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22.11.2018 Von: Toni Spitale

Küsnachter, Küsnachter Amtlich

Küsnachts Einfallstor wieder ausschmücken


Siegfried Roth (Dritter von links) und weitere Bewohner wollen am Seeufer wieder Blumenschmuck. Foto: Toni Spitale

Ein Gruppe von pensionierten Küsnachterinnen und Küsnachtern wünscht sich an der Schiffanlegestelle wieder Blumenschmuck. Die Gemeinde winkt jedoch ab. Nun hofft der Wortführer der Gruppe auf private Donatoren.

Die Stimmung war gut, als Siegfried Roth in diesem Sommer mit Freunden eine Rundfahrt mit dem Schiff nach Rapperswil unternahm. «Bei allen Anlegestellen erfreuten wir uns am schönen Blumenschmuck», erinnert sich der pensionierte EDV-Fachmann. Nur in Küsnacht wurde die Freude der Reisenden getrübt. «Blumenschmuck war weit und breit nicht vorhanden. Unsere eigene Schiffstation sah irgendwie trostlos aus.»

Offene Türen eingerannt
Der Gedanke, dass ausgerechnet das Einfallstor der Gemeinde auf Einwohner, Besucher und Touristen keine Falle macht, liess den im Jahr 2014 Zugezogenen nicht mehr los. Den fehlenden Blumenschmuck thematisierte er zuerst mit Nachbarn und Bekannten am wöchentlichen Kaffee-«Stamm» im «Kägis». Mit seinem Anliegen rannte er offene Türen ein: Dem Erscheinungsbild der Gemeinde zuliebe sollte die Schiffsstation wieder aufgewertet werden, lautete auch dort der Tenor. Nun wandte sich Roth an den Gemeinderat. In seinem Brief bemängelte er nicht nur die fehlenden Blumen am Seeufer, sondern zeigte mit dem Finger noch auf ein paar weitere «unschöne Ecken» in Küsnacht – unter anderem auf die «ungepflegten Rasenrabatte» im Bereich der Oberwachtstrasse. Der Verfasser vermutet, dass Spardruck zu dieser Vernachlässigung geführt hat, und betonte in seinem Schreiben: «Dass ausgerechnet die gut betuchte Gemeinde bei diesem Posten Geld sparen will, können viele Bürger und Einwohner nicht verstehen. » Als positive Beispiele hingegen hob Roth die Blumenbeete an der Unterführung Dorfstrasse und den Blumenschmuck am Gemeindehaus hervor. Letzterer sei für ihn sogar etwas «zu üppig» ausgefallen.

Opfer von Vandalen geworden
Kurz und knapp hiess es daraufhin aus dem Gemeindehaus: «Die Abteilung Tiefbau hat sich zu einem früheren Zeitpunkt mit der Optimierung des Blumenschmuckes auseinandergesetzt und die Standorte definiert. Die Bepflanzung hat sich seither bewährt. Es sind keine Änderungen vorgesehen.» Roth wollte sich mit dieser spärlichen Antwort nicht zufriedengeben. Erneut nahm er einen Anlauf – diesmal schickte er sein Schreiben direkt dem Gemeindepräsidenten.
Die zweite, längere Antwort stammte nun aus der Feder des Tiefbauvorstands Walter Matti. Darin hält das Gemeinderatsmitglied fest, dass der Schiffsteg bis 2008 tatsächlich mit Blumen geschmückt war. Diese Bepflanzung sei aber – wie auch diejenige bei der Landeanlage Heslibach – wiederholt Opfer von Vandalen geworden, welche die Blumenkisten in den Zürichsee geworfen hätten. Zudem hätten wartende Schiffpassagiere ihre Rucksäcke und Taschen in die Tröge gelegt oder sich ohne Rücksichtnahme auf die Bepflanzung auf den Blumenschmuck gesetzt. Aus diesem Grund habe die Gemeinde fortan auf Blumenschmuck bei der Landeanlage verzichtet. «Der Gemeinderat vertritt die Auffassung», so hält Matti abschliessend fest, «dass der aktuelle Blumenschmuck im öffentlichen Raum für die Aufwertung Küsnachts ausreichend ist.»

Thema ist noch nicht gegessen
Roth ist mit der zweiten Antwort nur insofern zufrieden, als dass sie detaillierter ausgefallen sei als die erste, wie er sagt. In der Sache vertreten er und weitere pensionierte Küsnachterinnen und Küsnachter weiterhin eine andere Meinung. Dass Vandalen und unachtsame Schiffpassagiere den Blumenschmuck begraben haben sollen, könne er als dauerhaftes Argument kaum nachvollziehen. «Wäre dem wirklich so, hätten zum Beispiel Erlenbach, Herrliberg und Zollikon schon längst ihren Blumenschmuck auch abgeräumt. Ich kann mir kaum vorstellen, dass es in Küsnacht mehr Nachtbuben und ungezogene Passagiere hat als in anderen Goldküsten- Gemeinden.» Roth ist überzeugt, dass das Thema noch nicht gegessen ist, und hofft nun, dass sich alternativ vielleicht Private, Firmen oder Interessenorganisationen wie der örtliche Verschönerungs- oder der Gewerbeverein für die Erstellung und die Pflege von Blumenschmuck an der Schiffstation und an weiteren Stellen im Dorfzentrum einsetzen.



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