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05.12.2018 Von: Pia Meier

Zürich Nord

Schwamendinger besuchen den Mumienforscher an der Uni


Frank Rühli (r) mit Patrick Eppenberger vom Team beim selber entwickelten Computertomographen, auf dem ein mittelalterlicher Schädel ist. Foto: pm.

Frank Rühli ist Professor am Institut für Evolutionäre Medizin der Universität Zürich und Vorstandsmitglied des Quartiervereins Schwamendingen. Er lud  Interessierte ein, einen Blick hinter die Kulissen des Instituts zu werfen.

Frank Rühli informierte die um die 20 Teilnehmenden der vom Quartierverein Schwamendingen organisierten Führung zuerst über das Institut für Evolutionäre Medizin. Dieses ist ein führendes, global vernetztes Forschungs-, Lehr- und Dienstleistungsinstitut, das Teil der medizinischen Fakultät der Universität Zürich ist. Es ist am Standort Universität Irchel lokalisiert. Die Mitarbeitenden des Instituts analysieren altes biologisches Material und verknüpfen die Daten, um zum Beispiel Zivilisationskrankheiten des modernen Menschen wie Allergien, Arteriosklerose und Gicht besser zu verstehen. Mit ihrer Forschung versuchen sie herauszufinden, was die evolutionäre Ursache von solchen Krankheiten ist. «Wir sind das einzige humane DNA-Labor der Schweiz und ein weltweit einmaliges Institut», hielt Rühli fest. Ihr Motto laute «Lernen von der Vergangenheit für die Zukunft». «Wir sind an der Schnittstelle zwischen Evolution und Medizin», fasste Rühli zusammen. Zum Institut Evolutionäre Medizin gehört auch das Medical Museum, das an fünf Standorten untergebracht ist. Das grösste Sammlungsdepot ist in Schlieren.

Mumienforschung
Danach ging Rühli auf sein Fachgebiet ein, die Mumienforschung, die vierte Dimension der Medizin. «Als medizinische Information ist Gewebe vorteilhafter gegenüber historischen Daten», bemerkte Rühli. Mit dem Computertomograph schaue man Mumien im Innern an. Im Tal der Könige in Ägypten untersucht das Team die Mumien auf Unfälle und Krankheiten. Aber auch die Zahnpathologie interessiere. «Die Mumifizierung war sehr hochstehend», hielt Rühli fest. Man habe manchmal die Organe herausgenommen und separat mumifiziert. Ziel der Forschung ist eine einmalige antike DNA-Datenbank. Etwas mitnehmen dürfen die Forscher nicht. Sie müssen deshalb alles vor Ort machen. Rühli und sein Team sind aber nicht nur in Ägypten tätig, sondern konnten auch Ötzi, den Mann aus dem Eis, genauer anschauen. Dieser starb ungefähr 3300 Jahren vor Chr., weil eine Pfeilspitze ein Blutgefäss trat und er in der Folge verblutete.

Verena Schünemann, Mitarbeiterin des Instituts, informierte die Anwesenden anschliessend über die Genom-Rekonstruktion von alten Pathogenen aus Skelettmaterial. «Dies gibt den Forschenden Einblicke in historische Epidemien, die Evolution der Pathogene und die Anpassung des Menschen», fasste sie zusammen. Aber auch das Genom alter Pflanzen und die Domestikation von Kulturpflanzen seien ein Thema. Danach konnten die Teilnehmer einen Computertomograph anschauen und sich über die Anwendung informieren lassen.



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