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30.01.2019 Von: Pascal Wiederkehr

Zürich 2

Wollishofer wehren sich mit einer Petition gegen Neubau am Mythenquai


Die Petitionäre übergaben die Unterschriften an Hochbauvorsteher André Odermatt (Mitte). Foto: pw.

Am Standort der Avia-Tankstelle und der Franz AG am Mythenquai soll ein Neubau entstehen. Anwohner fürchten nun um die nahe Badewiese. Verständnis für das Anliegen zeigt auch der Quartierverein Wollishofen.

Eines war für die Petitionäre vor dem Rathaus klar: Fast jeder Quartierbewohner habe eine Beziehung zur Badewiese beim GZ Wollishofen – ob wegen Geburtstagsfeiern, abendlichem Grillieren oder Entspannen am See. Gleich nebenan plant die Firmengruppe A. H. Meyer am Mythenquai 353 einen Neubau mit 67 Mietwohnungen am Standort der Avia-Tankstelle und der Garage Franz AG.

Gegen das Projekt formiert sich nun Widerstand (wir berichteten). Letzte Woche übergaben Anwohner dem zuständigen Stadtrat André Odermatt eine Petition mit 2776 Unterschriften gegen das Projekt. Stadtrat Odermatt nahm die Petition entgegen, liess aber nicht durchblicken, welche Haltung die Stadt dazu hat. Das Ziel der Petitionäre ist, dass die Stadt das Baugesuch ablehnt. Axel Burri, Sprecher der Petitionäre: «Als Badegäste befürchten wir Lärmklagen von den Mietern der Wohnungen.» Hinzukomme der drohende Schattenwurf des sechsstöckig projektierten Baus. «Uns ist wichtig, dass bestehende Freiräume geschützt werden», sagt Burri. Die Petitionäre erwarten, dass die Stadt sich für sie einsetzt. Zudem hätten sich schon einige Politiker vonseiten der Grünen und der AL mit den Petitionären solidarisiert. AL-Gemeinderat Walter Angst äusserte während der Parlamentssitzung, es sei eine Petition übergeben worden, die ein «dringendes Thema» betreffe.

Verständnis für das Anliegen zeigte bei der Petitionsübergabe Martin Bürki, Quartiervereinspräsident von Wollishofen. «Wir sind im Gespräch mit der Bauherrschaft», sagt Bürki. Für das Quartier sei es wichtig, dass die Badewiese auch in Zukunft uneingeschränkt genutzt werden könne.

Bauherr wehrt sich gegen Vorwürfe
«Die Nutzung der bestehenden Liegewiese am See wird in keiner Weise beeinträchtigt», schreibt die Karmon AG, das Immobilienunternehmen der Firmengruppe A. H. Meyer, in einer Stellungnahme zu ihrem Bauprojekt. Da in den Sommermonaten mit gewissem Lärm durch die Liegewiese zu rechnen sei, sollen bewusst Mietwohnungen im mittleren Preissegment entstehen, die auch ein jüngeres Publikum anziehen können. «Wie an vielen anderen Orten der Stadt werden Mieter dieser Wohnungen mit den dort möglichen Immissionen umgehen können», ist die Karmon AG überzeugt. «Das Projekt – unter Einbezug des Amtes für Städtebau der Stadt Zürich und mit einem Architekturwettbewerb erarbeitet – soll mit einem städtebaulich hochwertigen Objekt die heutigen Gebäulichkeiten ersetzen», hält die Karmon AG fest.
Derzeit läuft das ordentliche Baubewilligungsverfahren. Auch im neuen Gebäude sollen gemäss der Karmon AG eine Tankstelle mit Shop und eine Autogarage Platz finden. Aktuell befindet sich dort ein Spar Express, der täglich von 6 bis 24 Uhr offen hat.

Wie hoch die Chancen der Petition auf Erfolg sind, ist offen. Vom Hochbaudepartement heisst es, dass zum jetzigen Zeitpunkt darüber noch nicht geurteilt werden könne. «Der Inhalt und die Forderungen der Petition müssen zuerst gründlich geprüft werden», teilt Mediensprecherin Nina Berner mit. Der Stadtrat werde innerhalb von sechs Monaten dazu Stellung nehmen.



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