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13.02.2019 Von: Pascal Wiederkehr

Zürich 2, Züriberg

Abtauchen ins Bildarchiv der ETH-Bibliothek


Nicole Graf, Leiterin des ETH-Bildarchivs, betrachtet mit Regina Wanger, Leiterin der Digitalisierungsabteilung der ETH, zwei Dias. «Ich finde besonders die Vielfältigkeit unserer Bestände interessant», erzählt Regina Wanger im Gespräch mit dieser Zeitung. Foto: Pascal Wiederkehr

Wer in die Vergangenheit reisen will, braucht keine Zeitmaschine, sondern nur das Bildarchiv der ETH-Bibliothek. Es umfasst etwa dreieinhalb Millionen Bilder. Und es kommen laufend neue Fotos dazu.

Von den rund dreieinhalb Millionen Bildern im Bildarchiv der ETH-Bibliothek in Zürich sind mittlerweile etwa 430 000 online zugänglich. «Die Nutzenden sollen so viel wie möglich online abrufen können. Das ist die Strategie der ETH-Bibliothek», erklärt Nicole Graf. Sie ist die Leiterin des Bildarchivs. Es geht darum, dass die Nutzenden Zeit sparen und bequem von zu Hause aus zu jeder Tages- und Nachtzeit recherchieren und Bilder herunterladen können.

Nicht alles passt ins Bildarchiv
Doch nicht nur Forschende, Studierende und das allgemeine Publikum profitieren vom grossen digitalen Bilderschatz. Gerade für Medienschaffende ist das Angebot ein wahrer Fundus. Kaum eine Zeitung, die das umfangreiche Fotoarchiv nicht schon einmal genutzt hat. Diese Zeitung ist da keine Ausnahme, zumal die ETH-Bibliothek die vielen Fotos aus der Sammlung in den meisten Fällen kostenlos zur Verfügung stellt, solange die Urheberrechte nicht verletzt werden.
«E-Pics» ist quasi eine Zeitmaschine, die nur in die Vergangenheit reisen kann. Und der digitalisierte Archivbestand wächst laufend. «Wir erhalten wöchentlich Anfragen für Aufnahmen in unser Archiv», so die Leiterin des Bildarchivs. Allerdings nimmt die ETH-Bibliothek nicht einfach alles in ihre Sammlung auf. «Die Regel ist, dass die Bestände etwas mit unserer Arbeit hier an der ETH zu tun haben müssen», sagt Graf. Wenn es thematisch nicht passt, vermitteln die verschiedenen Schweizer Archive gegenseitig Bestände weiter. Ein Bestand an Modefotografien etwa fällt nicht in das Sammelgebiet der ETH-Bibliothek. Nutzende würden diesen auch nicht an der ETH Zürich suchen. Im Bildarchiv findet man hingegen Bilder, die bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts zurückreichen, darunter Luftaufnahmen, das Fotoarchiv der Swissair oder das Archiv der ehemaligen Presseagentur Comet Photo AG. Die Comet-Bestände wollte das ETH-Bildarchiv ursprünglich hauptsächlich wegen den Luftbildern. Der Konkursverwalter liess allerdings lediglich den Kauf des gesamten Archivs zu.

In Grafs Büro steht ein Wagen voller Dia-Kästen. Im Moment erlebt das Bildarchiv der ETH gerade eine Kleinbild-Dia-Schwemme. Diese werden gesichtet und je nachdem digitalisiert. In den letzten Jahren kamen ausserdem immer mehr Digitalfotografien hinzu. Das führt zu mehreren Problemen: Elektronische Speicherformate veralten schnell. So gibt es Bilddateien, die heute nur noch mit speziellen Konverterprogrammen geöffnet werden können, die es nur für veraltete Computersysteme gibt. Hat ein Orchideensammler früher mit der Analogfotografie in 40 Jahren 50 000 Bilder gemacht, sind es heute schnell ein Vielfaches davon. «Im Idealfall sichten Fotografen ihre Bilder selber, löschen doppelte Aufnahmen und treffen eine Vorauswahl», sagt Graf. Ansonsten muss die ETH-Bibliothek entscheiden.

ETH digitalisiert mehr als nur Fotos
Für die Digitalisierung verantwortlich ist Regina Wanger. Sie ist die Leiterin des sogenannten Digicenters und bearbeitet nicht nur Fotobestände, sondern auch alte und seltene Drucke sowie Zeitschriften. «Wir sind das Kompetenzzentrum für Digitalisierung an der ETH», sagt Wanger. «Ich finde besonders die Vielfältigkeit unserer Bestände interessant», so die Leiterin des Digicenters der ETH-Bibliothek.
Das wichtigste Thema ist die Langzeitarchivierung, etwa die Frage, welche Dateiformate in Zukunft genutzt werden können. Scans speichert die ETH-Bibliothek im TIFF-Format, das als Standard-Format für Langzeitarchivierung gilt. Für Buchseiten gibt es spezielle Programme, die nachträglich den Text erkennen und die einzelnen Seiten dadurch für Nutzer durchsuchbar machen. Alle Dokumente werden weiterhin im Original in der Bibliothek zugänglich gelagert.
Die Plattform E-Pics bietet neben den digitalisierten Beständen der ETH-Bibliothek diverse Kataloge. Abrufbar sind unter anderem alte und seltene Drucke, Aufnahmen von bekannten Naturfotografen oder Bildbestände des Max-Frisch-Archivs, des Thomas-Mann-Archivs und des Baugeschichtlichen Archivs der Stadt Zürich.

ETH-Bildarchiv: www.e-pics.ethz.ch.



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