 Personen. Gleich daneben liegen das Büro des Schulleiters und das Lehrerzimmer. In den drei Stockwerken darüber findet man die Klassenzimmer, den Werkenraum, Gruppenräume und zwei Halbklassenzimmer. Die Fenster sind derart angeordnet worden, dass das Sonnenlicht durch sämtliche Etagen dringt. Als Muster ziehen sich Halbkreise wie ein roter Faden durch den Neubau. Das schönste Schulzimmer, so waren sich die Erstbesucher einig, liegt im Obergeschoss und bietet einen ungetrübten Ausblick auf den Zürichsee. «Ich wäre wohl mega abgelenkt und könnte mich nicht mehr auf den Unterricht konzentrieren», meinte Taets van Amerongen, Vater zweier schulpflichtiger Kinder, zur Aussicht.
Im Untergeschoss befinden sich die Technikräume sowie die Turnhalle. Auf den ersteren Bereich ist Müller besonders stolz: «Wir brauchen werden Öl noch Gas, sondern decken einen Grossteil unseres Energiebedarfs mit Solarzellen und Erdwärme ab.» Ein Teil der eigens produzierten Energie wird in Batterien gespeichert und sollte für einen rund einwöchigen Schulbetrieb ausreichen.

Investition in Bildung
Gemeindepräsident Markus Ernst lobte den Neubau als «fantastischen Rahmen, um hier in die Schule zu gehen ». Mit Blick auf das Preisschild meinte Ernst: Es sei keine reine Ausgabe, sondern eine Investition in die Bildung und in die Umgebung, denn das Schulhaus stehe auch dem Quartier Goldbach, seinen Einwohnern und Vereinen zur Verfügung. Für den neuen Schulpräsidenten Klemens Empting war es übrigens gleich ein doppelter Freudentag: Nebst der Einweihung durfte er auch noch seinen 65. Geburtstag feiern. Er charakterisierte den Neubau als «cool». Und so nähmen ihn auch die Schüler wahr.



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