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09.01.2019 Von: Andrea Kehl

Züriberg

Die «Winterreden» beginnen am Montag


Die Winterreden vom Balkon herab auf den Münsterplatz – wie hier mit Christa Rigozzi im vergangenen Jahr – hat eine Fangemeinde gefunden. Heuer werden zehn Rednerinnen und Redner sprechen. Foto: zvg.

Vom Montag, 14., bis Freitag, 25. Januar 2019, halten zehn Persönlichkeiten für 20 Minuten eine Rede aus Karls Erkerfenster.

Wenn um 18 Uhr die Grossmünsterglocken verklungen sind, richtet sich jeden Abend eine andere Persönlichkeit aus Karls Erkerfenster ans Publikum auf dem Grossmünsterplatz. Worüber die Persönlichkeiten sprechen? Lassen Sie sich überraschen. Ob zufällig vorbeispaziert oder extra hergekommen: Für 20 Minuten können Sie den Worten aus dem Erker lauschen. Von Christa Rigozzi bis zum Weltuntergang blickt Karl der Grosse auf ein spannendes Jahr zurück. Mit der Winterrede der Tessiner Moderatorin (Foto) startete das Jahr.
Den Auftakt dieses Jahr macht auch wieder ein Profi.
Fernsehmoderator Kurt Aeschbacher, Montag, 14. 1. Darüber müssen wir reden: «Wir sollten unbedingt über das reden, was wir – aus was für Gründen auch immer – verschweigen. » Das möchte ich verschweigen: «Alles, was andere in ihrer Integrität verletzt.»
2. Winterrede Dienstag, 15. 1., mit Anna Rosenwasser, LGBTI-Aktivistin. Darüber müssen wir reden: «Wie glücklich es macht, queer zu sein.» Das möchte ich verschweigen: «Wie unpraktisch das Wort ‹queer› im deutschen Sprachgebrauch ist.»
3. Winterrede Mittwoch, 16. 1., mit Laura de Weck, Autorin. Darüber müssen wir reden: «Vaterschaftsurlaub. » Darüber müssen wir nicht reden: «Urlaub.»
4. Winterrede Donnerstag, 17. 1., mit Marco Solari, Präsident Locarno Filmfestival. Darüber müssen wir reden: «Wie sehe ich die italienische Schweiz? Als folkloristisches Juhu- Anhängsel unseres Landes oder als Sprachregion der kulturellen Überraschungen? » Das möchte ich verschweigen: «‹Erkenne dich selbst› stand über dem Apollo Tempel in Delphi. Jeder Mensch hat gute, aber auch dunkle, rätselvolle Seiten. Sich kennen heisst, an sich selbst arbeiten, beharrlich und . . . still.»
5. Winterrede Freitag, 18. 1., mit Kathrin Altwegg, Weltraumforscherin. Darüber müssen wir reden: «Sind wir wirklich die Krone der Schöpfung oder eher nur ein Staubkörnchen in der Wüste und ein Augenzwinkern in der Ewigkeit?» Das möchte ich verschweigen: «Als Baslerin (durch Heirat), wohnhaft in Bern, gebürtig von Solothurn, ist für mich Zürich schon fast Ausland. Zürich ist von Bern aus fast weiter weg als das Universum. Also möchte ich lieber nicht diskutieren, wieso wir Basler, Berner oder Solothurner uns im Universum mehr zu Hause fühlen als in Zürich.»
6. Winterrede Montag, 21. 1., mit Mathias Binswanger, Professor für Volkswirtschaftslehre und Autor. Darüber müssen wir reden: «In wirtschaftlich entwickelten Ländern wie der Schweiz führt Wachstum und der damit verbundene Anstieg der Einkommen nicht mehr dazu, dass die Menschen im Durchschnitt glücklicher werden. Dadurch wird das Ziel eines möglichst hohen Wirtschaftswachstums auch ökonomisch fragwürdig. » Das möchte ich verschweigen: «Moderne Wirtschaften funktionieren aber nicht ohne Wachstum. Das heisst: Wir müssen weiterwachsen, ob wir wollen oder nicht.»
7. Winterrede Dienstag, 22. 1., mit Barbara Frey, Regisseurin und Intendantin. Darüber müssen wir reden: «Über den bedrohlichen Sprachverfall auf allen Kanälen. Auch über den Sprachverfall im Journalismus.» Das möchte ich verschweigen: «Das hängt von der Situation ab und von dem oder der jeweiligen Gesprächspartner/- partnerin.»
8. Winterrede Mittwoch, 23. 1., mit Nils Melzer, Uno-Sonderberichterstatter. Darüber müssen wir reden: «Was wir allzu oft verschweigen.» Das möchte ich verschweigen: «Worüber ich reden werde.»
9. Winterrede Donnerstag, 24. 1., mit Fatima Moumouni, Spoken- Word-Poetin. Darüber müssen wir reden: «Über dies, das und jenes, ziemlich viel also!» Das möchte ich verschweigen: «(Blubb . . .).»
10. Winterrede Freitag, 25. 1., mit Claudia Schumacher, Journalistin und Kolumnistin. Darüber müssen wir reden: «Über die Deutschen, die herkommen, keine Ahnung vom Land haben und trotzdem ihre Hintern in Chefsesseln breitsitzen. Wenn sie dann noch anfangen, Züritüütsch zu reden . . . Es bitzeli peinlich, wenn Leute sich so anbiedern.» Das möchte ich verschweigen: «Dass ich Deutsche bin, aber gern Zürcherin wäre. Hab schon die halskranke Sprache gelernt, mag das eklige, salzige Popcorn. Muss nur noch lernen, dass nach zehn Freunden gut ist und man sein Herz dann zumacht!»
Karl der Grosse freut sich auf Temperament, Tacheles und Tabula rasa mit der Welt. «Das höchste Ziel dabei ist immer, dass wir am Schluss eine möglichst durchmischte und ausgewogene Rednerschaft haben», schilderte Mitarbeiterin Nadja Schüepp. Platz hat es genug, spontan vorbeigehen lohnt sich also. Bei Glühwein oder einer Suppe haben Sie die Möglichkeit, die kalten Füsse im Restaurant aufzuwärmen.



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