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09.01.2019
Zürich West

Start mit 45 Verträgen


Der Energieverbund verteilt Abwärme aus dem Werdhölzli. Foto: Lisa Maire

Der Energieverbund in Altstetten und Höngg-West könnte kostendeckend starten. Das Projekt der EWZ erreicht den verlangten Deckungsbeitrag von 10 Prozent.

David Herter

Am 10. Februar stimmen die berechtigten Zürcherinnen und Zürcher über ein 129-Millionen-Projekt ab. Das Elektrizitätswerk der Stadt Zürich (EWZ) will mit dem Geld einen Energieverbund bauen, in Teilen von Altstetten und Höngg. Via den Verbund kann Wärme und Kälte verteilt werden, um Gebäude zu heizen oder zu kühlen. Die Energie wird im Klärwerk Werdhölzli aus Abwasser und Klärschlamm gewonnen.

45 provisorische Lieferverträge habe das EWZ abschliessen können, sagt Mediensprecher Harry Graf. Diese Kunden wollen jährlich 30 Gigawattstunden Energie abnehmen, gleich viel wie in 2,6 Millionen Liter Erdöl stecken. Das reiche aus, um den Energieverbund kostendeckend starten zu können, sagt Graf. Dem Verbund angeschlossen haben sich bisher Abteilungen der Stadt, Wohnbaugenossenschaften, Unternehmen und Private. Beschlossen ist auch der Anschluss des neuen ZSC-Stadions.
 
Noch keinen Vertragsabschluss meldet das EWZ hingegen mit der bisher als «Schlüsselkundin» bezeichneten UBS. «Wir sind mit diversen Unternehmen in Kontakt und können aus Vertraulichkeitsgründen keine Namen nennen», sagt Graf. Die Liegenschaften der 45 Vertragspartner des Energieverbundes würden heute grossmehrheitlich mit fossiler Energie geheizt. Einen Beitritt zum Energieverbund belohnte das EWZ bis März 2018 mit einem Anschlussrabatt von 30 Prozent.
 
Erst verdichten, dann ausbauen

Abgestimmt wird im Februar über die ersten drei Etappen des Energieverbundes. Bei einem Ja würden schon im Herbst 2020 in Altstetten-Nord Gebäude angeschlossen. In der zweiten Etappe sollen in den Gebieten Altstetten-Nord und Höngg-West weitere Kunden gewonnen werden. Das EWZ habe sich auf das Gebiet konzentriert, in dem der Verbund «schnellere Realisierungschancen» gehabt habe, sagt EWZ-Sprecher Graf. Nach der zweiten Etappe werde das Projekt den verlangten Deckungsbeitrag von 10 Prozent erreichen. Dafür müssen die Erlöse aus dem Energieverkauf um 10 Prozent höher sein, als die Energie-, Betriebs- und Kapitalkosten.
 
In der dritten Etappe wollen die EWZ auch die Gebiete Altstetten-Mitte, Altstetten-Süd und Flurstrasse mit Energie aus dem Klärwerk Werdhölzli versorgen. An der Flurstrasse betreibt das EWZ bereits seit Längerem einen Energieverbund, der an den neuen Verbund angehängt werden soll. Die Feinerschliessung in Altstetten-Mitte, Altstetten-Süd und Flurstrasse muss durch die zuständigen städtischen Instanzen bewilligt werden.
 
Während Stadtrat und Gemeinderat Ja gesagt haben, zum Energieverbund Altstetten und Höngg-West, lehnt die SVP diesen ab. Das Projekt beinhalte grosse Risiken und sei keine Staatsaufgabe.


 
In der gedruckten Ausgabe von «Zürich West» (sie erscheint am Donnerstag, 10. Januar) wurde irrtümlich der Begriff «Rendite» verwendet. Richtig ist der Begriff «Deckungsbeitrag», wie er auch in der stadträtlichen Weisung 2018/267 verwendet wird.



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