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20.03.2019
Zürich West

Neues Verkehrsregime bereitet im Quartier Bauchweh


So soll die Verkehrserschliessung in Altstetten nach Inbetriebnahme der Limmattalbahn aussehen. Das neue Regime ist im rot umrandeten Bereich durch das Bahnprojekt vorgegeben. Plan: zvg

Am letzten Treffen des Quartierforums Altstetten im Spirgarten ging es um die geplante Verkehrsführung infolge des Limmattalbahnprojekts. Im Quartier werden zusätzliche Verkehrsbelastungen befürchtet. 

Lisa Maire

Die erste Etappe beim Bau der Limmattalbahn (LTB) neigt sich dem Ende zu: Voraussichtlich ab September fährt das Tram 2 auf den LTB-Gleisen über den Farbhof hinaus bis nach Schlieren. Dann wird auch schon die zweite LTB-Etappe Bahnhof Altstetten–Hohlstrasse–Farbhof in Angriff genommen. Für den motorisierten Verkehr bringt das Bahnprojekt eine neue übergeordnete Lenkungsstrategie mit sich – Priorisierung der «Achse Nord» – und einschneidende Veränderungen bei der lokalen Erschliessung Altstettens. Auch diese sei von der LTB entschieden worden und gelte als gesetzt, betonte Esther Arnet, Direktorin der städtischen Dienstabteilung Verkehr (DAV) vor den Teilnehmern des Quartierforums Altstetten.

Linksabbieger vermieden

Nach ihrer Inbetriebnahme Ende 2022 verkehrt die LTB in der Hohlstrasse auf einem baulich abgetrennten Eigentrassee. Für den motorisierten Verkehr bedeutet dies: Zwischen Luggwegstrasse und Farbhof kann man nur noch aus der Altstetterstrasse heraus links auf die Hohlstrasse einbiegen. Gleichzeitig wird die Saumackerstrasse (dicker Pfeil auf dem Plan) zur Einbahn Richtung Baslerstrasse umgebaut. Aus der Karstlernstrasse ist zudem nur noch rechts (stadteinwärts) abbiegen erlaubt, wobei es auf der Höhe Feldblumenstrasse eine Wendemöglichkeit (U-Turn) stadtauswärts gibt. In der Bauzeit ab Herbst 2019 sehen die Hauptbeziehungen etwas anders aus: Die Hohlstrasse wird zur Einbahn stadtauswärts, ebenso die Saumackerstrasse Richtung Hohlstrasse und die Altstetterstrasse Richtung Baslerstrasse. Stadteinwärts führt der Verkehr über die Badenerstrasse, die in beiden Richtungen befahrbar bleibt.

Wenn die LTB dann einmal fährt, kündigen sich weitere Baustellen an: Ab 2022 will die Stadt im Strassenraum Badener-/ Altstetter-/ Baslerstrasse nämlich nicht nur Gleise, Kanalisation, Werkleitungen sanieren und Tram- und Bushaltestellen behindertengerecht ausbauen, sondern auch diverse Verbesserungen für den Fuss- und Veloverkehr umsetzen. Am Quartierforum gaben Thomas Spillmann von der DAV und Christian Räber vom Tiefbauamt Einblick in die laufende Planung. Geprüft werden zum Beispiel durchgängige Velorouten an der Badener- und Saumackerstrasse, breitere Trottoirs, Alleenkonzept und Tempo 30 an der Altstetterstrasse. Zugunsten idealerer Umsteigebedingungen soll zudem die Bushaltestelle bei der Migros Altstetterstrasse näher an den Lindenplatz heranrutschen. Die Vorprojekte zu den diversen Massnahmen werden bis Sommer 2019 starten, die öffentlichen Planauflagen sind für 2020/21 vorgesehen.

Schleichverkehr befürchtet

Im Quartier sieht man mit dem künftigen Verkehrsregime neue Lärm- und Umweltbelastungen auf sich zukommen. «Für die Pendler wird viel gemacht, aber die Mobilität innerhalb des Quartiers wird zum Teil massiv erschwert», sagte Quartiervereinspräsidentin Esther Leibundgut am Quartierforum. Für Bewohner und Gewerbe sei es deshalb sehr wichtig, dass der Linksabbieger von der Altstetter- in die Hohlstrasse nicht auch noch aufgehoben werde – wie dies ein parlamentarischer Vorstoss fordert.

Auch das neue Linksabbiegeverbot stadtauswärts aus der Karstlernstrasse beim Farbhof – eine Haupterschliessung für das grosse Einzugsgebiet bis zur hinteren Rautistrasse – bereitet im Quartier grosse Sorgen. Statt wie vorgesehen über Badenerstrasse und U-Turn werde sich der Verkehr wohl eher über die Dachslernstrasse hinunter ergiessen und damit die Sicherheit im Schulgebiet Feldblume gefährden, lautet die Befürchtung. Die Stadt will nun im Auftrag von Quartier- und Gewerbeverein einen neuen Linksabbieger aus dem Kelchweg in die Badenerstrasse prüfen.

Knacknuss Koordination

Zusätzliches Kopfzerbrechen bereitet im Quartier die anstehende Umsetzung des Energieverbunds Altstetten. Eine Koordinierung mit den Arbeiten des Tiefbauamts scheint schwierig. Denn das EWZ will die neuen Energieversorgungsanschlüsse bereits in der Bauphase der Limmattalbahn realisieren. Also früher, als die verschiedenen Projekte des Tiefbauamts geplant sind. Man kämpfe zwar für eine Koordinierung der Arbeiten, versicherten die Vertreter von Tiefbauamt und DAV am Quartierforum. Das sei aber eine «grosse Herausforderung». 



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