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20.03.2019 Von: Pascal Wiederkehr

Zürich 2

Marco Bösch spielt das Riesenbaby


Der hyperintelligente Klein Felix (Marco Bösch) hat sich etwas in seine «Mitbewohnerin» Yvonne (Nicole Winkler) verguckt. Foto: Pascal Wiederkehr

Wenn der eigene Sohn nur durchschnittlich intelligent ist, dann gibt es nur eine Lösung: Man züchtet sich einen neuen Stammhalter. Das Theater Adliswil widmet sich im Stück «Ei, Ei, Ei, en Kaktus!» dem umstrittenen Thema Genmanipulation.

Professor Fabel (Max Trossmann) experimentiert gerne in seinem Labor und testet seine Errungenschaften auch gleich einmal an sich selbst. Als der verrückte Professor eine bahnbrechende gentechnologische Entdeckung macht, wirft seine Cheflaborantin Rebekka (Katja Reuther) den Bettel hin. «Ohne mich kann er das Teufelszeug nicht fabrizieren», sagt sie genervt zu ihrer WG-Mitbewohnerin Yvonne (Nicole Winkler).

Die Komödie mit dem Originaltitel «Wollen Sie ein Kaktus werden?» stammt aus der Feder von Karl Wittlinger. Ins Schweizerdeutsche übersetzt hat sie der Adliswiler Kamil Krejci, der gleich selber Regie führt.

Felix wächst viel zu schnell
Das Stück lebt von seinen witzigen Dialogen. Da ist zum einen Monika Mayer. Sie fällt für das Theater Adliswil in den letzten Jahren auf der Bühne regelmässig in Ohnmacht. Und auch dieses Mal kann Mayer als überbesorgte Ehefrau Natascha Lochbau überzeugen. Denn ihr Mann, Arthur Lochbau (Matthias Disler), ist als ewig gestresster Hühnerfabrikant auf ihre Hilfe angewiesen. So rennt sie gerne mit einer grossen Handtasche hinter ihrem geliebten Ehemann her.

Der weltgewandte Unternehmer Lochbau, der gerade mit Brüssel über das neue europäische Standardhuhn verhandelt, braucht seine Cheflaborantin Rebekka dringend. Lochbau wünscht sich endlich einen wirklich intelligenten Sohn, den er als Unternehmensnachfolger einsetzen kann. Also soll ihm und seiner Frau Professor Fabels Erfindung helfen.

Arthur Lochbaus Wunsch geht fast in Lichtgeschwindigkeit in Erfüllung. Schon ist Klein Felix auf der Welt und kerngesund, ausser dass das Baby nicht aufhört zu wachsen. «Wir haben einen kleinen Frankenstein fabriziert», stellt Cheflaborantin Rebekka erschrocken fest.

Riesenbaby statt Frankenstein
Ein Monster wird aus dem Kind nicht, dafür steht bald darauf Marco Bösch als Klein Felix in seinem mit Monden und Sternen verzierten Pyjama vor den Zuschauerinnen und Zuschauern. Sein Auftritt sorgt für viele Lacher. Bösch, der in ganz Adliswil durch seine Rollen beim «Theater NI&CO» Bekanntheit erlangte, war ein echter Gewinn.

Professor Fabel ist derweil überhaupt keine Hilfe und scheint völlig den Verstand zu verlieren. Max Trossmann schlüpft kompromisslos in seine Rolle und man traut ihm sofort eine Zweitkarriere als zwielichtiger Wissenschafter zu.
Zum Schluss hätte man sich eigentlich nur ein etwas weniger abruptes Hollywood-Happy-End gewünscht. Doch der Applaus war dem Theater Adliswil trotzdem garantiert.



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