Züriberg Zürich 2 Zürich Nord Zürich West Zürich West mit Quartierecho Küsnachter Küsnachter Amtlich
07.02.2019 Von: Annina Just

Küsnachter, Küsnachter Amtlich

Happy End für den Kindergarten


Ein Kindergarten mit Tradition und nahe vom eigenen Zuhause: Kinder aus dem Quartier Weinmanngasse spielen und lernen heute an der Weinmanngasse 36 – dies bleibt auch weiterhin so. Foto: Annina Just

Nun ist es definitiv: Der Quartierkindergarten an der Weinmanngasse bleibt erhalten. Die Schule Küsnacht hat einen langfristigen Vertrag mit dem Vermieter der Liegenschaft abgeschlossen.

Schon von Weitem hört man Kindergeschrei. Es ist Pause, knapp 20 Kinder spielen rund um das zweigeschossige Häuschen an der Weinmanngasse 36. Viel Platz gibt es zwar nicht, aber es scheint die Vier- bis Sechsjährigen kaum zu stören. Der Kindergarten gehört seit Jahrzehnten zum Quartier hier im Zentrum von Küsnacht, im Gebiet zwischen der Alten Landstrasse und dem Schübelweiher. Und er wird auch weiterhin im Quartier bleiben. Die Schule Küsnacht hat den Vertrag mit dem Besitzer der Liegenschaft verlängert. Dies gibt sie in einer aktuellen Medienmitteilung bekannt.

Steigende Schülerzahlen
Bereits nach Neujahr hat Schulpräsident Klemens Empting (FDP) gegenüber dem «Küsnachter» bestätigt, dass die neugewählte Schulpflege entschieden habe, einen neuen Anlauf zu nehmen, um den Ende Juli 2019 auslaufenden Vertrag zu verlängern. Der nun abgeschlossene Vertrag hat eine Laufzeit von fünf Jahren und wird danach in einen unbefristeten Mietvertrag umgewandelt. Ein vorzeitiges Kündigungsrecht besteht nach vier Jahren. Zum Entscheid hat gemäss Empting einerseits der Elternwunsch geführt, der im letzten Jahr mit einer Unterschriftensammlung deutlich gemacht wurde.
Andererseits aber auch die nach wie vor steigenden Schülerzahlen und die knappen Platzverhältnisse in nahezu allen Schulhäusern. Diese hängen mit dem Bevölkerungswachstum, aber auch mit dem heutigen Schulkonzept zusammen. Die Integration von Schülern mit besonderen Bedürfnissen erfordert Räumlichkeiten für die Sonderpädagogik und den Unterricht von Deutsch als Zweitsprache (DAZ). Sowohl Empting als auch Martina Troxler, Schulleiterin in der Schule Dorf und verantwortlich für den Kindergarten Weinmanngasse, betonen, dass die Räumverhältnisse im Kindergarten Weinmanngasse nicht ideal seien. Es fehlt ein Gruppenraum für den integrativen Förderunterricht (IF). Als solcher muss der Eingangsbereich dienen, der gleichzeitig auch Garderobe ist.
Doch das Platzproblem gibt es nicht nur hier: Auch die Räumlichkeiten im Schulhaus Wiltiswacht, wo man den Kindergarten Weinmanngasse hätte integrieren wollen, werden nach dem geplanten Umbau noch immer maximal ausgenutzt sein. Empting: «Mit dem Kindergarten hier an der Weinmanngasse behalten wir also eine zusätzliche Räumlichkeit und sichern uns einen gewissen Handlungsspielraum.»

Vom Prozess begeistert
Schulleiterin Troxler macht Vor- und Nachteile am dezentralen Kindergartenmodell aus, das in Küsnacht Tradition hat. «Ich sehe, dass die Eltern den Kindergarten im Quartier sehr schätzen, und bin überzeugt, dass es pädagogisch wertvoll ist, wenn die Kinder bereits in diesem frühen Alter den Schulweg alleine bewältigen können. » Gleichzeitig würden durch mehrere Kindergarteneinheiten unter einem Dach Synergien entstehen und der Austausch unter den Lehrerpersonen sei einfacher. Dem stimmt auch die betroffene Kindergartenlehrerin Antje Steinmann zu. In erster Linie freue sie sich für die Kinder und deren Eltern.
Bei den Eltern sorgt die Nachricht über den Verbleib des Quartierkindergartens indes für grosses Aufschnaufen: «Die Schliessung hätte für viele Eltern drastische Veränderungen gebracht», sagt Anne Richter. Die Kinder hätten wohl täglich in die Schule begleitet werden müssen. Richter hatte vor rund einem Jahr zusammen mit Rahel Fierz die Unterschriftensammlung für den Erhalt des Kindergartens gestartet – über 500 Küsnachterinnen und Küsnachter haben das Anliegen unterstützt. Vom Prozess, den sie damit angestossen haben, sind die beiden dreifachen Müttern total begeistert. «Es ist sehr schön, zu sehen, dass auf das Bedürfnis der Bevölkerung gehört wird und man unsere Anliegen ernst nimmt», sagt Fierz.

Erfolg für Einheitsgemeinde
Einen weiteren Faktor für das «Happy End» aus Elternsicht macht Schulpräsident Empting bei der Einheitsgemeinde aus.
Die Vertragsverhandlungen konnten erstmals der Abteilung Liegenschaften unter der Leitung von Gemeinderat Ueli Schlumpf (SVP) übergeben werden. «Damit waren die Experten am Werk», sagt Empting. Man habe den Vertrag zu den gleichen Konditionen verlängern können. Die Zusammenarbeit der Schulgemeinde mit der Abteilung Liegenschaften wertet er als einen ersten Erfolg der Einheitsgemeinde.



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