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07.02.2019 Von: Isabella Seemann

Küsnachter, Küsnachter Amtlich

Spielen, bis die Tasten glühen


Stufentest geschafft: Klavier-Expertin Elaine Fukunaga (l.) und Klavierlehrerin Annina Sax (M.) übergeben der 12-jährigen Sadiya Tiken das Diplom. Foto: Isabella Seemann

Von der Bambusflöte bis zum Waldhorn: Rund 280 Schüler der vier Musikschulen Küsnacht, Erlenbach, Zollikon und Zumikon bewältigten am Wochenende einen freiwilligen Stufentest. Dieser bringt Lernenden und Lehrern gleichermassen viel Positives.

Über den Häuserzeilen des Tobelwegs hängt der Himmel voller Melodien. Chopin und Mozart klingen aus den Fenstern. Schülerinnen und Schüler steigen die Treppen zur Küsnachter Musikschule hoch, manche bepackt mit Instrumentenkästen.
Für die 12-jährige Erlenbacherin Sadiya Tiken steht der Konzertflügel im Dachgeschoss schon bereit. Kurz wärmt sie sich mit ein paar Fingerübungen auf. Sie ist eine der 280 von insgesamt 1517 Schülern der Musikschulen Küsnacht, Erlenbach, Zollikon und Zumikon, die am ersten Februarwochenende den Stufentest ablegen. Sie lassen ihr Können auf einem der 15 Instrumente prüfen, von B wie Bambusflöte bis W wie Waldhorn, wobei fast zwei Drittel zu Gitarre, Klavier oder Violine greifen. Aber auch Sänger wollen wissen, wozu sie fähig sind.

Qualität des Unterrichts fördern
Wie ein Crescendo steigert sich die Anspannung im Warteraum – bei den Eltern noch mehr als bei den Schülern. Obgleich beim Stufentest eine Prüfungssituation entsteht, gehe es aber nicht in erster Linie darum, die Musikschüler zu bewerten. «Der Stufentest soll den Schülern zeigen, auf welchem Niveau sie sich befinden, wo ihre Stärken liegen und wo sie noch zulegen können», erklärt Helene Schulthess, Organisatorin des Stufentests und Musiklehrerin für Querflöte an den Musikschulen Küsnacht und Erlenbach. Und Peter Renfordt, Leiter der Musikschule Küsnacht, ergänzt: «Die Standortbestimmung des musikalischen und instrumentaltechnischen Fortschritts der Schüler hilft auch den Lehrern, die gesteckten Ziele im Musikunterricht zu erreichen und dessen Qualität zu fördern.»
Der Stufentest wird von den vier Musikschulen aus der Region bereits zum zwölften Mal durchgeführt, und zwar in acht Stufen statt nur sieben, wie meistenorts im Kanton Zürich. Wer die achte Stufe erreicht, sollte auch den Übertritt ins Konservatorium schaffen. Daran wagt sich dieses Jahr ein Küsnachter Gitarrist.
Die Musikschülerin Sadiya Tiken hat erst vor anderthalb Jahren mit dem Klavierspiel angefangen und meldete sich für den ersten Stufentest an. Für die von ihr vorgetragenen Stücke hat sie sich mehrere Wochen, gemeinsam mit ihrer Klavierlehrerin Annina Sax, «sehr intensiv» vorbereitet, wie diese bestätigt, und viel Zeit und Herzblut investiert. Nun legt Sadiya los mit dem flotten «Lavendelblau » von James Bastian und gibt dem kleinen Publikum auch gleich einen Vorgeschmack auf den hoffentlich nicht mehr allzu fernen Sommer.
Auch die Improvisation – eine weitere Besonderheit des Stufentests der vier Musikschulen aus der Region – führt die junge Musikschülerin mit grosser Ernsthaftigkeit aus. Expertin und Klavierpädagogin Elaine Fukunaga ist des Lobes voll: «Sehr gut gemacht », «mir gefiel die Dynamik», «fein differenziert». Und sie ermuntert die Schülerin, «beim Spiel Geduld zu zeigen». Feinfühlig angebrachtes Feedback ist wichtig. Die Stufentests sollen motivieren, ansonsten sich das kontraproduktiv auf die Schüler auswirken kann.

Fortschritt der Schüler miterleben
Motivation ist ein Wort, das man von Musiklehrern wiederholt hört. «Wir möchten, dass der Stufentest ein positives und motivierendes Erlebnis wird», sagt Schulleiter Peter Renfordt. Auch für Lehrer. «Den Fortschritt bei den Schülern mitzuerleben, ist etwas vom Schönsten in unserem Beruf», berichtet Helene Schulthess von ihren Erfahrungen als Lehrerin für Querflöte.
Allgemein ist die Schülerzahl in Bezug auf die steigende Einwohnerzahl leicht rückläufig. Die Konkurrenz an Freizeitangeboten ist gross und die Zeit knapp. «Ein Musikinstrument zu erlernen, erfordert Disziplin und auch eine gewisse Frustrationstoleranz », sagt Helene Schulthess. Aber der Lohn für die Mühe ist enorm: «Musik bereichert das Leben in jeder Hinsicht.»
So empfindet es auch Sadiya Tiken, die den Test wie alle Schüler erfolgreich bestanden und ein Zertifikat sowie einen farbigen Pin erhalten hat. Es soll nicht ihr letzter sein. «Ich spiele sehr gerne Klavier», erzählt sie, «jetzt bereite ich mich auf Stufe 2 vor.» Doch für diesen Tag löst sich die Anspannung und ein Lächeln huscht über ihr Gesicht.



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