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13.03.2019 Von: David Herter

Züriberg

FC Seefeld auf dem Weg zurück ins Quartier


Abkehr von Prämien und Entschädigungen: «Zugehörigkeitsgefühl zum Verein massiv verstärkt.» Foto: zvg

Sich neu zu erfinden, war das Ziel des Fussballclubs Seefeld, als er vor zwei Jahren freiwillig abstieg. Der Schritt hat sich gelohnt, auch wenn noch nicht alle Ziele erreicht sind.

Die Chancen sind intakt, dass die zweite Mannschaft des Fussballclubs Seefeld am Ende der Saison in die 3. Liga aufsteigt. Der Verein wäre dann in der 2., 3. und 4. Liga vertreten und könnte allen Spielern eine ihrer Leistung entsprechende Mannschaft bieten. «Damit hätten wir ein ganz wichtiges Ziel erreicht», sagt Marc Caprez (Foto). Seit der 51-Jährige vor zwei Jahren Präsident wurde, ist im FC Seefeld auch die zweite Mannschaft wichtig. Damals hatte der Vorstand die Strategie auf den Kopf gestellt. Nicht mehr in der 1. Liga und mit bezahlten Spielern wollte der FCS den sportlichen Erfolg anstreben. Nein. Der Verein wollte sich künftig am Erfolg mit Spielern aus dem eigenen Nachwuchs messen lassen.
Auf diesem Weg ist der Club ein Stück vorangekommen. «Einigen talentierten Junioren trauen wir den Sprung in die erste Mannschaft durchaus zu», sagt Caprez. Ein Drittel der Spieler der ersten Mannschaft habe heute eine Vergangenheit beim FCS. Die zweite und dritte Mannschaft bestehen fast ausschliesslich aus ehemaligen Seefeld-Junioren. Die Zahl der Junioren ist seit 2017 um fast 100 gestiegen. Der Nachwuchsbereich wuchs so stark, dass der Verein die Zulassung zu seinen Trainings teilweise beschränken musste.
«Der Verein ist nun im Quartier doch etwas präsenter», sagt Präsident Caprez. Dazu beigetragen habe die Identifikation der Junioren mit dem Verein und auch die Kleiderlinie, die der FC Seefeld lanciert hat. Die «Team-Wear» werde von vielen Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen getragen. «Das Zugehörigkeitsgefühl zum Verein hat sich massiv verstärkt », sagt Caprez. Eine wichtige Rolle spiele dabei die zweite und dritte Mannschaft, die einen tiefen Altersdurchschnitt aufweisen. Viele der Spieler kennen sich seit dem Kindergarten. «Das gibt einen guten Kitt», sagt Caprez. Dass einige Spieler der betreffenden Mannschaften auch als Juniorentrainer tätig sind, führe dazu, dass die Junioren auch als Zuschauer an den Heimspielen der Erwachsenen dabei seien. Überhaupt würden die Heimspiele von vielen Fans besucht, was auch die Gegner freue. «Auf der Festung Lengg haben wir ein lautes, aber auch sehr faires Publikum.» Das verstärkte Engagement aller Beteiligten im Verein spürten auch die Eltern. «Sie sind so eher bereit, ebenfalls einen Beitrag zu leisten.» Genügend Helferinnen und Helfer für die Gastronomie, die Transporte und andere Aufgaben zu finden, sei momentan nicht schwierig.

Weitere Sponsoren willkommen
Schwieriger gestaltet sich für den FCS die Suche nach weiteren Sponsoren. Mit Autop und Mobiliar verfüge der FCS zwar über zwei grosszügige Sponsoren, sagt Caprez. Mit den Beiträgen der Mitglieder und Subventionen liessen sich aber bloss zwei Drittel der Ausgaben von 300 000 Franken bezahlen. «Den Rest müssen wir mit Sponsorengeldern und eigenen Aktivitäten decken.» Mit dem Geld gehe der Verein sorgsam um. Der Vorstand arbeitet ehrenamtlich, die Trainer erhielten eine Entschädigung. Für die Junioren gebe der FCS rund 120 000 Franken aus, für die erste Mannschaft 50 000 Franken und für die weiteren Mannschaften 30 000 Franken. «Dank unserem Kostenbewusstsein konnten wir mit einem Gewinn abschliessen, den wir ins Klubhaus investiert haben.»
Insgesamt seien der Vorstand und er mit der Entwicklung sehr zufrieden, sagt Caprez. Die Wiederbesinnung aufs Quartier habe sich gelohnt. «Bei den Aktiven sieht es gut aus, verschiedene Junioren haben den Übertritt in Auswahlteams geschafft und unsere D-Junioren sind in die höchste Spielklasse aufgestiegen.» Der Strategiewechsel von 2017 und die Abkehr von Prämien und Entschädigungen für die erste Mannschaft sei richtig gewesen. «Wir haben sehr gute Erfahrungen gemacht.» Nach wie vor spielten gute Fussballer auf der Lengg, aber nicht mehr weil es etwas zu verdienen gebe, sondern «weil sie den FC Seefeld einen tollen Verein finden».



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