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30.01.2019
Zürich West

Knapper Schulraum: Sportanlagen im Visier


Heikle Schulraumplanung: Würden die Pavillons hier wirklich aufgebaut, müsste das Goal woanders hin. Foto: Lorenz Steinmann

Auf dem Sportplatz des Schulhauses Kappeli ragen seit Kurzem zwölf Bauvisiere in die Höhe. Auf der Wiese könnten dreistöckige Pavillons für die Grundstufe zu stehen kommen. Warum geht es nicht anders?

Alexander Vitolic

In den drei geplanten, temporären Pavillons sollen ab 2020 sukzessive Primarschulklassen untergebracht werden, bis für die Sekundarschule aus dem denkmalgeschützten Hauptgebäude eine neue Unterkunft gefunden wird. Die Anzahl Primarschüler wird sich in den nächsten acht Jahren im Schulkreis Letzi voraussichtlich verdoppeln, die Folgen einer überfälligen Schulraumplanung der Stadt, die mittlerweile auch Sport- und Grünanlagen befällt. Das Problem trifft den Schulkreis Letzi heftig. Bis 2025/26 werden in den Quartieren Albisrieden, Altstetten und Grünau rund 1300 zusätzliche Schülerinnen und Schüler aller Stufen erwartet. Die Stadt reagiert darauf mit zwei Neubauten. Die Schulanlage «Freilager» in Albisrieden steht schon lange auf dem Plan und soll 2022 in Betrieb genommen werden. Neuer ist die Idee eines grossen Sekundarschulhauses auf dem Sportplatz der Primarschule Grünau. Genau dahin soll die Oberstufe aus dem Kappeli umgesiedelt werden, doch die Eröffnung steht frühestens 2028 bevor.
Über die temporäre Zweckentfremdung oder Aufhebung von Sportplätzen ist man auch bei der Kreisschulbehörde Letzi nicht glücklich. Zudem verfügt das Kappeli ja bereits über zwei Pavillons: «Tatsache ist aber, dass wir kein Land zur Verfügung haben», erklärt Präsidentin Barbara Grisch. «Wir können ja nicht auf den Üetliberg ausweichen.»

Dazu kommt, dass sich die Realisierung der Projekte wegen diverser Vorstösse im Gemeinderat in die Länge ziehen könnte. Eine Minderheit der «Spezialkommission Präsidialdepartement, Schul- und Sportdepartement» forderte den Stadtrat im Januar 2019 auf, die Kapazität des projektierten Freilager-Schulhauses von 18 auf 24 Klassen zu erhöhen sowie einen Neubau des Schulhauses Utogrund zu prüfen. Und der Neubau der Sekundarschule auf dem Sportplatz der Primarschule Grünau stösst bei Quartierbewohnern auf viel Unverständnis, sodass die grünen Gemeinderäte Katharina Prelicz-Huber und Balz Bürgisser am 16. Januar eine Interpellation mit kritischen Fragen an den Stadtrat richteten.

Das Ziel aller Beteiligten ist letztlich dasselbe: mehr Schulraum, weniger Pavillons. Mittlerweile sind es über 60 auf städtischem Gebiet. Doch die verschiedenen parteiübergreifenden Vorstösse bergen auch die Gefahr, dass sich die Bauphase in die Länge zieht. Die Präsidentin der Kreisschulbehörde Letzi, Barbara Grisch, ist zuversichtlich, dass es zumindest im Fall der Schulanlage «Freilager» im Mai zu einer Volksabstimmung kommt.

Das letzte Wort ist also noch nicht gesprochen. Auch nicht, was die drei Pavillons auf dem Kappeli-Sportplatz angeht. Silvan von Wartburg, Mediensprecher von Immobilien Stadt Zürich, betont auf Anfrage von «Zürich West», dass man weiterhin nach Alternativen suche. Konkret heisst das: Auch private Immobilieneigentümer sind wegen Mietlösungen angefragt worden. So oder so: Mit der Errichtung würde erst 2020 begonnen und die Visiere werden wieder abgebaut, sobald die Rekursfrist abgelaufen ist. Sportlicher Betätigung auf der Kappeli-Wiese steht im kommenden Sommer also noch nichts im Weg.



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