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21.11.2018
Zürich West

Quartierverein 5 soll vernetzen und beleben


In kleinen Gruppen diskutierte man, welche Aufgaben der Quartierverein Zürich 5 übernehmen soll. Foto: ho.

Der Quartierverein soll den zweigeteilten Kreis 5 zusammenbringen, ihn beleben und eine niederschwellige Anlaufstelle sein. Das sind einige Wünsche aus der Bevölkerung an den komplett neuen Vorstand.

Thomas Hoffmann

Im Juni ist zusammen mit dem damaligen Präsidenten Helmuth Werner praktisch der gesamte Vorstand des Quartiervereins Zürich 5 Industriequartier zurückgetreten («Zürich West» berichtete). Nun wollten die neue Präsidentin Andrea Aebi und ihr Vorstandsteam wissen, wo die Mitglieder und die Bevölkerung der Schuh drückt, was sie vom Quartierverein erwarten.

Den Pfingstweidpark wachküssen

Nach der ausserordentlichen Generalversammlung (siehe Kasten) führte Regula Weiss durch den öffentlichen Anlass, an dem über 50 Personen teilnahmen. An der GV hatten noch die Zahlen dominiert, nun sprudelten die kreativen Ideen. Auf drei Fragen suchte man in Kleingruppen nach Antworten: Wie soll das Quartier sein respektive werden? Was kann man selbst dafür tun? Und was soll der Quartierverein dazu beitragen?

Der Kreis 5 sei zweigeteilt, hielten fast alle fest und wünschten, dass man den inneren und äusseren Kreis zusammenbringe. Beispielsweise könne der Quartierverein Anlässe alternierend mal aussen, mal innen durchführen. Die Teilnehmenden wünschten mehr Grünräume, mehr Velowege und Begegnungsräume. Als konkreter Vorschlag tauchte die Idee auf, den Pfingstweidpark «wachzuküssen» mit einem Glacegarten im Sommer und einem Suppenhaus im Winter. Die verbliebenen Schrebergärten sollten erhalten bleiben und ökologisch bewirtschaftet werden. Und man regte an, «Hosentaschen-Parks» zu schaffen. Einmal im Jahr scheint die Sonne genau in die Josefstrasse, dann könne man ein langes Bankett durchführen, lautete eine Idee, einen «Josef Sun». Dafür gab es spontan Applaus. Auch könne das multikulturelle Quartier, in dem viele Sprachen gesprochen werden, den 21. Februar feiern, den Tag der Muttersprache. In der KV-Schule würde man gern die Turnhalle sowie das Schwimmbad benützen können.

Als Dachorganisation wirken

Welche Rolle soll dabei der Quartierverein spielen? Die Teilnehmer sehen ihn als niederschwellige Anlaufstelle für Quartieranliegen, «er soll unsere Themen in die Stadtverwaltung bringen und wieder zurück, damit es eine Wechselwirkung gibt». Auch soll er offen und neutral sein, sich für ein lebendiges Quartier einsetzen und sich um die Vernetzung kümmern. Man wünscht sich einen Quartierverein, der eine Plattform bietet für den Meinungsaustausch, der sich für die Verkehrsberuhigung einsetzt (beispielsweise die Wiedereinführung der Barrieren) und der eine Funktion als Dachorganisation im Quartier wahrnimmt.

Beim neuen Vorstand stossen die Ideen auf offene Ohren. Bezüglich Vernetzung beispielsweise fasst man bereits für März ein grosses Treffen mit Parteien, Vereinen und Organisationen ins Auge.

Statt 5000 Franken Defizit ein Plus von 12 000 Franken

Der neue Vorstand, der im Juni das Zepter übernommen hat, will den Quartierverein Zürich 5 für die breite Bevölkerung öffnen. Deshalb führte er bereits fünf Monate später eine ausserordentliche Generalversammlung durch. Einerseits um die Mitgliederbeiträge zu senken und die Statuten anzupassen, andererseits um einen Einblick in die bisherigen Aktivitäten und die Finanzsituation zu geben.

Der fast komplett neue Vorstand musste im Juni aus dem Stegreif ein Budget vorlegen. Wie sich am vergangenen Donnerstag im Pfingstweidpark zeigte, hat man zu pessimistisch budgetiert. Statt mit einem Defizit von 5000 Franken steht der Verein Ende Jahr mit einem Überschuss von 12 000 Franken da. «Die Einnahmen fallen wegen des Mitgliederzuwachses um 10 bis 15 Prozent höher aus als angenommen», verkündete Stefan Minder die frohe Botschaft. Zudem fallen die Ausgaben nur halb so hoch aus wie budgetiert. Minder und Präsidentin Andrea Aebi führten das darauf zurück, dass man sehr haushälterisch mit dem Geld umgegangen sei und viel selbst erledigt habe. Konkret spart man gegenüber dem Budget bei Werbung und Administration 3000 Franken, und man führte weniger Anlässe durch, was 6000 Franken spart. Die Reserve von 5000 Franken hat man nicht angerührt. Ende Jahr dürfte der Verein über eine Liquidität von 24 000 Franken verfügen, meinte Minder, «eine Senkung der Mitgliederbeiträge ist also problemlos möglich».

Der Vorstand beantragte, den Beitrag für Einzelmitglieder von 50 auf 30 Franken zu senken. Zudem gibt es neu für Paare und WGs die Möglichkeit, als Lebensgemeinschaft Mitglied zu werden (50 Franken). Die gut 40 Anwesenden genehmigten die tieferen Beiträge ebenso wie die angepassten Statuten. Nun wird man mit der Anmeldung automatisch Mitglied und wird nicht mehr durch den Vorstand aufgenommen.

Stefan Minder, der sich jahrelang für eine Öffnung des Quartiervereins engagiert hat, trat an der GV zurück. Neu wurden zwei Frauen gewählt: Sandra Bienek und Saskia Edskes. (ho.)



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