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10.01.2019 Von: Manuela Moser

Küsnachter, Küsnachter Amtlich

Goldene Auszeichnung für Küsnacht


Eine fast vollständige Exekutive (v.l.): Martin Wyss, Klemens Empting, Susanna Schubiger-Münger, Markus Ernst, Walter Matti, Ueli Schlumpf, Pia Guggenbühl und Martin Schneider (es fehlt: Ueli Erb). Fotos: Manuela Moser


Am Neujahrsapéro ist Küsnacht erneut das Label Energiestadt Gold verliehen worden. Ausgezeichnet wurden für ihre ehrenamtliche Arbeit auch die Freiwilligen des Samaritervereins.

Zwei Auszeichnungen, einige Ansprachen und beschwingte Blasmusik: Die traditionelle Feier am ersten Sonntag im neuen Jahr lockte rund 400 Küsnachterinnen und Küsnachter in die Heslihalle. Zu feiern gab es eine fortschrittliche Klimaund Energiepolitik der Gemeinde sowie einen engagierten Samariterverein, dessen Freiwilligenarbeit mit dem diesjährigen Gesellschaftspreis gewürdigt worden ist.
Zu Beginn trat Gemeindepräsident Markus Ernst (FDP) ans Rednerpult. Er betonte, wie wichtig eine direkte Begegnung im Zeitalter der Digitalisierung sei. «Es ist schön, den persönlichen Kontakt unter den Küsnachtern zu pflegen.» Politisch stehe der Gemeinde mit dem bevorstehenden Wahljahr und den vielen Küsnachter Kandidierenden eine spannende Zeit bevor. «Unsere Gemeinde ist ein Nährboden für einflussreiche Politik.» Ein Seitenhieb gegen links, gegen Regierungsrätin Jacqueline Fehr (SP). «Sie hat die Seegemeinden vor Kurzem als träge und nicht beachtenswert bezeichnet.» Dies ganz offensichtlich zu Unrecht, so Ernst.

Gold für Küsnacht
Mit einem Applaus wurde anschliessend Bruno Bébié begrüsst, der als Vorstandsmitglied des Trägervereins Energiestadt Küsnacht das Goldlabel überreichte. «Ich war schon vor vier Jahren hier», meinte er, und mit Anspielung auf den Drei-Königs-Tag: «Erneut kann ich Küsnacht die Goldkrone überreichen.» In ihren energiepolitischen Bemühungen wird die Seegemeinde nur noch von Zürich und Winterthur überholt. Gesamtschweizerisch tragen 49 Gemeinden die Goldauszeichnung. Das Zertifikat nahm schliesslich Gemeinderat Ueli Schlumpf (SVP) auf der Bühne entgegen, nicht ohne die Bemühungen seines Vorgängers als Präsident der Energie- und Naturschutzkommission, Gemeinderat Martin Wyss (FDP), zu loben.
Gleich ging es zur nächsten Auszeichnung, der Verleihung des Gesellschaftspreises 2018. Gemeinderätin Pia Guggenbühl (FDP) stellte sich als Vorsteherin des gleichnamigen Ressorts ans Rednerpult. «Geehrt wird heute eine Organisation, die still im Hintergrund wirkt, aber immer da ist, wenn etwas Wichtiges in Küsnacht über die Bühne geht.» So beispielsweise das Kinderfest, die Chilbi oder die Sporttage. Gemeint sei der örtliche Samariterverein, der letztes Jahr sein 120-jähriges Bestehen feierte und dessen Mitglieder insgesamt «zehn Arbeitswochen im Jahr» im Einsatz ständen. «Grundwerte wie Menschlichkeit, Unparteilichkeit und Freiwilligkeit stehen für die Samariter, sie ständen aber eigentlich allen Menschen gut an.» Unter Applaus nahm die Präsidentin, Mary Cirillo, den mit 5000 Franken dotierten Preis entgegen. «Niemand will mehr Samariter werden», meinte sie. Dabei sei es nicht schwierig, sich als Samariter ausbilden zu lassen. Anstelle von Blumen hatte man sich einen Riesenpanettone gewünscht. «Wer sich also gleich heute freiwillig bei den Samaritern meldet, kommt vielleicht noch in den Genuss des Kuchens», scherzte Gemeinderätin Guggenbühl.
Umrahmt wurden die Festreden von den Klängen des Blechbläserquartetts «Fanfare Terrible», das bereits einmal an einem Neujahrsapéro in Küsnacht gespielt hatte. Es zeigte ein breites Repertoire, manch einer wippte mit dem Kopf oder Fuss mit.
Nach dem offiziellen Teil verteilten sich die Anwesenden an die weiss gedeckten Stehtischchen und bedienten sich am Drei-Königs-Kuchen, welche der ortsansässige Bäcker in den frühen Morgenstunden gebacken hatte. Getrunken wurde ebenfalls lokal, und zwar der Küsnachter Wein vom Weingut Diederik.
Wer aber sollte nach all den offiziellen Ehrungen der König von Küsnacht werden? Wer biss auf das weisse Männchen im wichtigsten Kuchenstück? Markus Felder hiess der Glückliche. 35 Jahre lang hatte der Küsnachter in der ortsansässigen Firma Ernst als Betriebselektriker gearbeitet, bis diese aufhörte, ihre Kessel zu produzieren. Doch über die Pensionierung hinaus blieb Felder seinem Arbeitgeber treu und ist heute für den Unterhalt der Maschinen zuständig. «Ende dieses Jahres bin ich 40 Jahre im Betrieb.» Und, was bedeutete ihm das goldene Krönchen der Gemeinde? «Ich habe die Gemeinderäte darauf angesprochen, ob ich jetzt weniger Steuern zahlen muss», scherzte er, «doch am Schluss waren plötzlich alle verschwunden.»



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