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16.01.2019
Zürich West

Stifti-Morge findet immer grösseren Anklang


Im Blumenhaus Wiedikon durften die Schülerinnen und Schüler gleich selber Hand anlegen. Foto: Thomas Hoffmann

Der Wiediker Gewerbeverein ist mit seinem Stifti-Morge erfolgreich. Nächstes Jahr will sich mit dem «Döltschi» ein drittes Schulhaus beteiligen. Das bringt ein Problem.

Thomas Hoffmann

Schülerin Hiba steckt eine letzte Tulpe in ihr Arrangement und strahlt Pascale Walker an. Die erklärt nun den fünf Mädchen aus den Schulhäusern Aemtler und Rebhügel, wie der Abfall getrennt und entsorgt wird, bevor sie an der Kasse weitere Aspekte schildert, die zur Ausbildung einer Floristin gehören. Ihre Gestecke dürfen die Schülerinnen dann mitnehmen.

Das Blumenhaus Wiedikon ist einer von 26 Betrieben, der an diesem Montagmorgen den Schülern der zweiten Oberstufe einen Einblick in die Berufsausbildung gibt. Das Angebot ist breit, es reicht von der KV-Lehre über Schreiner, Hotelfachmann, Maurerin, Coiffeur und Metzgerin bis zur 3-D-Druckerin. Gemeinsam ist den 26 Firmen eines: Sie sind Mitglied von Gewerbe Zürich 3.
«Wir organisieren den Stifti-Morge seit fünf Jahren», erzählt Präsident Markus Rupper. Es brauche nicht nur Studierende. «Wir wollen den Schülerinnen und Schülern attraktive Berufe im Quartier zeigen und sie darauf hinweisen, dass das Handwerk eine unglaublich gute Basis bildet, auf der man aufbauen kann.» Die ersten Jahre seien harzig gewesen, gesteht Rupper. Man habe die Mitglieder angeschrieben, was relativ wenig Resonanz auslöste. Jetzt gehe er selber vorbei und stelle den Firmen das Projekt vor. «Nach fünf Jahren sind unsere Mitglieder Feuer und Flamme für den Stifti-Morge», schmunzelt der Präsident, «aber zuerst musste ich einige Briketts einwerfen.»

«Äusserst sinnvoll»

Gestartet war der Anlass bescheiden im Schuljahr 2014/15. «In diesem Jahr kamen sechs verschiedene Betriebe zu uns ins Aemtler Schulhaus und haben ihre Betriebe und Berufe vorgestellt», erinnert sich Schulleiter Clemens Pachlakto. Das übergeordnete Ziel sei, den Schülerinnen und Schülern das vielfältige Angebot in der näheren Umgebung aufzuzeigen und sie in der Berufsfindung zu unterstützen. Nach dem Anlass konnten auch schon Lehrstellen vergeben werden. Der Gewerbeverein meldet jeweils die Betriebe mit den Berufsbezeichnungen an die Schulen, die die Listen ihren Zweitklässlern zur Auswahl geben. Am Stifti-Morge besuchen die Jugendlichen zwei Firmen und soweit möglich sind auch Lehrpersonen vor Ort. Heuer war zudem Sandra Stamm vom städtischen Laufbahnzentrum unterwegs. Sie wies Firmen auf das Projekt Lift hin (www.jugendprojekt-lift.ch). Es will Praktikumsplätze an Mittwochnachmittagen vermitteln.

«Die Rückmeldungen der Schüler und Schülerinnen zum Stifti-Morge sind mehrheitlich positiv», weiss Schulleiter Pachlakto. Für manche sei der Anlass jedoch zu früh, sie seien noch nicht bereit, sich auf Berufe oder Stossrichtungen festzulegen. Seitens der Lehrpersonen werde der Anlass ebenfalls unterstützt und mitgetragen. «Die Vernetzung im Quartier wird als äusserst sinnvoll empfunden, daher wird der damit verbundene Mehraufwand gern in Kauf genommen.»
Zum dritten Mal beteiligt sich heuer das Schulhaus Rebhügel, das im Gegensatz zum Aemtler nicht zum Schulkreis Limmattal gehört, sondern zum Schulkreis Uto. «Es macht mich stolz», so Schulleiter Caspar Schaudt, «dass mit dem Gewerbeverein eine Zusammenarbeit über die Grenzen der Schule hinaus zustande gekommen ist, die ebenso gut funktioniert wie mit der Schule Aemtler über die Grenzen der Schulkreise hinweg.» Sich selbst bezeichnet Caspar Schaudt als «Mitläufer», im Rebhügel sei das Projekt bei Klassenlehrer Sebastian Blümel in kompetenten Händen. «Dass wir in jedem Schulhaus eine zentrale Ansprechperson haben, ist sehr vorteilhaft», lobt Gewerbevereinspräsident Rupper.

Nächstes Jahr will sich auch das Schulhaus Döltschi am Stifti-Morge beteiligen. Es war damals an der Gründungsversammlung dabei, hatte sich aber zurückgezogen, da es für die wenigen Betriebe+ zu viele Schüler gewesen wären. «Nun kam im Team erneut die Idee auf, etwas zusammen mit dem Gewerbe zu machen», erzählt Döltschi-Lehrerin Bea Geissmann. «Schön, wie es hier läuft», schwärmte sie am Montag. Vor allem für die Sek-B-Schülerinnen und -Schüler würde es viel bringen.

Stifti-Anlass am Samstag?

Mit den 80 Jungs und Mädchen vom Döltschi steigt die Schülerzahl markant von 120 auf 200. «Wir werden das Angebot von unseren Gewerbebetrieben von heute 26 auf mindestens 33 erhöhen», meint Markus Rupper. Es gebe jedoch ein grosses Problem: Verschiedenste Firmen wie zum Beispiel Schreiner haben gefährliche Maschinen. Daher kann dort an einem Arbeitstag nur eine beschränkte Anzahl Schüler kommen. «Als Lösung tauchte die Idee auf, den Anlass an einem Samstag durchzuführen», erzählt Rupper. Allerdings seien die Schulbehörden bisher dagegen. Im Hinblick auf die 200 Jugendlichen im nächsten Jahr will man diese Idee an der Auswertungssitzung aber nochmals anschauen.



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