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27.02.2019 Von: Karin Steiner

Zürich Nord

Samariterverein Höngg feiert 125 Jahre


Der Samariterverein Höngg leistet seit 125 Jahren wertvolle Hilfe im Dienste der Quartierbevölkerung. Fotos: zvg.

Mit einer Ausstellung im Ortsmuseum ab 10. März und einer speziellen Übung am 24. März feiert der Samariterverein Höngg das 125-Jahr-Jubiläum. Trotz rückläufiger Nachfrage nach Dienstleistungen der Samaritervereine sind die Höngger mit rund 30 Aktiven und 400 Passiven noch sehr präsent im Quartier.

Seit der Eröffnung des reformierten Kirchgemeindehauses Höngg im Jahr 1960 ist der Samariterverein Höngg hier zu Hause. «Im und ums Haus führen wir Übungen und Kurse durch und hier haben wir auch unser Material gelagert», sagt Heidi Morger, seit neun Jahren Präsidentin des Vereins.

Der Samaritervereins Höngg ist im Quartier stets präsent. «Wir leisten Sanitätsdienst an allen grösseren Anlässen wie Martin-Cup, Zürihegel,
Werdinsel-Open-Air oder Wümmetfest.» Daneben werden regelmässig Kurse verschiedenster Art angeboten für Firmen und Privatpersonen. «Unser Wunsch wäre es, dass in jedem Haushalt mindestens eine Person lebt, die erste Hilfe leisten kann.»

Höhen und Tiefen
Der Ursprung des Samaritervereins Höngg reicht ins Jahr 1888 zurück, als der Samariterbund mit 14 Samaritervereinen gegründet wurde. Die Mittwochsgesellschaft, die damals regelmässig zusammenkam, um Angelegenheiten der Gemeinde Höngg zu besprechen, veranlasste, dass ein erster Samariterkurs in Höngg durchgeführt wurde. Pfarrer Heinrich Weber, Sekundarlehrer Konrad Frei und Walter Frei entwarfen daraufhin die Statuten und am 12. März 1894 fand im Schulhaus die Gründungsversammlung des Samaritervereins Höngg statt. Die 32 aktiven und 10 passiven Mitglieder wählten Lehrer Hiestand zum ersten Präsidenten. Dank einer grosszügigen Spende von Herrn Vaterlaus aus Wipkingen betrug das Startkapital 24.10 Franken. Die Übungsteilnehmer mussten für die Teilnahme an den Übungen jeweils 10 Rappen bezahlen. Um zu mehr Geld für das Material zu kommen, machte man eine Sammlung in der Gemeinde, die damals 2500 Einwohner zählte. Stolze 450 Franken kamen dabei zusammen. So konnte 1895 der erste Samariterposten im Höngger Restaurant Central eröffnet werden. Ein weiterer Posten folgte sieben Jahre später Am Wasser.

Die Feldübungen waren damals obligatorisch. «Wer nicht erschien, wurde mit Geldbussen bestraft, was zu stattlichen Reingewinnen führte», erzählt Heidi Morger. «Bis 29 Übungen wurden damals jährlich durchgeführt. Heute sind es rund neun Übungen. Mindestens vier davon muss man besucht haben, wer Sanitätsdienst leistet fünf.»

Krankenmobilien vermieten
1933 eröffnete der Samariterverein ein Krankenmobilienmagazin. «Das war lange Zeit ein grosser Erfolg», sagt Heidi Morger. «Hier konnte man zu günstigen Preisen Hilfsmittel wie Gehstöcke, Rollstühle, Inhalationsapparate und weiteres mieten. Heute ist das Bedürfnis nach gemieteten Hilfsmitteln nicht mehr so gross. Infolge Pensionierung der langjährigen Verwalterin konnten wir das Krankenmobilienmagazin an das KMM Wipkingen übergeben, welches es noch immer in den gleichen Räumlichkeiten weiterführt.»

1969 führte der Samariterverein erstmals eine Blutspendeaktion in Höngg durch. «Bis heute finden dreimal jährlich Blutspendeaktionen statt mit jeweils 80 bis 100 Spendern.» Viele Jahre lang bot der Samariterverein auch Nothelferkurse für Fahrschüler an. Später übernahmen auch die Fahrlehrer diese Kurse. Seit 1998 werden von den Samaritern auch Reanimationskurse und Firmenkurse nach den Wünschen der Kunden angeboten. Auch Notfallkurse für Kinder boomten eine Zeit lang, heute jedoch ist das Interesse nicht mehr so gross. Seit 2006 gibt es Kurse über die Anwendung von Defibrillatoren.

Steter Mitgliederschwund
Zum Zeitpunkt des 75-Jahr-Jubiläums zählte der Samariterverein Höngg 131 Aktive, 61 Ehren- und Freimitglieder und 1166 Passivmitglieder. Zum 100. Geburtstag waren es 83 Aktive und 1630 Passive und Gönner, heute sind es 30 Aktive und 450 Passive und Gönner. «Wir sind auf Gönner angewiesen», sagt Heidi Morger. «Sie finanzieren uns die Anschaffung von zeitgemässem Material und die Ausbildung der Samariter.» Wie in jedem Verein sei es zunehmend schwierig geworden, Leute zu finden, die sich im Vorstand engagieren. «Aber bei den aktiven Samaritern gibt es immer junge Leute, die mitmachen. Das ist toll. Unser Verein ist nicht überaltert, sondern gut durchmischt.» Nachwuchs sei jederzeit willkommen, medizinische Vorkenntnisse seien nicht nötig.

Feiern mit dem Quartier
Das 125-Jahr-Jubiläum wird mit zwei Anlässen gefeiert. Vom 10. März bis Oktober gibt es im Ortsmuseum Höngg eine Ausstellung über die Geschichte des Samaritervereins. Das Museum ist jeden Sonntag ausser in den Schulferien geöffnet. Und am 24. März von 14 bis 16 Uhr zeigen die Samariter vor dem Ortsmuseum im Rahmen einer Übung ihr Können.



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