Züriberg Zürich 2 Zürich Nord Zürich West Zürich West mit Quartierecho Küsnachter Küsnachter Amtlich
06.02.2019
Zürich West

Von den Kakaobohnen bis zur Schokoladentafel


In der Stadtgärtnerei in Albisrieden ging es um die Schokoladeherstellung. Foto: Jeannette Gerber

Die Stadtgärtnerei Zürich ist nicht nur Gärtnerei, sondern auch Bildungszentrum. Verknüpfen lässt sich das am Beispiel Schokolade. 

Jeannette Gerber

Ursula Pfister, Projektleiterin im Fachbereich Grüne Bildung, lässt sich immer etwas Neues einfallen. Diesmal ging es in der Stadtgärtnerei in Albisrieden um die Schokoladeherstellung, wobei den Anwesenden der ganze aufwendige Verarbeitungsprozess durch Laura Schälchli, Mitinhaberin von La Flor Zürichocolatier, detailgetreu erläutert wurde.

Nach dreijähriger Vorarbeit mit einem vierköpfigen Team brachte Schälchli vor einem Jahr die eigene Schokolade La Flor aus Bohnen von Ecuador, Brasilien und Venezuela auf den Markt. Ihre Produktionsstätte befindet sich in der Binz, wo die Bohnen bereits geschält angeliefert, im Kombisteamer geröstet, im SteinMélangeur gemahlen, conchiert, temperiert und in Formen gegossen werden.

Tropisches Klima unerlässlich

Zur Demonstration hatte Schälchli eine Miniausgabe des Stein-Mélangeurs mitgebracht, der sich vor dem Publikum unermüdlich drehte. Dieser Prozess des Verfeinerns dauert drei bis vier Tage und darf nicht unterbrochen werden. Die Blöcke müssen dann reifen und werden nach dem Temperieren in flache Formen mit feinen Streifen gegossen. Auf die Idee mit den Streifen hatte sie die ehemalige Seidenweberei beim Florhof gebracht; deshalb auch der Name La Flor, der auch mit Blumen assoziiert werden soll. Schälchlis wichtigster Lieferant ist die Kakao-Hacienda Limon in Ecuador. Diese liegt am Fuss der Anden im Dorf Moraspungo in der Provinz von Cotopaxi. Der Cotopaxi ist ein 5900 Meter hoher, aktiver Vulkan. Das tropische Klima und der vulkanische Boden sind unerlässlich für ein feines Kakaoaroma. In der Produktion werden weder Insektizide noch Fungizide eingesetzt.

Das Schokolade-Angebot von La Flor umfasst 74-prozentige dunkle Schokolade, 56-prozentige Milchschokolade, weisse Schokolade, Bohnen und Nibs. Mit dem Kakao verhält es sich wie mit dem Wein: Der Geschmack der Ernte variiert von Jahr zu Jahr. Bei der anschliessenden Degustation wurden die verschiedenen Geschmacksnuancen getestet, wobei ohne einen Zusatz von Gewürzen unterschiedliche Aromen festgestellt werden konnten. Um im Schoggiland Schweiz neben der grossen Konkurrenz erfolgreich bestehen zu können, muss man sich schon etwas einfallen lassen, womit man sich aus der Vielzahl von Produzenten abhebt. Das Zauberwort heisst Herzblut: nämlich Leidenschaft, Begeisterungsfähigkeit, Energie, Risikobereitschaft, und Entdeckungsfreude. All das konnte Schälchli den Teilnehmenden überzeugend vermitteln.

Der zweite Teil des lehrreichen und unterhaltsamen Informationsabends führte in das Tropenhaus, wo der Obergärtner Sadik Ahmeti seit 16 Jahren für das Palmen- und das Tropenhaus sowie für den Aussenbereich zuständig ist. Er konzentrierte sich – dem Anlass entsprechend – mit seinen Erklärungen hauptsächlich auf die beiden Kakaobäume, die von unterschiedlicher Provenienz sind und sich auch vom Blattwerk her unterscheiden.

Über 20 Arten

«Die Kakaobäume sind eine Gattung aus der Familie der Malvengewächse», erläuterte er. «Der lateinische Name dafür ist Theobroma, was übersetzt Götterspeise bedeutet. Das natürliche Verbreitungsgebiet der etwa 22 Arten ist das tropische Amerika.» Anhand einer vor Ort geernteten Frucht erklärte er deren Innenleben. Sadik Ahmeti zeigte, dass die Blüten am Stamm oder an grösseren Ästen wachsen. Man merkte ihm an, wie sehr ihm «seine» Pflanzen am Herzen liegen und mit welcher Inbrunst er seinem Beruf nachgeht. Da die Besichtigung erst nach 19 Uhr stattfand, war leider ohne Tageslicht nur wenig von der gesamten Pflanzenpracht, ihren Blüten und Früchten zu sehen. Doch für jene, die gerne die ganze Fülle geniessen möchten (Orchideen und Farne an der Tuffsteinwand, Passionsblumen und Jadewein am Gerüst, den Kaffeestrauch oder die Papaya mit ihre Früchten) steht das Tropenhaus täglich von 9 bis 17.30 Uhr offen.



Anzeigen

Galerien

Aktuelle Ausgaben

Züriberg vom 20. Juni 2019
Zürich 2 vom 20. Juni 2019
Zürich Nord vom 20. Juni 2019
Zürich West vom 20. Juni 2019
Küsnachter vom 20. Juni 2019
Küsnachter Amtlich vom 20. Juni 2019

Sonderzeitungen

Abenteuer Stadt Natur 2019
Ausstellungsführer Neuer Norden 2018
Neuer Norden 2018
Abenteuer Stadt Natur 2018
Literaturforum booXkey
Partnerpublikation der Lokalinfo AG
Stadt-Anzeiger Glattfelder Kilchberger Klotener Anzeiger Volketswiler Nachrichten