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05.12.2018 Von: Béatrice Christen

Züriberg

100 Freiwillige arbeiten beim Diakoniewerk


André Gerber mit seinem kleinen Hund Chico, einem Australian Sheppard: «Wir beide haben tolle Erfahrungen im Umgang mit Schwerkranken, zum Teil auch mit dementen Menschen gemacht.» Foto: zvg.

Der gestrige 5. Dezember wurde Mitte der 80er Jahre von der Uno zum Tag der Freiwilligen bestimmt. In der Stiftung Diakoniewerk Neumünster kommen rund hundert Freiwillige zum Einsatz. Wer sich für eine ehrenamtliche Tätigkeit interessiert, kann sich melden.

Silvia Kölliker leitet die Freiwilligenarbeit unter dem Dach der Stiftung Diakoniewerk Neumünster Zollikerberg. Die engagierte Frau erzählt: «Die Freiwilligenarbeit beinhaltet bei uns verschiedene Bereiche. Insgesamt sind rund hundert Personen im Einsatz. Darunter befinden sich ehemalige Mitarbeiter, aber auch Menschen, welche sich aufgrund von Informationen auf unserer Homepage oder durch Empfehlungen aus dem Bekanntenkreis sinnvoll in unsere Stiftung einbringen möchten.»

Wo kann man sich einbringen?
Einer der Einsatzbereiche für Freiwillige ist die Patientenbegleitung im Spital Zollikerberg. Hier kommen rund dreissig Freiwillige zum Einsatz, welche die Patienten im Spital empfangen oder zu Untersuchungen begleiten. Eine weitere Möglichkeit, sich freiwillig einzubringen, bietet die Gottesdienstbegleitung. Der oder die Freiwillige begleitet Patienten und Patientinnen des Spitals und der Reha- Clinic Zollikerberg am Sonntag zum reformierten oder katholischen Spitalgottesdienst. Ferner existiert für Freiwillige ein Besuchsdienst. Dieser beinhaltet regelmässige Besuche bei einem Bewohner oder einer Bewohnerin der Residenz Neumünster Park. Je nach Bedarf werden gemeinsame Spaziergänge oder andere Aktivitäten unternommen. Es gibt auch Freiwillige, die vorlesen oder sich nur zu einer Plauderstunde einfinden. Freiwillig Helfende betreuen auch die mobile Bibliothek im Spital. Sie sorgen für spannenden Lesestoff unter den Patienten im Spital. Einfühlsame Frauen und Männer werden in der Krisen- und Sterbebegleitung eingesetzt. Sie begleiten schwer kranke oder sterbende Menschen, indem sie ihnen in schwierigen Lebenssituationen beistehen.
Silvia Kölliker, welche neben der gesamten Freiwilligenarbeit auch den Bereich Krisen- und Sterbebegleitung organisiert, ist Ansprechpartnerin für Menschen, die sich freiwillig einbringen möchten. Sie erzählt: «In einem ersten Gespräch werden Wünsche und Stärken der Kandidatin beleuchtet. Dabei spüre ich, für welchen Bereich die mir gegenüber sitzende Person sich eignen könnte, und mache ihr einen entsprechenden Vorschlag. Anschliessend findet eine kurze Probezeit statt, während der die Bewerberin begleitet und umfassend instruiert wird. Freiwillig Tätige sind kein Ersatz für fehlendes Personal, sondern eine zeitlich willkommene Ergänzung des Pflegefachpersonals. Freiwillige arbeiten ehrenamtlich, sie erhalten lediglich eine pauschale Spesenvergütung. In der Stiftung Diakoniewerk Neumünster werden freiwillig Tätige gut integriert. Sie erhalten Zugang zum Weiterbildungsprogramm und zum Ethikforum. Auch können sie sich im Restaurant preisgünstig verpflegen. Ferner findet jeweils für sämtliche Freiwilligen ein Dankesanlass statt. Der Einsatz einer freiwillig arbeitenden Person erfolgt regelmässig nach deren Möglichkeiten und Bedürfnissen.»
Die Lokalinfo hat drei Personen getroffen, welche freiwillig in der Stiftung Diakoniewerk Neumünster tätig sind:

Beatrice Schär
Eine davon ist Beatrice Schär. Die aufgestellt wirkende fröhliche Frau ist seit dem Frühjahr als Freiwillige im Einsatz. Sie begleitet und betreut Patienten auf der Station «Palliative Care und Akutgeriatrie». Die 65-Jährige erzählt: «Ich bin jeden Montagnachmittag vier Stunden vor Ort. Dort absolviere ich Besuche, führe Gespräche und pflege die zwischenmenschlichen Kontakte mit den Menschen, welche dort betreut werden. Je nach Bedarf bleibe ich zum Nachtessen mit der Gruppe.»

Georges Nievergelt
Der 65-jährige Mann befindet sich noch mitten im Arbeitsprozess, hat aber trotzdem Zeit, sich ehrenamtlich einzubringen. Er erzählt: «Ich nehme mir Zeit für Einsätze in der Krisenund Sterbebegleitung, welche in der Regel zwischen drei und vier Stunden dauern. Meine Tätigkeit erfolgt meistens am Wochenende, am Abend oder in der Nacht. Wenn ich von der Disposition der Stiftung Diakoniewerk Neumünster eine Anfrage erhalte, überlege ich mir den Einsatz, und wenn ich das Gefühl habe, ihn bewältigen zu können, sage ich gerne zu.»

André Gerber mit Chico
André Gerber ist 65 Jahre alt. Seine Einsätze erfolgen in der Abteilung Palliative Care und dauern maximal eine Stunde. Dabei spielt sein Hund Chico – ein Australian Sheppard – die massgebende Rolle. Der ausgebildete Sozialhund wird vor dem Einsatz aus hygienischen Gründen gebürstet und abfrottiert. André Gerber führt den Hund zu den Menschen, welche das Bedürfnis haben, diesen zu streicheln. Gerber erzählt: «Wir beide haben tolle Erfahrungen im Umgang mit Schwerkranken, zum Teil auch mit dementen Menschen gemacht. Oft werden diese ganz ruhig, wenn sie Chico berühren, und ihre Augen leuchten.»



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